Maximilian Ahlschwede

TuS Dassendorf holt Kapitän von Hansa Rostock

Gab sein Debüt im TuS-Trikot gegen Kiel II: Maximilian Ahlschwede.

Gab sein Debüt im TuS-Trikot gegen Kiel II: Maximilian Ahlschwede.

Foto: Hanno Bode

Maximilian Ahlschwede hat in seiner Karriere über 230 Drittliga-Partien bestritten. Jetzt spielt er für den Hamburger Meister.

Dassendorf. Satte 233 Drittliga-Spiele und sieben Partien im DFB-Pokal hat Maximilian Ahlschwede bestritten, bevor er Ende Juli völlig überraschend im Alter von nur 30 Jahren das Ende seiner Karriere als Profifußballer verkündete. Der aus Bad Oldesloe stammende Rechtsverteidiger hat also ziemlich viel erlebt in seiner Laufbahn.

Und so konnte ihm das, was ihm bei seinem Debüt im Trikot des Oberligisten TuS Dassendorf widerfuhr, auch nicht erschrecken. Denn obwohl das Testspiel gegen den Regionalligisten Holstein Kiel II wegen des unzulänglich gekreideten Trainingsplatzes erst rund eine halbe Stunde später als ursprünglich angesetzt angepfiffen werden konnte und im zweiten Abschnitt kurz unterbrochen werden musste, weil die Sprinkleranlage plötzlich unerwartet ihre Arbeit aufnahm, blieb „Ahli“, wie er gerufen wird, locker.

30-jährige steigt in Familienbetrieb ein

„Ich habe es schon mal erlebt, da gab es gefühlt einen Schneesturm. Dann sind wir wieder nach Hause gefahren. Das gehört dazu. Wenn der ‘Schiri’ sagt, ohne Linien geht es nicht, dann muss man improvisieren“, erklärte Ahlschwede nach seinem Einstand beim Hamburger Meister, der mit einer 2:3-Niederlage endete.

Der „total lockere Typ“ (TuS-Liga-Manager Alexander Knull) ist auf Vermittlung von Dassendorfs Verteidiger Marcel Lenz zum Oberliga-Primus gestoßen. Beide kennen sich aus ihrer gemeinsamen Profi-Zeit bei den Kickers Offenbach (2012). Als Ahlschwede nun signalisierte, seine Karriere als Berufsfußballer beenden zu wollen, um in das elterliche Unternehmen in Barsbüttel - einem Umweltschutzbetrieb aus der Buhck Gruppe - einsteigen zu wollen, wurde die TuS hellhörig und nahm Gespräche mit dem Rechtsverteidiger auf, der seinen Kontrakt bei Hansa Rostock vor einigen Wochen zunächst verlängert und dann wieder aufgelöst hatte.

Stationen in Bielefeld, Wiesbaden und Würzburg

„Dass wir das jetzt finalisieren konnten, das ist schon toll“, freute sich Dassendorfs Sportchef Jan Schönteich über die Verpflichtung von Ahlschwede, der in seiner Karriere auch für Arminia Bielefeld, den SV Wehen Wiesbaden und die Würzburger Kickers als Profi auflief und bei Hansa zwischenzeitlich die Kapitänsbinde trug. Dass nun im Amateurfußball alles eine Nummer kleiner - und mit unerwarteten Zwischenfällen - für ihn ist, stört den 30-Jährigen nicht.

„Dassendorf hat sich sehr um mich bemüht. Die TuS ist in dem Bereich seit Jahren die Nummer eins. Ich denke, dass passt ganz gut. Ich habe heute auch gesehen, dass die Jungs richtig gut kicken. Und deswegen freue ich mich, auch wenn Fußball nicht mehr Priorität eins hat, dreimal die Woche Spaß zu haben“, erklärte Ahlschwede.