Umweltpolitik

Klimakonferenz in Madrid: Darum geht es bis 13. Dezember

Diese Dinge kann jeder fürs Klima tun

Bei Fridays For Future haben wir gefragt: Was kann man wirklich im Alltag fürs Klima tun? Diese Klimaaktivisten geben Tipps für ein besseres Klima.

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196 Staaten der Erde treffen sich zur UN-Klimakonferenz in Madrid. Was bei dem Treffen diskutiert wird – und was erreicht werden soll.

Madrid. Es ist die 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen: Am Montag ist der Gipfel in Madrid gestartet – unter den kritischen Blicken der „Fridays for Future“-Bewegung. Rund 50 Staats- und Regierungschefs haben sich angekündigt, zum Auftakt werden in Spaniens Hauptstadt unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Spaniens Hauptstadt erwartet.

Der Präsident des letztjährigen Treffens im polnischen Kattowitz, Michał Kurtyka, übergab den Vorsitz am Montag offiziell an die chilenische Regierung. Kurtyka sage, es habe sich viel geändert seit dem vergangen Jahr. „Die Welt kommt vielleicht noch nicht so schnell voran, wie wir das gern hätten“, sagte er.

„Aber meine Hoffnung liegt vor allem auf den jungen Leuten. Sie haben den Mut, sich laut zu Wort zu melden und uns daran zu erinnern, dass wir diesen Planeten von unseren Eltern geerbt haben und ihn den künftigen Generationen weitergeben müssen“, sagte er mit Blick auf die globalen Klimaproteste der Bewegung „Fridays for Future“.

Klimakonferenz in Madrid läuft bis 13. Dezember

Vom 2. bis 13. Dezember läuft die Klimakonferenz in Madrid: Delegationen aus 196 Staaten sowie die EU und internationale Organisationen nehmen teil. Erst in der zweiten Woche wird auf Ministerebene verhandelt – doch es gibt große Zweifel, ob der Gipfel einen echten Durchbruch bringen kann.

Den Vorsitz hat zwar Chile, und ursprünglich sollte das Treffen auch in dem südamerikanischen Land stattfinden. Wegen der sozialen Proteste dort sprang kurzfristig Madrid als Gastgeber ein, wo der Gipfel in Rekordzeit auf dem Messegelände Ifema organisiert wurde. 5000 Sicherheitskräfte sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Klimagipfel: Wie kann die Erderwärmung begrenzt werden?

Seit die Staaten sich 2015 im historischen Abkommen von Paris vorgenommen haben, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, dienen die UN-Gipfel der Umsetzung des Paktes. Dieses Mal soll vor allem das Ziel vorangetrieben werden, 2020 ehrgeizigere nationale Klimaschutz-Pläne vorzulegen.

  • Rückblick: UN-Gipfel endet mit Jubel: Weltklimavertrag beschlossen

Zudem wird diskutiert, nach welchen Regeln ein internationaler Markt im Klimaschutz funktionieren kann. Auch die Frage, wer die Behebung der durch den Klimawandel verursachten Schäden speziell in armen Ländern bezahlen soll, steht auf der Agenda.

UN-Generalsekretär Guterres: Bemühungen „absolut unzureichend“

Nach derzeitigem Stand reichen die Pläne der Staaten für das Einsparen von Treibhausgasen bei Weitem nicht aus – und viele Länder schaffen nicht einmal das, was sie angekündigt haben. UN-Chef Guterres hatte am Sonntag in einer Rede moniert, dass die bisherigen Bemühungen um den Klimaschutz „absolut unzureichend“ seien. Es mangele eindeutig an politischem Willen. „Unser Krieg gegen die Natur muss aufhören – und wir wissen, dass das möglich ist.“ Im September hatte der Weltklimarat einen dramatischen Report veröffentlicht, wonach die Eisschilde der Erde immer schneller schmilzen.

Mit Blick auf die „Fridays for Future“-Bewegung lobte der UN-Chef, dass gerade junge Menschen derzeit auf bemerkenswerte Weise die Führung in puncto Klimaschutz übernommen hätten. Die Initiatorin der Proteste, Greta Thunberg, rechnet damit, es noch rechtzeitig zum großen Klima-Marsch am Freitag nach Madrid zu schaffen. Nach ihrer Atlantik-Überfahrt auf dem Katamaran „La Vagabonde“ werde sie voraussichtlich am Dienstag in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon anlanden, twitterte die 16-Jährige. Von dort sind es noch 600 Kilometer bis nach Madrid.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hob die besondere Bedeutung der kommenden Monate für den Kampf gegen den Klimawandel hervor. „Der internationale Klimaschutz tritt in eine entscheidende Phase. (...) Das Pariser Abkommen gibt vor, dass alle Staaten bis zur nächsten Weltklimakonferenz Ende 2020 in Glasgow ihre überarbeiteten nationalen Klimaschutzbeiträge vorlegen müssen. Das ist die Chance für den nächsten großen Schritt beim Klimaschutz“, erklärte die SPD-Politikerin am Sonntag in Berlin.

Das waren bisher die wichtigsten Klimakonferenzen bisher:

Die Konferenz in Madrid baut auf eine Reihe von Treffen auf, in denen Staaten hart um den Klimaschutz gerungen haben. Nun sollen viele von ihnen zu ehrgeizigeren Klimaschutzplänen gedrängt werden. Es geht auch darum, wie mit Klimaschutz-Erfolgen gehandelt werden kann – und um Geld für ärmere Länder bei Klimaschäden.

  • Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992: Nach der Klimarahmenkonvention von Rio darf der Ausstoß der Treibhausgase nur so weit steigen, dass sich die Ökosysteme an die Erderwärmung anpassen können und „die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird“. Mit der Klimarahmenkonvention legen die Teilnehmer den Grundstein für die UN-Klimakonferenzen.
  • Klimakonferenz Nr. 3 in Kyoto 1997: Im Kyoto-Protokoll gehen die Industrieländer den ersten Schritt und vereinbaren, ihren Treibhausgas-Ausstoß von 1990 bis 2012 um insgesamt mindestens 5 Prozent zu senken. Die USA ratifizieren das Protokoll nicht.
  • Klimakonferenz Nr 15. in Kopenhagen 2009: Die Staaten scheiterten damit, einen weltweiten Klimavertrag zu vereinbaren. Sie nehmen nur „zur Kenntnis“, dass die Erdtemperatur um nicht mehr als zwei Grad steigen sollte.
  • Klimakonferenz Nr. 19 in Warschau 2013: Die Konferenz stellt den „Warschauer Mechanismus“ auf, der zunächst noch sehr unkonkret ist. Damit sollen Industrieländer ärmere Staaten bei klimawandelbedingten Verlusten und Schäden unterstützen.
  • Klimakonferenz Nr. 21 in Paris 2015: Die Erderwärmung soll auf deutlich unter 2 Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad begrenzt werden. Da die Klimaziele der Länder dafür nicht ausreichen, sollen sie diese nachbessern. Von 2020 bis 2025 sollen die Industriestaaten jährlich 100 Milliarden Dollar Klimahilfen für Entwicklungsländer bereitstellen. Später soll der Betrag steigen.

(dpa/moi)