Debatte

Rassismusvorwurf gegen Trump nach Twitter-Tirade

Trump setzt Angriffe auf Demokratinnen mit Migrationshintergrund fort

Man könne die Frauen ja "zurückschicken", so Trump während einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina.

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Trump hat auf Twitter einen Teil der Stadt Baltimore als „widerliches Chaos“ bezeichnet. Der Abgeordnete dieses Bezirks wehrt sich.

Washington. Dem US-Präsidenten Donald Trump wird erneut Rassismus vorgeworfen. Auf Twitter hatte er über einen Wahlbezirk in der Stadt Baltimore dass es dort „widerliches Chaos“ gebe. Trump hatte sich über den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings aufgeregt.

Cummings habe die Angestellten des Grenzschutzes mit seinen Tiraden schikaniert, während in seinem Wahlbezirk Baltimore doch viel schlimmere und gefährlichere Bedingungen herrschten, schrieb Trump.

„Cummings Bezirk ist ein widerliches, von Ratten und Nagetieren befallenes Chaos. Wenn er mehr Zeit in Baltimore verbringen würde, könnte er vielleicht dazu beitragen, diesen sehr gefährlichen und schmutzigen Ort aufzuräumen“, schrieb Trump.

Mit der Attacke löste Trump erneut Wirbel aus. Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, schrieb auf Twitter, Cummings sei ein „hoch geschätzter“ Kollege. Man werde rassistische Attacken auf ihn nicht hinnehmen.

Abgeordneter verteidigt sich auf Twitter gegen Donald Trump

Cummings ist ein Gegner des Präsidenten und hatte die restriktive Migrationspolitik der Trump-Administration an der Südgrenze zuletzt angeprangert. Vor allem die Bedingungen in den Internierungslagern stehen landesweit heftig in der Kritik. Als Vorsitzender des Kontrollausschusses treibt Cummings zudem mehrere Untersuchungen gegen die Regierung voran.

Der Abgeordnete verteidigte sich am Samstag gegen Trumps Kritik. „Ich wache jeden Morgen auf und kämpfe für meine Nachbarn“, schrieb er auf Twitter. Trump stand in der vergangenen Woche heftig in der Kritik, weil er vier Abgeordnete der Demokraten immer wieder attackiert hatte.

Trump hetzte zuletzt gegen Demokratinnen. Der US-Präsident forderte sie auf in ihre Heimat zurückzukehren. Alle sind jedoch US-Bürgerinnen. Er setzte die Attacken auch nach Kritik fort. Die Demokraten verurteilten die Äußerungen des Präsidenten als rassistisch. (dpa/ac)

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