Neuregelungen

Streaming, Pflege, eID: Das ändert sich im November

Im November führt Deutschland die eID-Karte ein.

Im November führt Deutschland die eID-Karte ein.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

EU-Bürger können sich bald einfacher ausweisen, Google startet einen eigenen Streaming-Dienst – das sind die Änderungen im November.

Berlin. Der Bund geht einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung. Das betrifft dieses Mal Unternehmer, die ihre Rechnungen an öffentliche Behörden stellen wollen. Lesen Sie hier, was es dabei ab November zu beachten gilt und welche weiteren Änderungen es in diesem Monat gibt.

Änderungen im November: Elektronische Identifizierung

Über die Online-Ausweisfunktion (eID-Funktion) des Personalausweises können sich Bürger in Deutschland sicher elektronisch ausweisen. Diese Funktion ist bisher aber nicht für jeden zugänglich. Unionsbürger und deutsche Staatsangehörige, die im Ausland leben, können die Funktion nicht nutzen. Das soll sich nun ändern.

Die Bundesregierung führt die eID-Karte ein. Dabei handelt es sich um eine Chipkarte mit den wichtigsten Daten wie Name, Anschrift, Geburtsdatum. EU-Bürger sollen sich damit einfach und sicher elektronisch ausweisen. Das ist zum Beispiel nötig, wenn man online ein Führungszeugnis beantragen oder eine Steuererklärung abgeben will. Warum sich ein Einspruch beim Steuerbescheid lohnen kann.

Deutsche im Ausland können hier zudem auch ihre Auslandsadresse eintragen lassen. Der Chip wird für zehn Jahre ausgestellt. Die Antragsteller müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Reform der Qualitätsprüfung in Pflegeheimen

Nach jahrelanger Kritik wird der alte Pflege-TÜV abgelöst. Bisher erhielten die Heime oft Bestnoten. Man konnte an ihnen kaum ablesen, wie gut die insgesamt 700.000 Heimbewohner jeweils wirklich versorgt werden. So lag der bundesweite Gesamtdurchschnitt im September bei 1,2. Zudem wurde vor allem die Dokumentation der Pflege-Arbeit in Unterlagen geprüft.

Nun sollen Qualität und mögliche Missstände in einem zweistufigen Verfahren gemessen werden. Die Heime selbst sollen Daten liefern zu zehn Themen - etwa wie gut sie die Mobilität der Bewohner erhalten oder wie selbstständig diese noch Körperpflege und anderes machen können. Startschuss war bereits im Oktober, ab November wird es aber richtig ernst. Dann soll bei jedem Bewohner jedes halbe Jahr gemessen und an eine Datenstelle gemeldet werden.

Alle 14 Monate sollen zudem Prüfer der gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Qualität der einzelnen Heime zu 24 Aspekten prüfen und dabei auch die Stimmigkeit der gesammelten Daten bewerten.

Geprüft werden soll unter anderem, wie gut die Unterstützung der Bewohner beim Essen und Trinken, die Wundversorgung oder die Unterstützung bei der Strukturierung des Tags ist. Die Heimprüfer sollen angemeldet kommen und jeweils neun Bewohner begutachten - aber die Heime dabei auch beraten.

Behörden müssen elektronische Rechnungen annehmen

Es soll ein weiterer Schritt zur Digitalisierung des Rechnungsaustausches sein. Schon im September 2017 wurde die E-Rechnungsverordnung verabschiedet. Nun tritt sie gestaffelt in Kraft. Bereits seit dem 27. November 2018 sind die obersten Bundesbehörden und Verfassungsorgane verpflichtet, elektronische Rechnungen anzunehmen. Ab dem 27. November 2019 gilt das auch für alle anderen öffentlichen Auftraggeber des Bundes.

Im letzten Schritt werden ab November 2020 alle Unternehmer, die mit der öffentlichen Hand zusammenarbeiten und eine Rechnung stellen wollen, verpflichtet dies auf elektronischem Weg zu tun. Die Rechnungsübermittlung funktioniert über ein Verwaltungsportal, für das sich Unternehmer mit einem Nutzerkonto registrieren müssen.

Google startet Streaming-Dienst „Stadia“

Googles Cloud-Gaming-Dienst Stadia nimmt am 19. November den Betrieb auf. Mit Stadia laufen Videospiele nicht mehr auf heimischen Computern oder Konsolen, sondern auf virtuellen Rechnern in großen Rechenzentren. Spieler streamen mit Stadia nur das Videobild ihres Spiels.

Durch die theoretisch grenzenlose Rechenleistung der Rechenzentren sollen laut Google völlig neue Spielmodelle möglich sein. Google spricht etwa von einem übergangslosen Sprung aus einem Youtubevideo direkt in das passende Spiel oder von riesigen Spielewelten mit Echtzeit-Ereignissen.

Für frühe Nutzer hat Google seit dem Sommer einen Zugang über eine sogenannte Founders Edition verkauft. Eine Grundversion von Stadia mit eingeschränkten technischen Möglichkeiten soll es kostenlos geben. Für hochauflösende Grafik und Extraspiele wird ein monatlicher Betrag fällig. Außerdem müssen die einzelnen Spiele jeweils gekauft werden. (jb/dpa)

Die Änderungen der vergangenen Monate zum Nachlesen:

zeitumstellung, pflege, i-kfz- das ändert sich im oktober