Russland

Auswärtiges Amt kritisiert Ausweisung deutscher Diplomaten

Medienberichte: Generalbundesanwalt verdächtigt russische Geheimdienst-Kreise

Ende August 2019 war ein Mann aus Georgien in Berlin getötet worden. Der mutmaßliche Todesschütze hatte nach der Tat versucht zu fliehen, war aber festgenommen worden. Nun scheint Karlsruhe den Fall zu übernehmen.

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Der Konflikt mit Russland eskaliert. Der Kreml weist zwei deutsche Diplomaten aus, das Auswärtige Amt kritisiert die Entscheidung.

Moskau. Der Streit über die Ermittlungen wegen des Mordes an einem Georgier in Berlin zwischen Deutschland und Russland eskaliert: Das russische Außenministerium hat den deutschen Botschafter für Donnerstagvormittag einbestellt. Die russische Regierung hat zwei deutsche Diplomaten ausgewiesen. Das Auswärtige Amt hat diesen Schritt scharf kritisiert.

Eine Sprecherin des Amtes erklärte am Donnerstag, die Bundesregierung bedauere die Entscheidung der russischen Regierung. Sie sende das falsche Signal und sei ungerechtfertigt. „Weitere Schritte in dieser Angelegenheit behält sich die Bundesregierung im Licht der Ermittlungen vor“, so die Sprecherin.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Ausweisung bereits beim Ukraine-Gipfel in Paris angekündigt. Er sprach von einer „spiegelgenauen“ Reaktion. Zuvor hatte die Bundesregierung zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft zu unerwünschten Personen erklärt – weil der Verdacht besteht, dass der Mord an dem Georgier im Park „Kleiner Tiergarten“ in Berlin von offiziellen russischen Stellen in Auftrage gegeben worden war. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt staatliche Stellen in Russland oder in der Teilrepublik Tschetschenien. Die Behörde hat deshalb die Ermittlungen übernommen.

Putin nennt getöteten Georgier einen „blutrünstigen Mörder“

Die Bundesregierung wirft Russland fehlende Kooperation bei der Aufklärung des Mordes vor. Der 40-jährige Georgier, der in der russischen Teilrepublik Tschetschenien auf Seite der Separatisten gekämpft haben soll, war am 23. August in Berlin von hinten erschossen worden. Mutmaßlicher Täter ist ein Russe. Dieser wurde noch am Tag der Tat gefasst und sitzt in Berlin in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

Putin hatte am Montag den ermordeten Georgier als „Banditen“ und „Mörder“ bezeichnet, er sei ein „blutrünstiger und brutaler Mensch“ gewesen. Außerdem habe er ihn für einen Terroranschlag auf die Moskauer Metro verantwortlich gemacht. Den deutschen Behörden warf er vor, den Mann trotz entsprechender Gesuche nicht ausgeliefert zu haben. Aus der Bundesregierung hieß es, ein solches Ersuchen sei gar nicht bekannt.

(dpa/moi)