Iran-Krise

Bericht: US-Plan zu Einsatz von 120.000 Soldaten wegen Iran

Der amtierende US-Verteidigungsminister hat einen Plan zur Entsendung von 120.000 Soldaten in den Mittleren Osten überarbeitet.

Der amtierende US-Verteidigungsminister hat einen Plan zur Entsendung von 120.000 Soldaten in den Mittleren Osten überarbeitet.

Foto: Chung Sung-Jun / Getty Images

Wollen die USA 120.000 Soldaten in den Mittleren Osten verlegen? Es gibt einen Bericht über einen Plan. Es gehe nicht um eine Invasion.

Washington. Wie würde die Entsendung von 120.000 US-Soldaten in den Mittleren Osten laufen? Das prüft die Regierung in Washington einem Medienbericht zufolge. Angeblich geht es um eine Reaktion auf den Fall, dass der Iran beschleunigt an Atomwaffen arbeite oder US-Truppen angreife.

Wie die „New York Times“ berichtet, habe der amtierende Verteidigungsminister Patrick Shanahan den Plan bereits am vergangenen Donnerstag Präsident Donald Trumps Sicherheitsberatern vorgelegt.

US-Invasion des Iran laut Plänen wohl nicht vorgesehen

Trumps Berater für Nationale Sicherheit, John Bolton, hat dem Bericht zufolge die Überarbeitung der Pläne angeordnet. Bolton hatte schon unter Präsident George W. Bush auf eine Konfrontation mit dem Iran gedrängt; Bolton gilt als einer der Architekten des Irak-Krieges. Der Plan spiegele den Einfluss Boltons wider, heißt es bei der „New York Times“.

Eine Invasion des Irans sehe der Plan nicht vor; dafür wären erheblich mehr Truppen nötig, hieß es. Beim Einmarsch in den Irak 2003 hätten die USA allerdings Truppen einer ähnlichen Größenordnung eingesetzt. Unklar sei, ob Trump der Entsendung einer solch großen Anzahl Soldaten in die Region zustimmen würde.

Hintergrund: Atomstreit: Droht Krieg zwischen Iran und den USA?

Berichte über angebliche Sabotageangriffe auf Schiffe

Der Konflikt der USA mit dem Iran hat sich mit der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen die Islamische Republik und Berichten über angebliche Sabotageangriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf verschärft. Dort gab es nahe des Emirats Fudschaira nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) „staatsfeindliche Operationen“ gegen vier Schiffe aus verschiedenen Ländern.

Der VAE-Staatsminister für Auswärtiges, Anwar Gargasch, teilte mit, die Angriffe würden untersucht. Der US-Sondergesandte Brian Hook sagte auf die Frage, ob man den Iran dahinter vermute: „Dazu habe ich keinen Kommentar.“

Hintergrund: Konflikt mit USA: Wie groß ist die Bedrohung durch den Iran?

US-Außenminister Mike Pompeo sucht derzeit international Unterstützung für die harte Haltung der USA. Am Montag kam er ohne Einladung zum EU-Außenministertreffen; am Dienstag trifft er in Sotschi seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow.

Ein Jahr, nachdem die USA einseitig ihren Ausstieg aus dem Atomabkommen verkündet hatten, hat der Iran einen Teilausstieg verkündet. Die Bundesregierung und die EU äußerten sich besorgt über die Gefahr einer militärischen Eskalation am Persischen Golf, wo die USA mit Militärstützpunkten, ihrer Luftwaffe und Flotte präsent sind. (dpa/moi)