Lauenburger SV

Elbdiven wieder unter Dampf

Die Handballerinnen der Lauenburger SV auf dem historischen Raddampfer "Kaiser Wilhelm".

Die Handballerinnen der Lauenburger SV auf dem historischen Raddampfer "Kaiser Wilhelm".

Foto: Lena Hadeler

Die Handballerinnen der Lauenburger sind nach dem personellen Aderlass noch enger zusammengerückt.

Lauenburg. Ob es Zufall war, dass die Handballerinnen der Lauenburger SV für ihr neues Mannschaftsfoto den historischen Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ gewählt haben? Im Juni jedenfalls haben sich die Elbdiven gefühlt wie im bekannten Volkslied „Wir lagen vor Madagaskar“: Täglich ging eine über Bord.

Erst Kaya Manthey, dann die Zwillinge Alina und Sarie Stapelfeldt und schließlich auch noch Torhüterin Vanessa Wulf. Vier Leistungsträgerinnen weg, außer Man­they alle trotz vorheriger Zusage. Teammanager Arne Bahde wusste gar nicht – um im Bild zu bleiben – wie die Pest an Bord des LSV-Dampfers gekommen war.

Denn seit Jahren zeichnet die Diven eigentlich eine enge Kameradschaft aus. Das Team aus der Schleswig-Holstein-Liga hat es gelernt zusammenzurücken, weil etablierte Neuzugänge ob der geografischen Lage schwer in die Schifferstadt zu lotsen sind. Die Zugänge in der kommen dann auch fast ausnahmslos aus dem eigenen Nachwuchs: Anna Lüth, Lavinia Tamm, Luisa Rott sind aus den eigenen A-Junioren, Torhüterin Esra Kaspers wird mit einem Zweitspielrecht ausgestattet und weiterhin auch in Embsen in der Jugend spielen. Einzig Rückkehrerin Svea Böge (nach Auslandssemester) weist schon Liga-Erfahrung auf.

In einer Staffel: Schleswig-Holstein-Liga der Frauen als Ausnahme

Dennoch ist bei der LSV aus dem anfänglichen Trotz („Jetzt erst recht“) neue Zuversicht entstanden. „Wir haben fleißig trainiert, und die jungen Spielerinnen zeigen gute Ansätze“, sagt der bereits 72-jährige Trainer Dieter Eigemann. „Vielleicht können wir ja sogar an unsere letzte Platzierung anknüpfen“, sagt Eigemann. In der abgebrochenen Corona-Saison belegten die Lauenburgerinnen einen guten dritten Platz und verpassten den Oberliga-Aufstieg nur knapp. Und die langjährige Leistungsträgerin Lena Hadeler ergänzt: „Umso weniger wir sind, desto besser spielen wir.“

Anders als in den anderen Ligen des Verbands, die aufgrund ihrer Größe in Gruppen unterteilt wurden, wird in der Schleswig-Holstein-Liga der Frauen wie gehabt in einer Staffel gespielt. „Weil hier nur 13 Mannschaften gemeldet haben, kommen wir hier mit den Regelspieltagen hin“, sagt Sascha Zollinger, der Geschäftsführer des HVSH. Saisonstart ist Ende September.

Zu komplizierte Auflagen für den Lauenburger Elbe-Cup

An diesem Wochenende wollten die Lauenburgerinnen eigentlich ihr traditionelles Vorbereitungsturnier, den Elbe-Cup, wenn auch in abgespeckter Form, ausrichten. Doch darauf verzichten die Elbdiven nun wegen der Corona-Auflagen. „Wenn mehrere Mannschaften ein Turnier spielen, verstehe ich es so, dass die Teams, die gerade kein Spiel haben, zu Zuschauern werden und die sollen die Halle verlassen“, sagte Manager Bahde. Das sei nicht zumutbar. Stattdessen spielen die LSV-Frauen nun am Sonnabend um 14.30 Uhr gegen den niedersächsischen Landesligisten Eyendorf.

Doch auch für die Punktspiele sieht Handball-Abteilungsleiter Markus Reich Schwierigkeiten auf seine LSV zukommen. „Eigentlich müssten wir die Ersatzbänke in der Halbzeit auf die andere Seite tragen oder auf einen Seitenwechsel verzichten oder desinfizieren“, reißt er einen Punkt an. Aktuell sind in Schleswig-Holstein auch noch keine Zuschauer in Hallen zugelassen.