Fussballregelwerk

Videobeweis und Headset künftig erlaubt

Zürich.  Die emotional geführte Stammtischdebatte über den Videobeweis war auf dem verschneiten Zürichberg ganz weit weg. Eine „sehr genaue, akademische Analyse“ habe zu der historischen Entscheidung im International Football Association Board (IFAB) geführt, den Video-Assistenten offiziell ins Regelwerk des Weltfußballverbandes (Fifa) aufzunehmen, betonte Fifa-Präsident Gianni Infantino. „Wir leben in einer digitalen Ära und können die Augen vor solchen Neuerungen nicht mehr verschließen“, sagte der Schweizer.

In den rund 1000 Spielen der zweijährigen Testphase sei die Genauigkeit der Schiedsrichterentscheidungen „auf 99 Prozent gestiegen“, so hätten es die Fußballwissenschaftler ausgerechnet. In Russland in diesem Sommer soll der Videobeweis seine WM-Premiere feiern. In Deutschland verliefen die Diskussionen zuletzt geräuschloser. Die Bundesligaclubs beraten am 22. März über die endgültige Einführung des Videobeweises. Auch auf die Zweite Liga könnte das technische Hilfsmittel ausgeweitet werden. In den großen europäischen Ligen bleiben bisher einzig die Engländer ohne Videobeweis.

Der Fifa-Entscheid beinhaltet auch die Freigabe für andere Techniken: So ist etwa die elektronische Kommunikation künftig erlaubt. Trainer dürften sich demnächst via Headset mit ihren Co-Trainern auf der Tribüne austauschen.