Castingshow

„The Voice“: Mark Forster hat Krise und ändert seinen Namen

„The Voice“-Kasperl Mark Forster.

„The Voice“-Kasperl Mark Forster.

Foto: Andre Kowalski / SAT.1

Bei „The Voice“ wird der Kampf um die Talente immer härter. Mark Forster bekommt offenbar die Krise. War am Ende alles nur Taktik?

Berlin.  Mark Forster stellt sich bei „The Voice“ die Identitätsfrage und rutscht in eine persönliche Krise. Die Fantas fragen sich dagegen, ob Blödmann Forster irgendwann mal erwachsen wird.

Der Sänger sinniert diesmal, ob er vielleicht eine grundlegende Entscheidung in seinem Leben falsch getroffen hat. Hätte er lieber Englisch singen sollen? Denn dann wäre laut Kandidat Philipp von Unold auch eine internationale Karriere drin gewesen. Wir zeigen die Highlights der fünften Show der achten Staffel.

„Du hast mich gerade in eine persönliche Krise geritten, in der ich mich frage, ob das alles noch so Sinn macht in meinem Leben. Ich habe da ein paar falsche Entscheidungen getroffen und komme da nicht mehr raus“, sagte Forster zu m Kandidaten.

„The Voice“ - Fakten zur Sendung:

  • „The Voice“ gehört zu den beliebtesten Castingshows im deutschen Fernsehen
  • Grund dafür ist auch der Kampf um die Talente
  • Zum, ersten Mal wurde die Sendung 2011 ausgestrahlt

Neben seinem Lehramtsstudium der Fächer Mathe und Physik arbeitet der Wolfratshausener als Turn-Trainer. Ob er ein guter Trainer sei, fragt er seine Schüler. „Ja, sehr gut“. Was sollen sie auch anderes sagen, vor laufender Kamera?

Die Fantas nehmen Paddy Kelly hoch

Obwohl der 22-Jährige noch nie zuvor alleine auf einer Bühne stand, wünscht er sich, „einmal auf einer großen Bühne zu stehen und viele Leute zu erreichen“. Mit seiner gefühlvollen Interpretation von Ed Sheerans „Supermarket Flowers“ begeistert er bei „The Voice“ dann tatsächlich schon nach wenigen Takten zwei Coaches.

Mit einer beeindruckenden, technisch ausgezeichneten und doch gefühlvollen Stimme beeindruckt das zweite Talent des Abends. Dafür erntet Kathrin „Kaye-Ree“ Eftekhari auch völlig zu Recht einen Vierer-Buzzer. „Du hast ,Is This Love’ von Bob Marley gesungen.

Einen Song, den man eigentlich nicht anfassen sollte“, sagt Kelly – „aber du hast etwas Wunderschönes damit gemacht.“ Catterfeld findet, dass Kathrin nach Alicia Keys klingt, Forster sieht die junge Frankfurterin schon im Finale. „Ich komme ursprünglich aus dem HipHop“, begründet Eftekhari ihre Entscheidung, zu den Fantastischen Zwei zu gehen.

Kira Mesterheide bringt bei „The Voice“ Dunkles zum Strahlen

Kira Mesterheide ist 22. Sie arbeitet im Baumarkt und macht eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Außerdem hört sie gerne Metal und Rock, mag weder Kleider noch bunte Farben. Also eigentlich die perfekte Anti-Heldin in einer Castingshow.

Allerdings scheint sie den gleichen Traum wie alle zu haben – und floskelt: „Ich hoffe, ich kann auf der Bühne zeigen, wer ich bin.“

Mit einer angenehm dunklen Stimmfarbe singt Kira The Verves „The Drugs Don’t Work“ – so gut, dass Catterfeld und Forster sich umdrehen. In den Höhen habe ihn „das Strahlige“, das einem Hoffnung in einem Depri-Song gebe, überzeugt, sagt Forster.

Außerdem gehe es ihm heute ja auch nicht so gut. „Wollen wir uns vielleicht umarmen?“, fragt der „The Voice“-Show-Kasper und schenkt der Kandidatin einer schier unendliche Umarmung. „Ich hoffe, dass du in mein Team kommst, zumal es mir nicht so gut geht. Ich bin ein bisschen traurig heute.“

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Nach mehrmaligen Schulterklopfern ihrerseits lässt er sie endlich los, um sich Catterfelds Überzeugungskünste anzuschauen. Die argumentiert, dass man Männern, die ihr Gesicht verdecken, nicht trauen sollte. Das Talent entscheidet sich trotzdem für den Mann mit Brille, Cap und Bart.

War die Krise von Forster doch nur vorgespielt? Pure Taktik, um auf Mitleid zu spielen und so mehr Talente für sich gewinnen zu können? Der Sänger geht jedenfalls noch einen Schritt weiter und überlegt sogar seinen Namen zu ändern. „Forster ist doch scheiße“, sagt er. Als neuer Name kam der Vorschlag „Forrest Skirt“ auf, den der Sänger auch dankend annahm.

