Todesfall

Jean Kennedy Smith: John F. Kennedys Schwester ist tot

Kennedy-Fluch: Eine Chronik der unzähligen Tragödien

Der Kennedy-Clan gehört zu den prominentesten Familien Amerikas. Seit Jahrzehnten erleiden sie einen schweren Schicksalsschlag nach dem anderen. Nun ist ein weiteres trauriges Kapitel hinzugekommen.

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Jean Kennedy Smith, die Schwester des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, ist tot. Die frühere Botschafterin starb in New York.

Washington.  Jean Kennedy Smith, die letzte Schwester des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy, ist tot. Jean Kennedy Smith starb nach Angaben ihrer Tochter Kym Smith am Mittwoch im Alter von 92 Jahren in ihrer New Yorker Wohnung. Tochter Amanda Hood bestätigte der „Washington Post“ den Tod, Angaben zur Todesursache machten die Hinterbliebenen nicht.

Jean Kennedy Smith wurde 1928 in Boston geboren und war das Zweitjüngste von neun Kindern der Familie. Anders als ihre Brüder lebte sie eher zurückgezogen und hielt sich lange von der Politik fern. Von 1993 bis 1998 arbeitete Kennedy Smith unter Präsident Bill Clinton als US-Botschafterin in Irland und wurde dort zu einer prominenten Figur im Friedensprozess in Nordirland.

Jean Kennedy Smith vermittelte erfolgreich im Nordirland-Konflikt

Die Personalie löste zunächst Irritationen aus, mit ihrer unkonventionellen Herangehensweise konnte Kennedy Smith aber Erfolge in dem festgefahrenen Konflikt erzielen. So traf sie entgegen der offiziellen US-Politik regelmäßig Gerry Adams, den Anführer des politischen Arms der Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA), Sinn Fein.

Kennedy Smith soll dafür gesorgt haben, dass Adams ein US-Visum erhielt und bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten seine Vorstellungen von einem Waffenstillstand darlegen konnte. Eine wichtige Rolle spielte Kennedy Smith auch bei den Verhandlungen, die zum Karfreitagsabkommen von 1998 führten, das den Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten in der britischen Provinz Nordirland beendete.

Jean Kennedy Smith erhielt 2011 die „Presidential Medal of Freedom“

Die Verstorbene war auch für ihre Wohltätigkeitsarbeit bekannt. So gründete sie beispielsweise ein Programm zur Kunstförderung von Behinderten. 2011 verlieht ihr Präsident Barack Obama die „Presidential Medal of Freedom“, die höchste Auszeichnung der US-Regierung für Zivilisten. 2016 erschien ihre Autobiografie: „The Nine of Us – Growing Up Kennedy“ („Wir neun – Aufwachsen als Kennedy“).

Nach Angaben der „Washington Post“ hinterlässt Kennedy Smith vier Kinder und sieben Enkelkinder. Ihr Bruder John wurde 1961 zum 35. Präsident der Vereinigten Staaten gewählt und starb bei einem Attentat in Dallas am 22. November 1963.

Aussichten auf das Präsidentenamt hatte wenige Jahre später auch Jean Kennedy Smith’ Bruder Robert („Bobby“) F. Kennedy. Er wurde 1968 während des Vorwahlkampfes ebenfalls bei einem Attentat ermordet. Die Kennedys gelten als eine der einflussreichsten Dynastien in Politik und Gesellschaft der USA. (küp/dpa/afp)

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