Flugzeug

Erneute Regierungsflieger-Panne: Maas verpasst Termin bei UN

Der Regierungsflieger „Konrad Adenauer“ im Juni 2018. Der Airbus A340 wird immer mehr zum Pannen-Jet.

Der Regierungsflieger „Konrad Adenauer“ im Juni 2018. Der Airbus A340 wird immer mehr zum Pannen-Jet.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Der Regierungsflieger „Konrad Adenauer“ hat gerade eine viermonatige Generalüberholung hinter sich. Nun gab es wieder eine Panne.

Berlin. Der Regierungsflieger „Konrad Adenauer“ hatte nach einer viermonatigen Generalüberholung gerade wieder seinen ersten Flug hinter sich gebracht, da muss er schon wieder in die Werkstatt: Nach der Landung am Montag in New York wurde eine Reifenpanne festgestellt. Das Flugzeug musste auf dem Airport John F. Kennedy abgeschleppt werden.

Der Airbus mit Heiko Maas (SPD) an Bord war am frühen Montag in Berlin losgeflogen. Der Außenminister verpasste durch die Panne seinen ersten Termin in den USA: Für 9.30 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr) war eine Auftakt-Veranstaltung zum gemeinsamen deutsch-französischen Vorsitz im UN-Sicherheitsrat angesetzt, die Maas nur verspätet erreichen konnte.

Die „Konrad Adenauer“ war generalüberholt worden, nachdem sie Ende November mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an Bord auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires Probleme hatte. Merkels Flug wurde abgebrochen und die Maschine zum Flughafen Köln/Bonn geleitet.

Regierungsflieger-Panne ließ Maas Geburtstag seines Sohnes verpassen

Zuletzt hatte es wiederholt Probleme mit Regierungsmaschinen gegeben. Schon Anfang März war Heiko Maas betroffen, als der Minister wegen einer Flugzeugpanne im westafrikanischen Mali festsaß, außerplanmäßig eine Nacht im Hotel verbringen musste und den Geburtstag seines Sohnes verpasste.

Ende Januar konnte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wegen eines Defekts der Maschine „Theodor Heuss“ erst mit drei Stunden Verspätung von Äthiopien nach Berlin zurückfliegen. Anfang Januar hatte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auf seiner Afrika-Reise aufgrund eines Flugzeug-Defekts seinen Stopp in Namibia streichen müssen. Damals brachte eine Panne an einer Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr den Terminplan durcheinander. Und im Oktober legten Nagetiere in Indonesien die Maschine von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) lahm.

Am gravierendsten war jedoch die Panne, die Angela Merkel Ende Dezember eine verspätete Anreise zum G20-Gipfel in Buenos Aires einbrockte. Die Maschine war bereits über den Niederlanden, als sie wenden und in Köln zwischenlanden musste.

Ein defektes Bauteil – eine zentrale Schalteinheit in der Bordelektronik („Transformer Rectifier Unit“) – hatte am 29. November gleich zwei Funksysteme lahmgelegt, die sich im Notfall gegenseitig ersetzen sollen. Außerdem konnte der Pilot durch den Defekt kein Kerosin in der Luft ablassen, um das Landegewicht zu verringern.

Drei neue Langstreckenmaschinen sollen beschafft werden

Der CSU-Politiker Müller hatte sich lautstark über die Pannen beschwert. Sie seien ein Debakel für Deutschlands Ruf als High-Tech-Land, schimpfte er, das Ganze schade der Marke „Made in Germany“.

Derzeit gehören 14 Flugzeuge der Hersteller Airbus und Bombardier zur Flugbereitschaft. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat inzwischen die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben. „Das ist auch nötig, ich glaube, das merken alle“, sagte sie Anfang Februar bei der Verkündung dieses Schritts. (ba)