Rekordsumme

Deutsche Briefmarke für 1,26 Millionen Euro versteigert

Ein Brief mit der Briefmarke „Baden-Fehldruck 9 Kreuzer“. Sie war Teil der Sammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub.

Ein Brief mit der Briefmarke „Baden-Fehldruck 9 Kreuzer“. Sie war Teil der Sammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub.

Foto: Auktionshaus Heinrich Köhler / dpa

Für 1,26 Millionen Euro ist eine Briefmarke des ehemaligen Tengelmann-Chefs Haub versteigert worden. Es ist ein spezielles Exemplar.

Wiesbaden. Eine Briefmarke aus der Sammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub ist für eine überraschend hohe Summe versteigert worden. Bei einer Auktion in Wiesbaden ersteigerte ein anonymer Bieter die Briefmarke „Baden-Fehldruck 9 Kreuzer“ für 1,26 Millionen Euro.

Beim Druck der Marke aus dem Jahr 1851 sei versehentlich zu grünem statt rosafarbenem Papier gegriffen und damit eine philatelistische Berühmtheit geschaffen worden, teilte das Heinrich Köhler Auktionshaus mit. Als Philatelie wird die Briefmarkenkunde bezeichnet.

Einstiegsgebot von 800.000 Euro

Gestartet war die Auktion, an der sich zwei Bieter im Saal und zwei weitere Bieter am Telefon beteiligten, mit einem Einstiegsgebot von 800.000 Euro. Den Zuschlag habe schließlich einer der Bieter aus dem Saal bekommen, der aber anonym bleiben wolle, sagte der Auktionshaus-Geschäftsführer Karl Louis.

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„Das Sieggebot ist für uns überraschend höher ausgefallen als gedacht“, erklärte Louis. In der deutschen Philatelie gebe es sonst keine Marke, die die Millionengrenze überschritten habe. Der Geschäftsführer des Bundes Deutscher Philatelisten, Reinhard Küchler, sagte zu dem erzielten Preis: „Das ist die Champions League. Das Ding ist aber auch einfach toll. Und es wäre wunderschön, wenn man es mal irgendwo sehen könnte.“

Das ist Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub

30 weitere Auktionen für Erivan-Sammlung geplant

Der Baden-Fehldruck hat den Angaben zufolge letztmals 1985 den Besitzer gewechselt. Für die Versteigerung der gesamten Erivan-Sammlung sind in den kommenden fünf Jahren insgesamt 30 Auktionen weltweit geplant. Der Unternehmer hat nach Einschätzung von Experten im Laufe seines Lebens eine der bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre weltweit zusammengetragen. Haub war 2018 bei einer Skitour verstorben. (jb/dpa)