Bundeskanzlerin

Rücktritt: Botschafter aus Malta verglich Merkel mit Hitler

Merkel und Steinmeier gedenken Weltkriegsende

In der Neuen Wache in Berlin haben Vertreter der fünf Verfassungsorgane Kränze niedergelegt, um an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren zu erinnern.

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Der Diplomat hatte Merkel vorgeworfen, „Hitlers Traum“ erfüllt zu haben. Malta zog Konsequenzen – und kündigte eine Entschuldigung an.

Valletta. Der maltesische Botschafter in Finnland ist Medienberichten zufolge zurücktreten, weil er Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Adolf Hitler verglichen hat. Maltas Außenminister Evarist Bartolo bestätigte der Zeitung „Times of Malta“ am Sonntag, dass der Botschafter zurückgetreten sei und dass an Deutschland eine Entschuldigung für den „unsensiblen“ Kommentar geschickt werde.

Michael Zammit Tabona hatte nach Angaben maltesischer Medien in einem mittlerweile gelöschten Facebook-Beitrag geschrieben: „Vor 75 Jahren haben wir Hitler gestoppt. Wer wird Angela Merkel stoppen? Sie hat Hitlers Traum erfüllt! Europa zu kontrollieren.“ Der Diplomat war seit 2014 als Botschafter in Finnland im Dienst.

Am Freitag wurde in Europa das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren gefeiert – auch in Deutschland: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich zu einer Kranzniederlegung an der zentralen Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in Berlin versammelt.

Auch die Präsidenten des Bundestags, des Bundesrats und des Bundesverfassungsgerichts nahmen an der Zeremonie teil. Europaweit wurde am Freitag dem Krieg und seinen Verbrechen gedacht – aufgrund der Coronavirus-Pandemie kam es bis auf in Weißrussland bei den Gedenkveranstaltungen in diesem Jahr nicht zu großen Menschenansammlungen.

(dpa/phb)