Neuer Spielmodus

Von Anfang an geht es um alles oder nichts

Konkurrenten um einen Platz in der Meisterrunde: David Mrozek (l.) von Buchholz 08 und Curslacks Arnold Lechler.

Konkurrenten um einen Platz in der Meisterrunde: David Mrozek (l.) von Buchholz 08 und Curslacks Arnold Lechler.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

In der neuen Saison gibt es eine Auf- und eine Abstiegsrunde. Das sorgt für jede Menge Spannung.

Bergedorf. Dem Hamburger Amateurfußball dürfte ein Spektakel
bevorstehen. Denn in der Saison 2020/21 werden die Karten nach der Hinrunde neu gemischt. Dann geht es für alle Teams wieder bei Null los – für die Besseren in der Aufstiegsrunde, für die Schlechteren in der Abstiegsrunde. Das ist der Kern des Konzepts, das der Hamburger Fußball-Verband (HFV) am Freitag vorgestellt hat. Überraschend früh, steht doch am kommenden Donnerstag erst noch die Präsidiumssitzung des HFV an, die die Pläne des Spielausschusses bestätigen muss. Doch das dürfte wohl nur eine Formsache sein, denn die Zeit drängt. Bereits in zwei Wochen sollen in der Oberliga die ersten Punktspiele ausgetragen werden, eine Woche später folgen die Ligen darunter.

Es müssen Spieltage gespart werden

Der HFV hat sich dazu entschlossen, vom üblichen Modus mit Hin- und Rückrunde abzuweichen, um Spieltage zu sparen und so bei einer möglichen Verschärfung der Corona-Lage besser vorbereitet zu sein. Außerdem trägt das Konzept der Tatsache Rechnung, dass einzelne Staffeln wie beispielsweise die Oberliga (19 Teams), Landesliga oder Bezirksliga (je 17 Teams) ungewöhnlich groß sind, nachdem es in diesem Sommer wegen des Saisonabbruchs keine Absteiger gab.

Reinke: „Sportlich fragwürdig“

Konkret bedeuten die Pläne des Verbandes am Beispiel der Oberliga nun Folgendes: Zunächst wird eine einfache Runde „Jeder gegen jeden“ ausgetragen. Bei 19 Teams sind das 19 Spieltage, die zwischen dem 18. September und 14. März absolviert werden sollen. Danach wird die Staffel geteilt. „Aber nicht genau in der Mitte, denn oben wird ja nur ein Meister ausgespielt, während unten mehrere Teams absteigen müssen“, erläutert Andreas Hammer, Mitglied des Spielausschusses. In der Oberliga spielen die besten acht Teams im kommenden Frühjahr den Meister aus. Die unteren elf Teams spielen die Abstiegsrunde. Alle Mannschaften beginnen dabei wieder bei Null, die Punkte, die zuvor erspielt wurden, werden nicht mitgenommen. Es wäre also ein Szenario denkbar, bei dem eine Mannschaft in der Oberliga nach einer glänzenden Runde nur um ein Tor den achten Platz verpasst und dann in der Abstiegsrunde untergeht. „Sportlich ist das sicher etwas fragwürdig. Das sehen auch viele andere Trainer so“, schätzt Sven Reinke, Trainer des Bezirksligisten SC Schwarzenbek, „aber wenn man eine normale Saison gespielt hätte, dann hätten wegen der vielen Englischen Wochen auch alle rumgeheult.“

Nikolic: „Total spannend“

Elvis Nikolic, Trainer des Oberliga-Aufsteigers VfL Lohbrügge, ist so oder so von den Plänen des Verbandes begeistert. „Ich finde das total spannend. Da ist in der Saison von Anfang an Musik drin“, lobt er. Auch die Möglichkeit, dass es vielleicht die Lohbrügger sein könnten, die knapp die Meisterrunde verpassen und dann absteigen, stört ihn nicht. „Was soll’s, dann ist das halt so“, betont der 44-Jährige, „es gibt ein klares sportliches Ziel: Wenn du in die Meisterrunde willst, musst du Achter werden. Abgesehen davon dürfen wir alle froh sein, dass wir überhaupt wieder Fußball spielen dürfen.“

Geht trotz der Corona-Pandemie alles glatt, wird die Saison am 20. Juni 2021 beendet sein. Das Finale im Lotto-Pokal ist für Donnerstag, den 13. Mai (Himmelfahrt), vorgesehen.