DFL-Auktion

Sat.1 kauft überraschend Live-Rechte für Bundesliga-Spiele

Fußball-Fan zu Geisterspiel: "Da fehlt natürlich was"

Viele Fußball-Fans haben sich auf diesen Moment gefreut: Der Ball rollt wieder. Wegen der Corona-Maßnahmen finden die Spiele der Bundesliga allerdings ohne Publikum im Stadion statt. Bei der Partie Union Berlin gegen Bayern München haben es sich einige Fans jedoch nicht nehmen lassen, vor dem Stadion An der Alten Försterei in Berlin zu warten.

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Sat.1 hat überraschend eines der Rechte-Paket für Bundesligaspiele erworben. Wir erklären, was die Auktion der DFL-Rechte ergeben hat.

Berlin. 

  • Sat.1 hat bei der Medienrechte-Auktion der Fußball-Bundesliga überraschend ein Live-Rechtepaket erworben
  • Die DFL erzielte mit dem Verkauf der Rechtepakete insgesamt rund 4,4 Milliarden Euro – der erste Rückgang im Vergleich zur vorherigen Versteigerung seit 2002
  • Die Bundesliga ist ab 2021 außerdem bei Sky, DAZN, Sport1 sowie in der ARD und im ZDF sehen
  • Amazon hat sich wie die Telekom zurückgehalten und keines der insgesamt sieben audiovisuellen Live-Rechtepakete gekauft

Ob die Bundesliga in der kommenden Saison wieder Fans in den Stadien haben wird, ist angesichts der Corona-Krise noch immer unklar. Fußballfans, die die Spiele im TV sehen, können sich aber bereits jetzt auf eine Neuerung einstellen.

So hat Sat.1 bei der Auktion der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga überraschend ein Live-Rechtepaket erworben. Der TV-Sender darf nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur von 2021 an pro Saison neun Spiele im Free-TV zeigen. Mit seinem Sportformat „Ran“ hatte Sat.1 bereits früher Bundesligaspiele gezeigt, war in den letzten Jahren aber nicht mehr in den Bundesliga-Stadien vertreten.

Diese Bundesliga-Spiele laufen 2021 bei Sat.1

Zu den Begegnungen, die Sat.1 zeigen wird, gehören:

  • der Supercup
  • Erstliga-Partien am 17. und 18. Spieltag
  • vier Relegationsspiele
  • das Eröffnungsspiel der 1. und 2. Bundesliga
  • das Auftaktspiel zur Rückrunde in der 1. Bundesliga

Offiziell verkündet wurden die Ergebnisse der Medienrechte-Auktion von der Deutschen Fußball Liga (DFL) an diesem Montag nach der Mitgliederversammlung der 36 Profivereine. Dort erfuhren die Clubs, was die Medienunternehmen in den vier Spielzeiten von 2021/2022 an ausgeben, um bewegte Bilder zu zeigen.

Wohl vor allem wegen der Corona-Pandemie mussten die Vermarkter einen Rückgang bei den Einnahmen hinnehmen. Für die nächsten vier Spielzeiten wird die DFL 4,4 Milliarden Euro einnehmen. Damit gibt es erstmals seit der Kirch-Pleite 2002 keine Steigerung der Erlöse. Die vorherige Auktion hatte 4,64 Milliarden Euro für vier Spielzeiten eingebracht. Das war eine Steigerung von mehr als 80 Prozent, zu den Erlösen der vorherigen Vergabe.

DFL-Boss Christian Seifert zeigte sich dennoch zufrieden: „Das ist immer noch sehr viel Geld. Die Klubs haben Planungssicherheit bis 2025.“

Sky und DAZN zeigen 2021 wieder Bundesligaspiele

200 Live-Spiele laufen von 2021 an bei Sky, 106 Partien bei DAZN. Auch die Traditionssendungen „Sportschau“ und „Aktuelles Sportstudio“ zeigen demnach bis 2025 Zusammenfassungen. ARD und ZDF haben sich entsprechende Rechtepakete gesichert.

Vor allem Fans der 2. Bundesliga dürfen sich freuen. Parallel zu Sky wird Sport1 Samstagabendspiele im Free-TV übertragen.

Diese Bundesligaspiele zeigt Sky 2021

  • Konferenzen der Spiele am Samstag, Dienstag und Mittwoch
  • Samstagabendspiel
  • Einzelspiele am Samstag, Dienstag und Mittwoch
  • Supercup
  • Relegationsspiele der 1. und 2. Bundesliga
  • Spiele der 2. Bundesliga von Freitag, Samstag und Sonntag

Diese Bundesligaspiele zeigt DAZN 2001

  • Bundesligaspiele am Freitagabend
  • Bundesligapartien am Sonntag

Der im Vorfeld als aussichtsreicher Kandidat gehandelte Onlinehändler Amazon hat sich wie die Telekom zurückgehalten und keines der insgesamt sieben audiovisuellen Live-Rechtepakete gekauft. Damit entfällt zur neuen Saison auch die Audioübertragungen der Bundesliga von Amazon.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sich im Interview mit unserer Redaktion dafür ausgesprochen, in der neuen Saison wieder Publikum in die Stadien zu lassen. „Nicht sofort, nicht wie vor dem Corona-Ausbruch, aber mit reduzierten Zuschauerzahlen und so, dass die Abstände zwischen den Stadionbesuchern eingehalten werden“, sagte er im Gespräch.

(dpa/jha/sid/jas)