ARD-Krimi

Das ist der neue Ermittler im Dortmunder „Tatort“-Team

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Der 29-jährige Rick Okon ist ab dem Fall "Tod und Spiele" festes Mitglied des Dortmunder „Tatort“. Im Ruhrgebiet fühlt er sich wohl.

Dortmund.  Der Druck der Hand, die aus der rechten Hosentasche schnellt, ist kräftig. „Hallo“, sagt Rick Okon mit einer Freundlichkeit, die auf den ersten Blick nicht so recht passen will zu dem schmalen Gesicht, das so selten gelächelt hat, wenn man es in der Vergangenheit auf dem Bildschirm sah. Weil es meist auch nicht viel zu lachen gab in den Filmen, in denen der heute 29-Jährige mitgespielt hat.

Zumindest nicht für die Kleinkriminellen, den Autisten oder das transsexuelle Mädchen, in deren Rollen er geschlüpft ist. Figuren, die aufbegehren und in deren Gesichtern sich Wut mit Verzweiflung mischt. Keine einfachen Figuren, aber Okon spielt sie überzeugend wie kaum ein Zweiter in seinem Alter. Wahrscheinlich musste es dann auch so kommen, wie es nun gekommen ist, mussten ihm die Rollen angeboten werden, die den ganz großen Durchbruch bedeuten könnten. In diesem Herbst wird Okon nicht nur Jan Pawlak, der Neue im Dortmunder „Tatort“-Team, sondern auch der Kaleu in der TV-Fortsetzung des Klassikers „Das Boot“.

Dortmunder „Tatort“: Okon überlegte nicht lange

Schwer vorstellbar also, dass er Mitte Oktober durch den Westfalenpark schlendern kann, ohne alle paar Meter nach einem Foto oder einem Autogramm gefragt zu werden. Es wird anders als noch vor ein paar Wochen. Aber das ist nichts, worüber sich Okon Gedanken macht. „Ich bin nur gespannt, ob all das aufgegangen ist, was man sich für die Rollen überlegt hat. Man hat sich ja lange beschäftigt mit diesen Figuren, hat eine emotionale Verbindung zu ihnen aufgebaut.“

Nur kurz dagegen hat Okon überlegt, als das Angebot kam, beim Dortmunder „Tatort“ die Nachfolge von Stefan Konarske zu übernehmen, denn: „Die Sendung hat ja einen extrem hohen Stellenwert in Deutschland. Außerdem war ich schon immer Fan der Dortmunder Ermittler.“ Vielleicht war er deshalb auch „ein wenig aufgeregt“ bei den ersten gemeinsamen Proben. „Aber die anderen haben mich toll aufgenommen.“

Pawlak hat weniger Stress mit Faber als Kossik

Über seine Rolle will er noch nicht allzu viel verraten. Nur dass Pawlak, der schon in der letzten Folge aus dem Revier als verdeckter Ermittler mitspielte, weniger Stress mit seinem Vorgesetzten hat als Serienvorgänger Daniel Kossik. „Faber und Pawlak tasten sich ab, wollen wissen, was der andere kann.“

Angenehm überrascht ist Okon vom Ruhrgebiet. Ein Stammcafé in der Stadt hat er längst gefunden und ansonsten „viele schöne Orte“ entdeckt. Wo er immer wieder auf Menschen getroffen ist, „die einem offen und ehrlich in die Augen gucken, wenn sie mit einem sprechen“. „Das mag ich.“ Genau wie den Fußball. Nicht aufgehängt an einem Verein, sondern ganz allgemein. Dennoch ist er nach Drehschluss mal zu einem Spiel von Borussia Dortmund gegangen und hat vor der „Gelben Wand“ der Südtribüne gestanden. „Unglaublich beeindruckend.“

Vom Kommissar zum Kaleu – „Das Boot“ sticht wieder in See

Er wäre auch gern öfter gekommen, aber er hatte ja keine Zeit. Abgetaucht ist Okon im Frühjahr und Sommer regelmäßig. Denn wenn Sky kurz vor Weihnachten in einer achtteiligen Serie „Das Boot“ wieder in See stechen lässt, steht er als Kaleu Klaus Hoffmann am Periskop. „Anstrengend, aber toll“, fasst Okon die Dreharbeiten zusammen. Mit Jürgen Prochnow, dem Kapitänleutnant des Kinofilms, hat er sich getroffen, mit aktuellen U-Boot-Fahrern gesprochen und sich das Original noch einmal in der langen Version angesehen.

Eng ist es zugegangen bei den Dreharbeiten im U-Boot, aber trotzdem glaubt Okon, dass er höchstens den Hauch einer Ahnung davon bekommen hat, was die U-Boot-Fahrer des 2. Weltkrieges erlebt haben. „Wirklich nachfühlen ist unmöglich. Schon weil du weißt, wenn irgendetwas ist, kannst du jederzeit die Tür aufmachen und gehen.“

Kaum ist Okon wieder aufgetaucht von den Dreharbeiten, warten auch schon die nächsten Projekte. Eine Mini-Serie für das ZDF und natürlich weitere „Tatort“-Folgen. Mit denen erfüllt sich für Okon ein Jugendwunsch. „Früher“, sagt er und lächelt dann doch, „wollte ich immer Polizist werden.“

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