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IFA 2018: Diese Techniktrends rollen jetzt auf uns zu

IFA: Das sind die Highlights auf der Internationalen Funkausstellung

IFA 2018: Die Trends der Internationalen Funkausstellung, die am Mittwoch in Berlin beginnt.

IFA: Das sind die Highlights auf der Internationalen Funkausstellung

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Am Freitag startet die IFA in Berlin: Neben TV-Geräten stehen 2018 vor allem Neuheiten für Gesundheit und Haushalt im Mittelpunkt.

Berlin.  Schlaue Induktionskochfelder, Sensorstirnbänder, die den Tiefschlaf verlängern, die Rollschuhe der Zukunft und natürlich die größten und schärfsten Fernseher der Welt – wer sich für Technik begeistern kann, wird auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin etliche Neuheiten entdecken. Das sind die Techniktrends.

• Küche und Haushalt

Auch in diesem Jahr präsentieren die Hersteller Küchen- und Haushaltsgeräte, die untereinander sowie mit dem Internet kommunizieren können. Gerade Hersteller wie LG oder Samsung zeigen ein breites Produktportfolio, wo sich von Waschmaschine über Kühlschrank bis hin zum Staubsaugerroboter alles zentral kontrollieren lässt. Über Sprachsteuerung via Alexa oder Google Home geht diese oft vollmundig als künstliche Intelligenz verkaufte Vernetzung aber noch nicht hinaus.

Ohnehin könnten auf dieser IFA andere, lebenspraktischere Innovationen im Vordergrund stehen – etwa bei Induktionskochfeldern: AEG will hier Missgeschicke in Pfanne und Topf eliminieren. Dabei helfen zwei neue Funktionen, die erstmals auf der IFA gezeigt werden: „SenseFry“ regelt mithilfe eines Sensors unter der Glasplatte die Temperatur in Pfanne und Topf gradgenau. Auf dem Display wählt man nur das Gericht und die gewünschte Bratintensität aus, das Kochfeld regelt den Rest selbstständig. „SenseBoil“ soll dagegen das Überkochen verhindern. Ein Sensor erkennt im Topf aufsteigende Wasserblasen und senkt die Temperatur automatisch entsprechend ab.

Kärcher kombiniert Staubsauger mit Wischmop

Samsung macht mit seinem „Dual Cook Flex“-Backofen das Garen flexibler: Der Backraum lässt sich auf Wunsch teilen und die Tür sich entweder nur zur Hälfte oder ganz öffnen (ab 800 Euro).

Auch für den Fußboden gibt es Innovationen: Kärcher zeigt den „FC 5 Premium“ (ab 270 Euro), eine kabellose Kombination aus Staubsauger und Wischmob. Ein Verwandlungskünstler ist der Akku-Handstaubsauger „FX9“ von AEG (ab 600 Euro): Das integrierte Teleskoprohr, ein Saugschlauch und ein von oben nach unten verschiebbarer Motor machen ihn für Boden- wie Überkopf-Saugarbeiten nutzbar.

• Gesundheit und Fitness

Ein weiterer Riesentrend ist Hightech für Gesundheit und persönliche Fitness. Die vielleicht wichtigste Entwicklung in diesem Bereich zeigt Philips: das „Smart­Sleep“-­­Stirnband (450 Euro). Ein Sensor misst Hirnwellen und soll erkennen, wann der Träger im erholsamen Tiefschlaf angekommen ist. Audiosignale sollen diesen dann vertiefen und verlängern. Das Ergebnis sei ein erholsamerer und besserer Schlaf – vor allem für gesunde Nutzer, die aufgrund von Stress und Lebensumständen insgesamt zu wenig schlafen. „SmartSleep“ soll noch 2018 erhältlich sein.

