Soziale Isolation

Corona-Krise: Experten warnen vor vermehrten Suiziden

Die Psyche in der Corona-Krise: 6 Tipps für mentale Gesundheit

Der Ausbruch des neuen Coronavirus sowie die damit einhergehende häusliche Isolation machen vielen Menschen Angst. Sehen Sie im Video, wie Sie Ihre Psyche in dieser Zeit stärken.

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Die Kontaktsperre in der Corona-Krise kann für Patienten mit psychischer Erkrankung gefährlich werden. Experten warnen vor den Folgen.

Berlin. Führende Psychiater warnen vor schweren psychischen Folgen durch die deutschlandweit geltende Kontaktsperre: „Soziale Isolation ist ein wesentlicher Stressfaktor und kann psychische Störungen verstärken“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN), Andreas Heinz, unserer Redaktion.

Wenn die Kontaktsperre nur zwei Wochen bleibe, werde das für die allermeisten Betroffenen zu schaffen sein. Bei einer längeren Phase aber werde es schwierig: Therapeutische Praxen und psychiatrische Ambulanzen stellten derzeit zum Schutz vor Infektionen auf Telefon- oder Videoberatung um.

Corona-Isolation: Psychiater warnt vor Alkoholkonsum und Gewalttaten

„Die Gefahr ist groß, dass schwerkranke Patienten den Verzicht auf den persönlichen Kontakt nicht lange aushalten“, warnte der Direktor der Psychiatrischen Klinik an der Berliner Charité. „Wir befürchten, dass beispielsweise die Zahl der Suizide steigen könnte, wenn die Kontaktsperre länger als zwei, drei Wochen anhalten sollte.“

In Deutschland leiden Experten zu Folge rund 30 Prozent der Menschen unter psychischen Belastungen. Sie reichen von leichten Angststörungen bis zu schweren Psychosen. Heinz warnte zudem vor wachsendem Alkoholkonsum in der Zeit der Kontaktsperre: „Isolierte Menschen neigen dazu, mehr zu trinken, weil die soziale Kontrolle fehlt. Wir wissen, was daraus folgen kann: Die Hälfte aller Gewalttaten in Deutschland geschieht unter Alkoholeinfluss.“

Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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