Frankfurt

Das Kaspertheater geht weiter

Fifa-Skandal Blatter klebt am Amt – Warner gesperrt

Frankfurt.  Joseph S. Blatters Fußball-Imperium zerfällt jeden Tag ein bisschen mehr, doch der 79 Jahre alte FIFA-Präsident sitzt den ungeheuerlichen Skandal einfach aus. Er will ungeachtet eines Ermittlungsverfahrens seinen Platz nicht räumen. Nach der Rücktrittsverweigerung des Schweizers liegt die Zukunft des bröckelnden Weltverbands allein in den Händen der Ethikjäger und Justizbehörden – und die arbeiten die Skandal-Schlüsselfiguren langsam ab. Gestern traf es Jack Warner: Der frühere Fifa-Vizepräsident wurde lebenslang aus dem Verkehr gezogen.

„In seinen Ämtern als Fußballfunktionär war er ein Drahtzieher von Systemen, die die Gewährung, Annahme und den Empfang verdeckter und illegaler Zahlungen beinhalteten, sowie anderer Systeme zur Bereicherung“, teilte die Ethikkommission mit. Warner (72), ehemaliger Chef des Kontinentalverbandes Concacaf (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik), kämpft zurzeit in seinem Heimatland gegen eine Auslieferung in die USA.

Fifa-Boss Blatter wird vorgeworfen mit Warner, damals Präsident des karibischen Verbandes und bis 2011 im Fifa-Exekutivkomitee, im Jahr 2005 einen für die Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen zu haben. Es geht um Beträge in zweistelliger Millionenhöhe – die dann vermeintlich in Warners Taschen flossen. Trotz des Verdachts sprach die Kommission aber noch keine Suspendierung gegen Blatter oder Platini aus. Unterdessen hat die Schweiz gestern der Auslieferung eines vierten Fifa-Funktionärs an die USA zugestimmt. Dem ehemaligen Präsidenten des costa-ricanischen Verbands, Eduardo Li, wird vorgeworfen, beim Verkauf von Marketingrechten für Qualifikationsspiele der WM 2018 Bestechungsgelder angenommen zu haben.