AfD-Politiker

ZDF-Chefredakteur Frey verbannt Björn Höcke aus Talkshows

Skandale und Gäste-Rankings: Diese fünf Dinge muss man über Polit-Talkshows wissen

Ob "Anne Will", "Hart aber Fair", “Maybrit Illner“ oder “Maischberger“: Polit-Talkshows prägen unsere politischen Debatten. Fünf Dinge, die man über dieseTalkshows wissen muss.

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AfD-Rechtsaußen Björn Höcke wird nicht mehr Gast in ZDF-Talkshows sein. Was Chefredakteur Peter Frey dem Thüringer Politiker vorwirft.

Berlin/Mainz.  ZDF-Chefredakteur Peter Frey hat den umstrittenen AfD-Politiker Björn Höcke zur unerwünschten Person erklärt. „Wir Medien haben niemanden zu erziehen“, sagte Frey in einem von der Wochenzeitung „Die Zeit“ moderierten Streitgespräch mit drei Fernsehzuschauern. „Aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen.“

Gefragt, ob Höcke für das ZDF noch ein möglicher Talkshow-Gast wäre, antwortete der Chefredakteur: „Nein.“ Wer den Thüringer AfD-Vorsitzenden im Oktober bei der Landtagswahl im Freistaat gewählt habe, habe „bewusst rechtsextrem“ gewählt.

Chefredakteur Peter Frey: „ZDF ist nicht links“

Frey hält den deutschen Journalismus jedoch nicht für zu links. „Ich kann das heutige Gerede, der deutsche Journalistenstand hätte einen rot-grünen Einschlag, nicht nachvollziehen. Ich sehe das beim ZDF nicht“, sagte Frey.

„Es stimmt einfach nicht, dass konservative Positionen auf unserem Sender keinen Platz haben“, so Frey weiter. „Zum Glück sind die Zeiten der alten Bundesrepublik vorbei, als man im Sender wusste, wer in welches politische Lager gehörte, und das Karrieren befördert hat.“

Konfrontiert mit Kritik am ZDF-Programm, sagte Frey: „Wir sind zu alt geworden, nicht nur was unsere Zuschauer angeht, sondern auch beim Personal. Und wir sind nicht divers genug. Darunter leiden wir.“

Zu wenig Ostdeutsche im ZDF, zu wenig Migranten im Programm

Ein „wunder Punkt“ sei auch, dass das ZDF zu wenige Führungskräfte mit ostdeutschem Hintergrund habe, sagte Frey. „Ich sage meinen jungen Kollegen immer: Leute, wir leben in einer Zeit, in der es spannender ist, Korrespondent in Magdeburg zu sein als in Washington.“

Frey reagierte in dem Gespräch auch auf Kritik aus dem Verein „Neue deutsche Medienmacher“, wonach das ZDF zu wenige Migranten in Talkshows zu Gast habe: „Leider kriegen wir nicht alle Gäste mit Migrationshintergrund, die wir gern hätten. Manche schlagen unsere Einladung aus, weil sie nach Auftritten schon viele Anfeindungen erlebt haben. Ich finde das besorgniserregend.“