Organspende

Kramp-Karrenbauer lehnt Spahn-Modell bei Organspende ab

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist „für eine Lösung, die das Prinzip der Freiwilligkeit akzeptiert“, wie sie unserer Redaktion sagte.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist „für eine Lösung, die das Prinzip der Freiwilligkeit akzeptiert“, wie sie unserer Redaktion sagte.

Foto: Harald Tittel / dpa

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer stellt sich gegen Spahns Vorschlag einer Widerspruchslösung bei der Organspende. Das sind ihre Argumente.

Berlin. Vor der Bundestagsabstimmung über die Organspende hat sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gegen die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) favorisierte Widerspruchslösung ausgesprochen. „Ich bin aus tiefer Überzeugung für eine Lösung, die das Prinzip der Freiwilligkeit akzeptiert“, sagte Kramp-Karrenbauer unserer Redaktion.

„Mir fällt die Vorstellung schwer, jemand von Staats wegen zur Organspende zu verpflichten, der sich von dieser Pflicht erst wieder freimachen muss“, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie sei selbst Organspenderin. „Das ist ein Thema, das mich sehr umtreibt: Jederzeit kann ich das sein, kann das eines meiner Kinder sein, die auf ein Organ angewiesen sind.“

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer: Debatte zur Organspende ist frei

Weil die Organspende für viele Mandatsträger ein höchst persönliches Thema sei, habe auch die Unionsfraktion die Debatte freigegeben – mit offenem Ausgang. „Ich wage keine Prognose, wie die Abstimmung im Bundestag am Donnerstag ausgeht“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Wenn die Debatte dazu führe, dass es mehr Organspenden in Deutschland gebe, sei das schon positiv. Die CDU-Vorsitzende gehört nicht dem Bundestag an.

Zwei gegensätzliche Vorschläge stehen zur Abstimmung

Im Bundestag stehen an diesem Donnerstag zwei gegensätzliche Vorstöße zur Abstimmung. Eine Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn schlägt eine „doppelte Widerspruchslösung“ vor. Demnach sollen alle Bürger als Spender gelten, man soll dem aber jederzeit widersprechen können. Sonst wäre noch bei Angehörigen nachzufragen, ob sie einen Widerspruch des Verstorbenen kennen.

Dagegen stellt sich eine andere Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Sie schlägt vor, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden.