SC Vier- und Marschlande

SCVM: „Ziel kann nur das Erreichen der Meisterrunde sein“

Traf in der Vorbereitung schon sechsmal: SCVM-Kapitän Hauke Harrsen (r.) im Duell mit Ohes Marcel Dieckmeyer..

Traf in der Vorbereitung schon sechsmal: SCVM-Kapitän Hauke Harrsen (r.) im Duell mit Ohes Marcel Dieckmeyer..

Foto: Hanno Bode

Die Fußballer des SC Vier- und Marschländer setzen ihren Verjüngungskurs fort und machen sportlich Fortschritte.

Fünfhausen. Da stand Karl-Heinz Seidenstücker nun auf dem Parkplatz des Sportplatzes des SC Vier- und Marschlande in Fünfhausen und verstand die Welt nicht mehr. „Und dafür bin ich jetzt zweieinhalb Stunden hierher gefahren“, schimpfte der Gönner des Fußball-Bezirksligisten, nachdem er erfahren hatte, dass das Freundschaftsspiel von seinen „Jungs“, wie der seit gestern 80-Jährige die SCVM-Kicker liebevoll ruft, gegen den FC Voran Ohe bereits beendet war.

Kurzfristig hatten beide Teams vereinbart, das am Sonnabend ursprünglich für 13.30 Uhr angesetzte Duell um 120 Minuten vorzuziehen – ohne allerdings „Heinzi“ davon in Kenntnis zu setzen. „Dem ziehe ich jetzt die Ohren lang“, kündigte der in Nenndorf wohnhafte Pensionär an und zeigte mit dem Finger auf Vier- und Marschlandes Trainer Thorsten Beyer.

SCVM mit couragiertem Auftritt gegen Ohe

Seidenstückers Verbitterung über den entgangenen Auftritt der „Red Devils“ wurde noch größer, nachdem ihm Beyer von einem äußerst couragierten Auftritt des Teams berichtet hatte. Der SCVM unterlag Ohe zwar mit 1:2, war dem Landesligisten jedoch über weite Strecken des Spiels ebenbürtig.

„Die Mannschaft gefällt mir wunderbar. Da blicke ich sehr optimistisch in die Zukunft“, freute sich Fußball-Abteilungsleiter Jens Adler über die tolle Entwicklung des vor rund einem Jahr beinahe komplett neu formierten Teams. Hatte selbiges damals laut Beyer nur bedingt Siebtliga-Niveau, bescheinigt der Trainer seiner Equipe nun, eine „gestandene Bezirksliga-Mannschaft mit leichten Ambitionen“ zu sein. „Das Ziel kann ja nur das Erreichen der Meisterrunde sein“, sagte der 58-Jährige. Dafür müsste der SCVM nach der Hinrunde mindestens Siebter sein – kein leichtes Unterfangen in der stark besetzten Bezirksliga Ost.

Vier- und Marschländer setzen auf die Jugend

Während Staffelkonkurrenten wie die HT 16 oder der ETSV Hamburg etliche höherklassig erfahrene Spieler verpflichtet haben, setzt Beyer weiter auf die Jugend. Gleich sechs Akteure aus der eigenen A-Junioren-Mannschaft sind in den Ligakader aufgerückt. „Die sind alle gut ausgebildet“, freute sich Beyer. Gegen Ohe wusste von den Teenagern besonders Leon Kahl im Mittelfeld durch sein aggressives Zweikampfverhalten und seine große Laufbereitschaft zu gefallen.

Hauke Harrsen: Aus der Abwehr in den Sturm

Eigenschaften, die auch Hauke Harrsen stets verkörpert. Bislang brachte der 30-Jährige sie allerdings als Innenverteidiger zur Geltung. Nun agiert der Blondschopf plötzlich abwechselnd als Spielmacher oder eine Art „Wandstürmer“. „Wir haben in einem Freundschaftsspiel in Oldenburg 0:3 zurückgelegen. Da ist er dann von sich aus nach vorne gegangen. Und daraufhin war es ein ganz anderes Spiel“, erklärte Beyer. Gegen Ohe erzielte Harrsen bereits sein sechstes Tor in der Vorbereitungszeit. Nach einem Eckstoß war er am langen Pfosten zum zwischenzeitlichen 1:1 erfolgreich (67.).

Hernach hatte es zunächst den Anschein, als würde gegen die müden Oher – sie waren am Vortag 13 Kilometer durch die Boberger Dünen gelaufen – sogar ein Sieg möglich sein. Doch Voran, das durch Phil Krieter mit 1:0 in Führung gegangen war (40.), mobilisierte noch einmal seine letzten Kräfte. Marco Braesen gelang elf Minuten vor Ultimo der Siegtreffer für den Landesligisten.

Zu diesem Zeitpunkt saß Seidenstücker noch im Auto und fieberte dem Spiel seiner „Jungs“ entgegen. Dass er Letztere nur noch auf dem Parkplatz antreffen würde, ahnte „Heinzi“ da noch nicht.