Dienstältester Profi

Dennis Diekmeier verlässt den HSV

Hamburg. Dennis Diekmeier hatte es eilig. Nach der knapp einstündigen Einheit verließ der HSV-Verteidiger als Erster den Trainingsplatz und marschierte zielstrebig in die Kabine. Kein Kommentar, kein Autogramm – Diekmeier verschwand wortlos. Dabei hätte er einiges zu erzählen gehabt. Denn zum Saisonende wird der dienstälteste HSV-Profi, der seit 2010 im Club ist, seinen Vertrag auslaufen lassen und den Verein verlassen.

Sportchef Jens Todt bestätigte, worüber zunächst die „Bild“-Zeitung berichtet hatte. „Ich wurde am Dienstag von Dennis’ Berater Volker Struth informiert, dass er unser Angebot abgelehnt hat“, sagte der 48-Jährige. Auch wenn noch viereinhalb Monate Zeit bleiben, um sich noch einmal an einen Tisch zu setzen, hätten sich weder Diekmeier noch der HSV eine Hintertür offen gehalten. „Seine Entscheidung ist endgültig“, sagt Todt.

Damit beendete Diekmeier einen wochenlangen Vertragspoker. Während der HSV von Anfang an Diekmeier einen Zweijahresvertrag zu verbesserten Konditionen bot – bisherige Jahresgage angeblich 1,3 Millionen Euro –, wollte sich der Rechtsverteidiger, der in diesem Jahr 29 Jahre alt wird und sich in Hamburg wohlfühlt, für mindestens drei Jahre an den Bundesliga-Dino binden. Weil sich beide Seiten in puncto Vertragslaufzeit nicht annäherten, sagte der vierfache Familienvater dem HSV schließlich enttäuscht ab.

„Sein Wechsel ist schade, aber natürlich auch eine Chance, sich neu aufzustellen“, sagte Todt und ergänzte: „Wir haben einige Kandidaten im Blick.“ Diekmeiers Name ist untrennbar mit den Jahren des Abstiegskampfes in Hamburg verbunden. Dem torungefährlichsten Spieler der Liga-Geschichte (!) liegen mehrere Anfragen aus dem In- und Ausland vor.