Nachrichtensendung

ARD verlängert „Tagesthemen“ – und plant weitere Änderungen

Die ARD will ihren „Tagesthemen“ künftig mehr Sendezeit einräumen.

Die ARD will ihren „Tagesthemen“ künftig mehr Sendezeit einräumen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Die Intendanten der ARD planen längere „Tagesthemen“ und mehr regionale Themen. An einem Tag werden die Nachrichten doppelt so lang.

Köln. Die ARD will die „Tagesthemen“ verlängern und dabei regionalen Themen mehr Platz einräumen. Das kündigte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow am Mittwoch nach einer Sitzung mit seinen Intendanten-Kollegen aus den anderen ARD-Anstalten an. Es gehe darum, die beiden Stärken des Verbunds, die Information und die regionale Präsenz, stärker zur Geltung zu bringen. An dem genauen Konzept werde noch gearbeitet.

Beschlossen sei bereits, die „Tagesthemen“ am Freitag auf 30 Minuten zu verlängern – bislang ist die Nachrichtensendung zum Wochenausklang nur halb so lang. ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte dazu: „Wir haben da immer ein bisschen Rücksicht genommen auch auf andere, konkurrierende Wettbewerber“, sagte er. Aber das könne man in einer Zeit, in der Information einen großen Stellenwert habe, nicht aufrechterhalten.

„Tagesthemen“ sollen auch montags bis donnerstags länger werden

Darüber hinaus soll der Berichterstattung aus den Regionen Deutschlands mehr Platz eingeräumt werden. Buhrow sprach davon, die „gesamte Lebenswirklichkeit“ abbilden zu wollen. Oft fielen Beiträge, die nicht im engeren Sinne als „politischer Journalismus“ zu bezeichnen seien, leicht mal hinten runter – aus Zeitgründen.

Dazu regen die Intendanten an, die „Tagesthemen“ montags bis donnerstags um fünf Minuten zu verlängern. Die ARD-Chefredakteure und die Redaktion „ARD aktuell“ sollen ein entsprechendes Konzept erarbeiten und zur Entscheidung vorlegen. Zuvor hatte darüber das Online-Medienportal „Übermedien“ berichtet.

ARD-Etat für Sport soll eingefroren werden

Ein weiteres Thema der Intendanten-Sitzung war der ARD-interne Finanzausgleich. Ergebnis: Mit einem zusätzlichen Millionenbetrag sollen der Saarländische Rundfunk (SR) und Radio Bremen in den nächsten Jahren finanziell stärker entlastet werden. Von 2021 bis 2024 soll die Finanzausgleichsmasse von derzeit 1,6 Prozent des Rundfunkbeitragsaufkommens der ARD-Gemeinschaft stufenweise auf 1,8 Prozent für die beiden kleinsten der insgesamt neun Sender steigen.

Umgerechnet könnten so rund 34,5 Millionen Euro zusätzlich zusammenkommen. Die ARD will dafür den Sportetat auf dem jetzigen Stand einfrieren. Zudem sollen der SR und Radio Bremen bei den „Tatort“-Produktionen entlastet werden. Das letzte Wort in der Sache haben allerdings die Länder.

(dpa/br/reba)