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„Jacky F.“-Gründerin aus Harsefeld lehnt Deal mit „Löwen“ ab

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

„Die Höhle der Löwen“: In der Vox-Show präsentieren Start-up-Unternehmer ihre Ideen. Mit diesen vier Regeln ist der Erfolg (fast) garantiert.

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

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Die fünfte „Höhle der Löwen“-Staffel startete mit vielen Deals. Eine Gründerin aus der Nähe von Hamburg traf eine schwere Entscheidung.

Berlin.  Wer „Die Höhle der Löwen“ betritt, möchte im Idealfall mit einem Deal wieder heraus kommen. Julia Huthmann aus Harsefeld bei Hamburg hätte den am liebsten mit dem vielfachen Start-up-Gründer Frank Thelen geschlossen. Am Ende machte er ihr auch ein Angebot, doch es sollte trotzdem nicht sein.

Dabei fing der Auftritt der 33-Jährigen in der Auftaktfolge der fünften Staffel der Vox-Sendung vielversprechend an. Huthmann machte zunächst noch ein Geheimnis um ihr Produkt „Jacky F.“ Lieber ließ sie die Investoren erst einmal probieren. Nur so viel: „Es ist eine kulinarische Sensation aus Sri Lanka.“

„Jacky F.“ steht für Jackfrucht

Dagmar Wöhrl und Georg Kofler wagten sich nach vorne – und waren direkt angetan. Doch was sie da gegessen hatten? Keine Ahnung.

„Das ist Jackfrucht“, beendete Huthmann schließlich das Rätselraten. Eine Frucht, die sie erstmals während ihrer Zeit in Sri Lanka gegessen, sie aber zunächst für Hühnchen gehalten hatte. Also kam ihr die Idee, die in Sri Lanka als Arme-Leute-Essen verschriene Jackfrucht als Fleischersatz nach Deutschland zu bringen.

Zwei „Löwen“ beißen an

„Sie ist ballaststoffreich, kalorienarm, hat so gut wie kein Fett und keinen Zucker und das Ganze gibt es auch noch in Bio-Qualität“, pries Huthmann ihr Produkt an, das sie eingelegt in Dosen verkauft.

Und siehe da: Thelen und Kofler kamen auf den Geschmack. Allerdings sahen sie größeren Aufwand bei der Vermarktung und wollten mehr als die angebotenen 25 Prozent Firmenanteile für ein Investment von 260.000 Euro. Ein No-Go für Huthmann.

Gründerin Julia Huthmann bleibt hart

„Ich bin von meinem Unternehmenswert überzeugt“, sagte sie. Ein Angebot, das deutlich darunter liege, wolle sie nicht akzeptieren. Thelen startete einen letzten Versuch: „Auf 25 Prozent würde ich mich einlassen, aber darunter ist es nicht fair, denn ich bin nicht nur Kapitalgeber, sondern möchte das als Mitgründer groß machen.“

Doch Huthmann blieb hart. „Ich weiß, was ich geleistet habe. Da muss man auch ‘ne klare Linie habe und seinen Weg gehen wollen“, sagte sie. Auch wenn das bedeutet, dass man seinem Wunschinvestor einen Korb gibt.

Top-Quoten für „Die Höhle der Löwen“

Die erste von zwölf Folgen der fünften Staffel legte den stärksten Start seit Sendungsbeginn hin. Laut Vox sahen 2,81 Millionen Zuschauer am Dienstag den Auftakt von „Die Höhle der Löwen“, die dem Sender einen Marktanteil von 15 Prozent bei den 14- bis 59-Jährigen einbrachte. Bei den 14- bis 29-Jährigen lag der Anteil demnach sogar bei 21,1 Prozent.

So lief es für die anderen Bewerber:

• Lara und Silja Stahlbaum, Jonas Detlefsen (alle 23) und Marius Krüger (28) aus Hamburg, Erfindung: Cheerleader-Sportswear „Swedish Fall“

Die Studienfreunde zeigten in der Sendung zwar einen atemraubenden Stunt, zu einem Deal konnten sie aber keinen der Investoren bewegen. Vor allem weil es ihnen zu nischig erschien oder nicht ins Portfolio. Viel Lob gab es aber für Produktqualität und Präsentation. Immerhin.

Das kostet die Sportkleidung von „Swedish Fall“: Hosen 59,95 Euro, Oberteile 29,95 Euro, Crop-Tops 34,95 Euro.

• Frank Brormann (53), Friseurmeister aus Oelde, Erfindung: der „Calligraph“

Um ihn kämpften gleich vier „Löwen“ auf einmal. Sowohl Maschmeyer und Wöhrl als auch Williams und Thelen boten Brormann gemeinsam mehr als er ursprünglich für seine Alternative zur Friseur-Schere haben wollte. Statt der geforderten 500.000 Euro für 20 Prozent Unternehmensanteile gab es am Ende doppelt so viel für fünf Prozent mehr.

„Mir wird schlecht“, sagte der Erfinder, als die Investoren so hart um ihn feilschten. Brormann hatte nicht nur damit überzeugt, dass sein Produkt durch eine innovative Schneidetechnik Frisuren länger haltbar macht und ihnen mehr Volumen verleiht, er begeisterte auch durch sein Auftreten.

„Ich finde das echt richtig stark, du flashst mich hier gerade wirklich als Typ, als Unternehmer, finde es geil, was du präsentiert hast“, sagte Thelen – und erhielt im Team mit Williams den Zuschlag.

Das kostet Friseure der „Calligraph“: 299 Euro, zusätzlich 2,99 pro Klinge (für Clubmitglieder 1,60 Euro, Clubmitgliedschaft 300 Euro pro Jahr). Zusätzlich ist eine zweitägige Ausbildung für 590 Euro nötig.

• Tobias Gerbracht (20) aus Wuppertal, Erfindung: „Catch Up“

Er brachte die Investoren allein schon mit seinem Alter zum Staunen. Trotz seiner gerade einmal 20 Jahre begeisterte Gerbracht die „Löwen“ mit seinem Staubsauger-Aufsatz „Catch Up“. Der Adapter fängt Kleinteile wie Schmuck und Legosteine auf, bevor sie auf Nimmerwiedersehen im Staubsaugerbeutel verschwinden.

Die 100.000 Euro für 35 Prozent Unternehmensanteile hätten sowohl Maschmeyer als auch Dümmel gerne gewährt. Am Ende entschied sich Gerbracht für Dümmel, der ihm vor lauter Dankbarkeit spontan um den Hals fiel.

Das kostet der „Catch Up“: aktuell 9,99 Euro.

• Florian Nübling (36) und Tiziana Kleine 50) aus Berlin, Erfindung: „Volatiles“

Sie ließen sich von den Investoren herunterhandeln. Ihr Unternehmen um programmierbare LED-Mosaikwände bewerteten sie mit 4,5 Millionen Euro, verkauften im vergangenen Jahr aber gerade einmal drei Quadratmeter. Das war den „Löwen“ zu wenig, um 500.000 Euro für 10 Prozent Firmenanteile zu investieren. Sie einigten sich mit Maschmeyer auf 20 Prozent.

Das kostet ein Modul „Volatiles“: 134 Euro (pro Quadratmeter 4800 Euro).

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