Amateursport

Corona-Lockerungen nun auch für Hamburg

Ab dem 1. September darf in Hamburg wieder gespielt werden.

Ab dem 1. September darf in Hamburg wieder gespielt werden.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Als letztes Bundesland dürfen Amateursportler auch in Hamburg Testspiele austragen. Das gilt für alle Sportarten.

Bergedorf. Darauf haben alle Mannschaftssportler Hamburgs händeringend gewartet. Am Dienstag verkündete Sozialsenatorin Melanie Leonhard auf einer Pressekonferenz mit Bürgermeister Peter Tschentscher (beide SPD) Corona-Lockerungen, die vom 1. September an in Kraft treten. „Wir wollen den Amateurmannschaften zum Beispiel in Fußball und Handball ermöglichen, mit einer Personenzahl von 30 im unmittelbaren Spielbetrieb wieder aktiv werden zu können“, sagte Leonhard. Diese Regelung gilt sowohl für Sport an der frischen Luft als auch in der Halle.

Trainer und Ersatzspieler werden nicht mitgezählt

Zum „unmittelbaren Spielbetrieb“ zählen die jeweils gerade eingesetzten Akteure der beteiligten Mannschaften sowie die Schiedsrichter. Damit könnte also auch ein Fußballspiel, dass von einem Unparteiischen-Gespann (Referee, zwei Linienrichter) geleitet wird, ausgetragen werden. Denn Ersatzspieler, Trainer, Betreuer und Begleiter werden nicht dazugezählt und dürfen – unter Einhaltung der Abstandsregeln – am Spielfeldrand dabei sein.

Auch Zuschauer sind theoretisch erlaubt. Nämlich 1000 bei Sportanlagen mit Sitzplätzen beziehungsweise 200 unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

„Mit diesem Erlass ist auch der Punktspielbetrieb möglich“, sagt Carsten Byernetzki, der stellvertretende Geschäftsführer des Hamburger Fußball-Verbands (HFV). „Uns haben aber schon viele Bedenken erreicht. Denn es bleiben sehr viele organisatorische Fragezeichen. Ich glaube nicht, dass alle Vereine den Aufwand leisten können.“

Vereine vor organisatorischen Problemen

Schließlich sehnen sich alle Mannschaften von den Erwachsenen bis zu den Junioren wieder nach Wettkämpfen. Und hier beginnen die Probleme. Etwa beim SV Nettelnburg/Allermöhe. „Zwischen Ab- und Anpfiff von zwei verschiedenen Spielen soll eine Stunde Zeit sein, damit sich die Mannschaften nicht begegnen. Es muss auch jemand da sein, der darauf achtet, dass sich die Zuschauer in Listen eintragen. Für ein bis zwei Spiele am Tag sehe ich kein Problem. Wir haben aber 35 Mannschaften, die sich drei Sportanlagen und sechs Plätze teilen. Wir müssten überall Ordner stellen – das können wir nicht leisten“, sagt SVNA-Abteilungsleiter Gerald Grassé.

Zuschauer: Ja oder Nein?

Gar keine Zuschauer zuzulassen, hält Grassé jedoch ebenfalls für nicht umsetzbar. „Mal angenommen, wir spielen gegen eine Mannschaft aus Norderstedt, die fast eine Stunde nach Nettelnburg unterwegs ist. Wie soll ich den Eltern klarmachen, dass sie ihrem kleinen Kind nicht zugucken können und stattdessen drei Stunden auf dem Parkplatz bleiben sollen?“ fragt der SVNA-Fußballchef und ergänzt: „Natürlich würde ich mich freuen, wenn der Spielbetrieb wieder losgeht. Aber ich sehe es kritisch, und es wird auf jeden Fall eine große Herausforderung.“

Der Hamburger Fußball-Verband hat jedenfalls eine Arbeitsgemeinschaft der spielleitenden Ausschüsse von Herren, Frauen sowie Junioren gegründet, die „zeitnah“ (Byernetzki) Ergebnisse verkünden und zudem die Staffeleinteilungen bekanntgeben will.

Weiterhin gilt für den Amateurfußball: Zwischen Verkündung des Saisonstarts bis zum Beginn der Punktspiele müssen mindestens zwei Wochen liegen.