Der deutsche Gesundheitsgerätehersteller Beurer zeigt in diesem Jahr gleich Dutzende Neuheiten. Darunter etwa der „Cellulite ReleaZer“ (130 Euro, ab November) – ein Massagestab, der laut Unternehmensstudie Cellulite verringern soll. Mit dem „EMS home-Studio“ (450 Euro, ab Januar 2019) will das Unternehmen den Trend, mit Stromstößen das Training zu intensivieren, auch in Privathaushalte bringen.

Nachdem Hoverboards in Deutschland nie den ganz großen Durchbruch geschafft haben, gibt es jetzt einen zweiten Anlauf mit Hoover-Skates: „IO Hawk NXT“ (350 Euro). Sie funktionieren nach demselben Prinzip: zwei mit Elektromotor angetriebene Rollen, die man durch Neigung der Füße steuert. In diesem Fall lässt sich aber die Verbindung zwischen beiden Rollen lösen, sodass man sie wie elektrische Rollschuhe fahren kann. Übrigens arbeitet die Bundesregierung gerade daran, solche „Elektrokleinstfahrzeuge“ noch in diesem Jahr zuzulassen.

• Noch schärfere Fernseher

Bei TV-Geräten dürfte in diesem Jahr „8K“ das wichtigste Schlagwort werden. Das steht für einen weiteren Auflösungssprung bei den Displays – auf 7680 mal 4320 Bildpunkte, also viermal so viele Pixel wie bei den derzeit schärfsten UDH-TV-Geräten. Die auf der Hand liegende Frage, ob und wozu man denn noch schärfere TV-Geräte braucht, beantworten die Hersteller mit wachsenden Displaygrößen, bei denen Bildpunkte eher sichtbar werden.

Inhalte für die neue Auflösung gibt es zwar noch keine, doch teilweise erzielen die Hersteller mit ihren Bildprozessoren beim „Upscaling“, also dem künstlichen Hochrechnen der Bilder, schon sehr ansehnliche Ergebnisse.

Eher Evolution als Innovation

Marktführer Samsung wird nach eigener Aussage auf der IFA nicht nur 8K-Geräte zeigen, sondern diese als vermutlich einziger Hersteller auch noch in diesem Jahr ausliefern. Die Preise sollen dabei nur moderat über denen der UHD-Topgeräte liegen. Erste Fernseher mit der LCD-Nachfolgetechnologie Micro-LED soll es laut Samsung erst im kommenden Jahr geben.

Ansonsten ist nicht mit echten Innovationen zu rechnen – eher mit Evolutionen im Bereich Helligkeit und Farbtreue. Zudem dürfte die Zahl der erschwinglichen OLED-TVs weiter wachsen und damit die Konkurrenz-Technologie LCD-Fernseher zunehmend in Bedrängnis bringen.

• Multimedia und HiFi

Eine interessante Kombination von TV-Gerät und Bluetooth-Lautsprecher bietet der Philips 5863. Er ist mit einer Bildschirmdiagonale von 24 beziehungsweise 32 Zoll für einen Fernseher vergleichsweise klein. Vielen Anwendern aber dürfte das in Küche oder Schlafzimmer völlig ausreichen. Die Geräte sollen ab September und Oktober erhältlich sein, Preise gibt es noch nicht.

Kein Display, dafür aber bunte Lichteffekte und Schutz gegen Wasser bieten LGs Outdoor-Bluetooth-Lautsprecher PK3, PK5 und PK7 (ab 90 Euro).

Ein echtes Liebhaberstück kommt von Technics: Der Plattenspieler „SL-1000R“ dreht Vinyls so exakt und gleichmäßig wie kein anderer – zu einem ebenso außergewöhnlichen Preis von rund 16.000 Euro. Fast schon ein Schnäppchen sind dagegen die „CL2 Planar“-Kopfhörer von RHA. Der weltweit erste „planar-magnetische“ Bluetooth-Kopfhörer soll Musik äußerst detailliert auflösen und ist ab Mitte September für rund 800 Euro erhältlich.

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