Benjamin Dolic will nicht Beyoncé sein – und geht zu Catterfeld

Und natürlich darf auch ein alter Show-Hase an diesem Abend nicht fehlen: Der 21-jährige Slowene Benjamin Dolic, bereits Gewinner einer Fernseh-Sendung.

Mit einer sehr dramatischen Performance stellt Dolic Ariana Grandes „No Tears Left To Cry“ vor, das durch sein flatterndes Vibrato nicht nur einmal an den King of Pop, Michael Jackson, erinnert.

Das fällt auch Catterfeld und Forster auf – die beiden drehen sich um. „Ich fahr mit dir nach Hollywood, nach Nashville und Stuttgart“, verspricht Forster. „Wir könnten wie Beyonce und Jay-Z sein“. „Aber die mag ich nicht“, sagt Dolic und setzt sich zu seiner neuen Team-Chefin Yvonne Catterfeld.

Eun Chae Rhee kann auf Koreanisch, Englisch und Deutsch singen

„Bei uns steht das Essen im Vordergrund“, stellt sich Eun Chae Rhee vor. Das machten Asiaten so, erklärt sie, und posiert für ein Selfie mit ihrer Familie, die sich wenige Sekunden später überglücklich an den Händen hält und gemeinsam singt.

„Karaoke, das ist so my life“. Denn Asiaten lieben Karaoke. Weil sie über die „Crazyheit“ mit Psy verbunden sei, singt Rhee dessen „Gangnam Style“ – allerdings in einer etwas anderen Version.

Während die Fantas grübeln, ob sie Japanisch oder Koreanisch singt, dreht sich Forster und wenig später auch das Duo um.

„Ich habe dich Koreanisch singen hören und war mir nicht sicher, ob du auch auf Deutsch oder Englisch singen könntest“, begründet Kelly sein Nicht-Umdrehen.

Zu Recht antwortet sie ihm in kessem Ton: „Ich bin in England aufgewachsen, ging hier zur Schule – genau wie ihr – und hab’ Abitur gemacht und studiere, klar geht das.“

Als die 23-Jährige sagt, dass ihre Oma wollte, dass sie ins Fernsehen kommt, gesteht Kelly: „Ich steh auf Omas“. „Was?“, fragt Rhee entsetzt und kann Kelly nicht davon abhalten, ihre Oma backstage gemeinsam mit den von ihr ausgewählten Coaches, Smudo und Michi Beck, zu begrüßen. „Sie ist brutal Koreanerin“, kommentiert Rhees Vater ihren Auftritt.

Bereits zum zweiten Mal ist Damiano Maiolini bei „The Voice of Germany“. Vergangenes Jahr hatte Mark Forster ihm gesagt, er solle noch einmal wiederkommen. Jetzt ist er wieder hier und will es ein letztes Mal versuchen.

Mit sehr viel Gefühl singt er Calum Scotts „You Are The Reason“ – allerdings bricht ihm bei den hohen, kraftvollen Tönen immer wieder die Stimme weg. Die Stärke des Oberndorfers liegt in den leisen Tönen.

Das stellt auch Michael Patrick Kelly fest, nachdem er sich gemeinsam mit Forster umgedreht hat. Es folgen Armdrücken und Liegestütze, alles, um das Talent von sich zu beeindrucken. Als Forsters Sieg verkündet wird, setzt sich Kelly auf den Schoß einer „Oma“, wie er sie nennt.

Verzückt knuddelt sie ihn, erhascht sogar ein Küsschen auf die Wange. Dass der Kampf um die Talente immer härter wird, hatte sich schon in der letzten Show von „The Voice“ gezeigt, in der sich Paddy Kelly zoffte. Und auch in der Show davor ärgerte sich Kelly „dumm und dämlich.“

Love, Sex und Rock’n’Roll? Alles schon gehabt

Mit Lasso betritt Ute Spiegel die Bühne. Sie klinge wie Cher, wird ihr immer wieder gesagt. So urteilt auch die Jury an diesem Abend, ihnen fehlt das Eigene. Es dreht sich kein Stuhl um.

Zum Abschluss wird es dann nochmal richtig laut. Mark Apgas, 38, ist hierhergekommen, um Rockstar zu werden. „Ich will berühmt werden“, meint er. Love, Sex and Rock’n’Roll habe er schon hinter sich. Mit langen Haaren, dicken Ringen, Sonnenbrille und schwarzem Nagellack singt er „Come Together“ in einer sehr rockigen Version.

Das begeistert die Coaches so sehr, dass sie sich alle umdrehen. Nach Kellys Standardfrage, ob er denn auch auf Deutsch singen könne, entscheidet sich Apgas für Mark Forster. So wie die meisten Talente an diesem Abend. Und am Ende ist es auch egal, ob seine Krise echt oder gespielt war – Forster hat mit der Taktik gewonnen. Wie, danach fragt am Ende keiner mehr.