Covid-19-Pandemie

Gegen den Krieg: Die Welt braucht eine Corona-Solidarität

Das ist der Islamische Staat

Der Islamische Staat, kurz IS oder ISIS, will einen Gottesstaat errichten. Das Kalifat im Nahen Osten ist nicht Realität – Terroranschläge leider schon. Wir zeigen die Geschichte und die Taten der Terroristen.

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Das Coronavirus verschärft Armut, Terror und Konflikte: Deshalb müssen die reichen Länder helfen – weil auch sie sonst betroffen sind.

Berlin.  Auf den ersten Blick klingt die Logik einleuchtend: Das Coronavirus frisst sich über den ganzen Erdball. Die Pandemie schwächt Länder, Volkswirtschaften und Gesellschaften. Infolgedessen geht auch den Konfliktparteien die Puste aus. Der Corona-Lockdown, so die Annahme, lähmt am Ende auch die destruktive Energie der Streithähne.

Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Das Virus heizt die internationalen Konflikte eher an. Spannungen, die sich in Gewalt entladen, gibt es vor allem in zutiefst instabilen Staaten wie Libyen oder Afghanistan oder in Diktaturen wie Syrien.

Coronavirus: Die Menschen sind der Seuche fast schutzlos ausgeliefert

Die Corona-Krise verschärft die sozialen Nöte in diesen Ländern. Es gibt keine Tests, keine medizinische Infrastruktur, keine Beatmungsgeräte auf Intensivstationen. Die Menschen sind der Seuche fast schutzlos ausgeliefert.

Weil viele wegen der Ausgangssperren ihre Arbeit verlieren, können sie ihre Familien nicht mehr ernähren. Das steigert den Unmut gegen die Regierungen und höhlt die Autorität der öffentlichen Institutionen aus.

Nutznießer sind Terrorgruppen wie die Taliban oder islamistische Milizen

Nutznießer dieses Vertrauensverlustes sind nichtstaatliche Organisationen – vor allem Terrorgruppen wie die Taliban in Afghanistan oder islamistische Milizen in Libyen. Sie bieten ihren Anhängern Nahrungsmittel, Geld und Schutz. Das Coronavirus vergrößert die soziale Misere und facht Konflikte an. Es ist ein Brandbeschleuniger für Bürgerkriege.

Die Habenichtse dieser Welt verfügen nicht über die Finanzmittel, um die Pandemie einzudämmen. Die wohlhabenderen Länder können insgesamt mehr als sieben Billionen Euro aufbringen. Allein Deutschland hat rund 1,3 Billionen Euro für Firmen-Darlehen, Zuschüsse und Kreditgarantien reserviert. Davon können Armenhäuser wie der Jemen oder Somalia nicht einmal träumen.

Auch hier liegt Trump mit seinem „America-First“-Nationalismus falsch

In diesen Zeiten braucht die Welt eine Corona-Solidarität. Es gibt keine Insel-Lösungen, die nur das Wohl des einigen Landes im Blick haben. Auch in dieser Hinsicht liegt der amerikanische Präsident Donald Trump mit seinem „America first“-Nationalismus völlig falsch.

Die reicheren Staaten müssen sich gemeinsam darum kümmern, dass die Notleidenden einen medizinischen Grundschutz gegen Corona bekommen. Es geht um die Bereitstellung von Gesichtsmasken und Test-Kits.

Die Finanztransfers dürfen nicht in den Taschen korrupter Eliten versickern

Und es geht um die hinreichende Versorgung mit Ärzten und Kliniken. Gelingt es nicht, dass die besonders belasteten Länder eine Perspektive für ein halbwegs ziviles Leben bekommen, versinken sie im Chaos.

Diese Hilfe darf natürlich keine Einbahnstraße sein. Es muss sichergestellt werden, dass Finanztransfers an ärmere Länder nicht in den Taschen korrupter Eliten in Afrika, Nahost oder Asien versickern. Transparenz ist wichtig. Wer eigene Gelder bereitstellt, hat auch ein Recht auf gute Regierungsführung – neudeutsch „good governance“ – und den effizienten Einsatz der Mittel.

Die eigene Gesundheit ist immer auch die Gesundheit der anderen

Wem das Gebot der Solidarität in Corona-Zeiten zu moralinsauer klingt, der mag es wenigstens aus Eigennutz akzeptieren. In der Globalisierung funktioniert Abschottung nicht auf Dauer. Das Virus findet Wege, um Grenzen zu überschreiten. Ansteckungsherde wandern, und niemand ist hundertprozentig vor ihnen sicher. Daher ist die eigene Gesundheit immer auch die Gesundheit der anderen.

Das gilt in gleichem Maße für die politischen und sozialen Auswirkungen der Corona-Krise. Wenn Staaten zerfallen, bekommen Terrorgruppen einen neuen Nährboden. Die Zahl der Flüchtlinge wird noch größer. Am Ende sind auch die reichen Länder davon betroffen. Die Welt würde zu einem noch ungemütlicheren Ort, als sie es heute schon ist.

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