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Wie „Rosenheim-Cop“ Karin Thaler für gute Laune sorgt

Karin Thaler im Juli 2019 bei einer Gala in München.

Karin Thaler im Juli 2019 bei einer Gala in München.

Foto: via www.imago-images.de / imago images / Spöttel Picture

TV-Schauspielerin Karin Thaler (54) im Interview über die „Rosenheim-Cops“, systemrelevante Berufe und Gegensätze, die sich anziehen.

Berlin. In Zeiten wie diesen braucht man Menschen wie Karin Thaler. Das liegt nicht nur darin, dass die Schauspielerin mit ihren „Rosenheim-Cops“ (aktuelle Wiederholungen der achten Staffel montags bis freitags um 16.10 Uhr im ZDF) für gute Laune sorgt. Auch im Gespräch sprudelt die 54-Jährige vor positiver Energie über – weil sie es geschafft hat, im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht herunterziehen zu lassen.

Sie haben ja wie alle ein paar komplizierte Wochen hinter sich. Worauf freuen Sie sich aktuell am meisten?

Karin Thaler: Geliebte Menschen wieder zu treffen und zu arbeiten. Ich bin zwar auch mal gerne alleine, aber nur dann, wenn ich es will. Nicht, weil jemand mir das sagt. Aber für Künstler ist es schon schwierig. Die Haltung der Politik, dass wir nicht systemrelevant sind, ist sehr hart.

Können Sie sagen, warum Sie systemrelevant sind?

Thaler: Ich muss nur an die vielen Leute denken, die mich ansprechen und sagen: „Mein Gott, sind wir froh, dass es ‚Die Rosenheim-Cops’ jeden Tag gibt. Die Serie schauen wir jeden Tag, und wenn es das fünfte Mal ist. Das baut uns auf. Allein damit machen wir so viele Menschen glücklich – vor allem die Älteren, die die Krise sehr trifft.

Sie sind gebürtige Niederbayerin. Wenn der Titel der Serie „Eckernförde-Cops“ gelautet hätte, hätten Sie sich auch dafür engagieren lassen?

Thaler: Ich arbeite für Geld. Der Titel wäre mir relativ wurst gewesen. Abgesehen davon weiß man ja nicht im Vorhinein, wie lange das läuft. Dass wir jetzt schon ins 21. Drehjahr gehen, ist für uns alle wie ein Lottogewinn.

Fühlen Sie sich auch außerhalb Bayerns heimisch?

Thaler: Ich habe grundsätzlich kein so starkes Heimatgefühl. Heimat hängt bei mir mit Menschen zusammen – meinem Mann, meiner Mama, meiner Schwester, meiner besten Freundin, die mit ihrer Tochter – meinem Patenkind – immer noch in meiner Heimatstadt Deggendorf lebt. Wir sehen uns alle vier bis sechs Wochen übers Wochenende. Allerdings hätte ich mir nicht vorstellen können, in Berlin oder Hamburg zu leben, denn ich brauche den bayerischen Dialekt um mich herum. Der strahlt so eine Wärme aus, die mir gut tut.

Sie können die Serie ja selbst nicht so wahrnehmen können wie ein normaler Zuschauer und sich damit positiv aufladen. Was hilft Ihnen bei Tiefpunkten?

Thaler: Ich habe da nichts Spezielles. Wichtig ist das Entschleunigen. Ich versuche mir Zeit zu nehmen, sei es fürs Radfahren, in die Sauna gehen, mir eine tolle Maske ins Gesicht klatschen, etwas zu Essen machen, mir gutzutun. Aber wenn man unten ist, dann muss man das wie jeder andere aussitzen. Dann rolle ich mich auf der Couch ein, mache mir einen schönen Tee und warte ab, bis es wieder besser wird. Oder ich quatsche mit Freundinnen oder meiner Schwester. Meine Schwester und ich haben so ein super Verhältnis. Wenn wir zusammen sind, haben wir Lachflashs ohne Ende. Wenn wir miteinander telefonieren, dann ist man ganz schnell wieder gut drauf.

Ist Ihr Mann, mit dem Sie dieses Jahr 23 Jahre verheiratet, genauso gepolt? Oder gilt der Satz: Gegensätze ziehen sich an?

Thaler: Gegensätze ziehen sich an.

Was heißt das bei Ihnen beiden genau?

Thaler: Er ist absoluter Realist und viel kritischer als ich. Ich zwinkere viele Sachen weg, denn ich möchte sie gar nicht so an mich ranlassen, weil sie mich nur runterziehen. Er bringt mir dann manche Themen, auch Politisches nahe, so dass ich die Zusammenhänge verstehe. Aber im Grunde bin ich so wie ein Schmetterling. Ich mag es umherzufliegen und zu lachen, dann setze ich mich auf die nächste Blume. So lange die schön feucht und bunt ist und mir Saft gibt, nutze ich sie. Wenn es mir nicht mehr taugt, fliege ich weiter. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich vom Sternzeichen Zwilling bin.

Hätten Sie das erwartet, als Sie ihn kennenlernten?

Thaler: Absolut nicht. Es gibt so die Vorstellung von Liebe auf den ersten Blick. Doch bei uns war das einfach eine Laune, ein Flirt. Meine Schwester und ich haben getanzt, er hat auf der Bühne gespielt. Ich sage immer „Ich habe meinen One-Night-Stand geheiratet.“ Meine Oma hat mir damals abgeraten: „Im Nachtleben wirst du nie den richtigen Mann kennenlernen. Bloß nicht in der ersten Nacht mit ihm ins Bett, und einen Musiker schon gar nicht.” Alles habe ich falsch gemacht und zugleich richtig.

Sie sagten einmal, Sie wollten ein paar Leben mit ihm haben. Könnte es nach diesem einen Leben also weitergehen?

Thaler: Ich hoffe, dass es was gibt, aber ich weiß es nicht. Ich stelle nur fest, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergeht. Und aus dem Grund finde ich, dass man Sachen gleich machen und nicht lange aufschieben soll. Ich lebe jetzt, ich genieße jetzt. Ich hebe mir schöne Klamotten nicht auf, sondern ziehe sie gleich an. Deshalb haben wir uns auch eine Wohnung am Meer gekauft. Das war immer mein Traum, und ich sagte zu meinem Mann „Das machen wir jetzt, und nicht erst, wenn wir alt sind.“