Truppenverlegung

USA senden Flugzeugträger und Bomber Richtung Iran

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln wir in den Mittleren Osten verlegt.

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln wir in den Mittleren Osten verlegt.

Foto: Kaitlin Mckeown / dpa

Die USA sehen den Iran als Aggressor in Konfliktregionen wie dem Gazastreifen, dem Jemen und Venezuela. Die USA reagieren nun darauf.

Washington.  Der Streit zwischen den USA und dem Iran verschärft sich: Die USA verlegen einen Flugzeugträger und Kampfflugzeuge in die Nachbarschaft des islamischen Regimes. Wie der Nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, John Bolton, am Sonntag mitteilte, werde der Flugzeugträge USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel der US-Streitkräfte in den Mittleren Osten verlegt.

Wo genau das Schiff und die Flugzeuge stationiert werden, blieb zunächst unklar. Bolton sprach lediglich von einer Verlegung in die Region, für die das Streitkräftekommando Centcom zuständig ist. Centcom überwacht ein Gebiet von Syrien im Westen bis nach Pakistan im Osten.

Der als außenpolitischer Hardliner bekannte Sicherheitsberater begründete den Schritt mit „einer Reihe beunruhigender und eskalierender Anhaltspunkte und Warnzeichen“, auf die man nun reagiere. Die USA wollten eine „klare und unmissverständliche Botschaft an das iranische Regime senden, dass jedem Angriff auf die Interessen der Vereinigten Staaten oder auf die ihrer Verbündeten mit unerbittlicher Kraft begegnet wird“.

USA: Iran spielt auch Rolle im Konflikt im Gazastreifen

Die USA werfen dem Iran eine ganze Reihe aggressiver Handlungen vor. Unter anderem soll das Land in Venezuela die Regierung von Nicolás Maduro unterstützen, den die Vereinigten Staaten als Usurpator betrachten und entmachtet sehen wollen. Auch hinter Konflikten in Syrien, im Jemen und im Gazastreifen vermuten die USA iranische Interessen. Vor allem im Nahen Osten ist der Konflikt in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt. So hieß es: Wieder Gewalt – Tote und Verletzt in Israel und Gazastreifen.

Die USA wollten keinen Krieg mit dem Iran, hieß es in der Stellungnahme Boltons. „Aber wir sind voll vorbereitet, auf jeden Angriff zu antworten, ob er von Stellvertretern, den islamischen Revolutionsgarden oder den regulären iranischen Streitkräften vorgetragen wird.“

Teheran gibt sich nach Drohung gelassen

Der iranische Sicherheitsrat (SNSC) reagierte gelassen auf die Verlegung des Flugzeugträgers. Er sei laut SNSC bereits vor 21 Tagen routinemäßig ins Mittelmeer eingelaufen. Der Versuch von Bolton, den Schritt als eine militärische Warnung an den Iran darzustellen, wurden von SNSC-Sprecher Kejvan Chosrawi als „dilettantisch“ eingestuft.

„Bolton wollte sich nur aufspielen“, sagte er der Nachrichtenagentur IRNA am Montag. Außerdem hätten die US-Truppen laut Chosrawi „sicherlich kein Interesse, die Fähigkeiten der iranischen Streitkräfte kennenzulernen“.

Die USA haben sich Ende vergangenen Jahres aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen. Im selben Zuge ließen sie alte Sanktionen wieder aufleben und verhängten noch dazu neue. Derzeit steht der Iran unter den schärfsten Sanktionen seiner Geschichte. Letzte Ausnahmen für Ölimporte aus dem Iran für die größten Bezieher wie China und Indien wurden vor wenigen Tagen aufgehoben. US-Präsident Donald Trump will Teheran den Öl-Hahn zudrehen.

Experten befürchten, dass der Iran seinerseits aus dem Atomabkommen austreten oder die Straße von Hormus als wichtigsten Öllieferweg der Welt abriegeln könnte. Dann könnten auch Öltanker anderer Golfstaaten nicht mehr operieren. In einem solchen Fall würde die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung drastisch steigen. (dpa/ac)