Dokumentation

Hannes Jaenicke präsentiert den Kämpfer für Rebhuhn & Co.

Ein Gruppe Rebhühner (Perdix perdix) bei der Nahrungssuche.

Ein Gruppe Rebhühner (Perdix perdix) bei der Nahrungssuche.

Foto: dpa Picture-Alliance / McPHOTO / picture alliance / blickwinkel/M

In der Reihe „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für...“ gibt das ZDF einen Einblick in eine für viele unbekannte Welt: Die der Rebhühner.

Essen.  Wir stehen am Beginn einer ökologischen Katastrophe, meint Deutschlands renommiertester Vogelforscher Professor Peter Berthold (Konstanz), und das ist täglich sichtbar, wenngleich die Signale vielleicht gar nicht als solche wahrgenommen werden. Der Indikator ist – ausgerechnet das Auto.

Wann hat zuletzt ein dicker Maikäfer mit einem lauten Klatscher sein Ende auf der Frontscheibe gefunden, hat ein fetter Nachtfalter dort einen blutigen Kleckser hinterlassen, aus dem der Scheibenwischer dann einen hartnäckigen Schmierfilm macht? Lang ist’s her. Inzwischen gibt es, dank Pestiziden und bienenschädlicher Neonikotinoide, viel zu wenig Insekten.

Und zu den Leidtragenden gehören unsere gefiederten Freunde.

Hannes Jaenicke führt in die Welt der Rebhühner

Wo vor gar nicht allzu langer Zeit die Wiesen und Gärten noch voller Vögel waren, wo unentwegt vielstimmig gesungen und gezwitschert wurde, herrscht heute weitgehend Stille. Die heimische Vogelwelt, das belegen aktuelle Erhebungen, befindet sich auf rasantem Sinkflug. Bei mehr als der Hälfte der 268 Brutvogelarten in Deutschland ist der Bestand stark rückläufig; ein Drittel der Arten gilt als hochgradig gefährdet. In der inzwischen sechsten Folge der preisgekrönten Tierdoku-Reihe „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für…“ geht der populäre Schauspieler und engagierte Naturschützer zusammen mit Experten wie Professor Berthold der Frage nach, warum unsere Vögel ums Überleben kämpfen müssen und wie es soweit kommen konnte.

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Zur größten Risikogruppe gehört die Familie der Feldvögel, die auf den modernen Ackerflächen keinen geeigneten, auf sie zugeschnittenen Lebensraum mehr finden. In einigen Regionen ist der Bestand an Feldlerchen, Rebhühnern oder den bodenbrütenden Kiebitzen in den letzten Jahren um 90 Prozent zurückgegangen. Was einmal normal war – ein fünfprozentiger Feldbewuchs mit Wildkräutern –, gilt heute als wertmindernde Verunreinigung mit der Folge fast 100-prozentig reiner Monokulturen.

Weil die anfälliger für Schädlinge und Krankheiten sind, wird mit massivem Gifteinsatz vorgebeugt. Den Vögeln fehlt das proteinreiche Insektenfutter; aber auch für den Menschen hat das Konsequenzen, weil die Bestäuber von Obst- oder Gemüseblüten ausbleiben.

„Warum“, fragt Jaenicke, „sind uns unsere Lebensmittel nichts mehr wert?“ Etwas höhere Preise im Einzelhandel könnten zu einer etwas weniger intensiven Landwirtschaft führen. Folge: Mehr Insekten, mehr Vögel. Auch in den 15 Millionen Privatgärten beginnt die Frage nach dem Vogelwohl bei den Stech-, Beiß- und Krabbelviechern. Und bei den störenden „Unkräutern“.

Rund 5000 Tonnen Pestizide werden pro Jahr in diesen Privatgärten versprüht, die vier Prozent der Gesamtfläche Deutschlands ausmachen und damit so groß sind wie alle Naturschutzgebiete zusammen. Dabei könnte gerade hier viel bewirkt werden. Weniger exotische, dafür mehr regionaltypische Bepflanzung, etwas mehr Mut zu Natur pur – dann ginge vermutlich bald auch wieder das Gezwitscher los.

ZDF, Donnerstag, 15. August, 22.35 Uhr