Weiter keine Testspiele

Hamburger Fußball-Verband im Rathaus abgeblitzt

Ein Fußball, Fußballschuhe und eine Flasche Desinfektionsmittel liegen auf dem Hamburger Rathausmarkt vor dem Hamburger Rathaus. Der Hamburger Senat untersagt mit seiner Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 bis zum 31. August 2020 Amateurfußballspiele und Training mit Körperkontakt mit mehr als maximal zehn Personen. Hamburg ist neben Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, in dem noch nicht wieder Testspiele im Amateurfußball ausgetragen werden dürfen.

Ein Fußball, Fußballschuhe und eine Flasche Desinfektionsmittel liegen auf dem Hamburger Rathausmarkt vor dem Hamburger Rathaus. Der Hamburger Senat untersagt mit seiner Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 bis zum 31. August 2020 Amateurfußballspiele und Training mit Körperkontakt mit mehr als maximal zehn Personen. Hamburg ist neben Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, in dem noch nicht wieder Testspiele im Amateurfußball ausgetragen werden dürfen.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Hamburg ist das einzige Bundesland, in dem keine Fußballspiele erlaubt sind. Das bleibt auch so.

Bergedorf. „Moin! Wir suchen Testspielgegner aus Schleswig-Holstein. Die Spielklasse ist uns egal. Ob unter der Woche oder am Wochenende, wir sind für alles offen. Hauptsache, wir können endlich wieder kicken!“ Aufrufe wie dieser des Fußball-Kreisligisten Bramfelder SV II finden sich derzeit zuhauf auf Facebook. Denn während in allen anderen Bundesländern wieder Freundschaftsspiele ausgetragen werden dürfen, ist in Hamburg – mit Ausnahme der Pokalspiele – nur Training in Zehnergruppen erlaubt.

Das wollte der Hamburger Fußball-Verband ändern. HFV-Präsident Dirk Fischer bat am Dienstag den Hamburger Senat um eine sofortige Freigabe der Testspiele. Doch die Politik ließ ihn abblitzen. Anfang September gibt es neue Verordnungen. Ob dann wieder gespielt werden kann, ist noch unklar.

Hamburger Senat bittet um Geduld

Denn die Antwort von Senatssprecherin Julia Offen lässt genau diesen Punkt offen. „Der Senat berät derzeit über die neue Eindämmungsverordnung, die ab dem 1. September in Kraft treten soll, und wägt die Neuerungen sehr gut ab mit dem aktuellen Infektionsgeschehen“, führte Offen aus. „Ich bitte da um etwas Geduld.“ HFV-Präsident Fischer reagierte enttäuscht. „Wir bedauern das sehr“, betonte er, „aber wir halten an der Forderung fest, schnellstmöglich die Austragung von Fußballspielen in Hamburg wieder zu erlauben.“

Parallel zu dem Vorstoß hatte der HFV auch eine Sondergenehmigung für die vier Hamburger Regionalligisten Altona 93, Teutonia 05, HSV II und FC St. Pauli II beantragt, ab sofort wieder in voller Mannschaftsstärke trainieren zu dürfen. Denn sonst wäre der für das erste September-Wochenende geplante Punktspielstart in Gefahr, da fraglich wäre, ob die Hamburger Teams mitmischen könnten.

Viele Clubs setzen auf Testspiel-Tourismus

Viele Hamburger Vereine setzen nun auf Testspiel-Tourismus, wie der Oberligist SV Curslack-Neuengamme, der demnächst in Lüneburg (21.8.), Barsbüttel (24.8.), Schwarzenbek (25.8.), Geesthacht (29.8.) und Norderstedt (30.8.) aufläuft. „Ich finde es einfach nur noch frustrierend“, sagt der SVCN-Vorsitzende Hartmut Helmke. Der Verband sei viel zu spät aktiv geworden: „Wenn es eine deutsche Rangliste für Verbände gäbe, wäre der HFV auf einem Abstiegsplatz.“

Landesligist SV Altengamme testet heute Abend in Barsbüttel (20 Uhr). „Ich hätte eine andere Entscheidung des Senats erwartet“, gibt der Sportliche Leiter Philipp Mohr zu. „Verglichen mit den anderen Bundesländern wirkt es ein bisschen unverhältnismäßig.“

„Fußball ist im Moment zweitrangig“

„Wir kennen alle nicht die Hintergründe dieser Entscheidung“, gibt Daniel Andrade, Trainer des SV Nettelnburg/Allermöhe, zu bedenken. „Ich finde Corona nicht harmlos. Wenn es nötig ist, dass wir erst nächstes Jahr wieder spielen, dann ist das halt so. Der Fußball, so sehr wir ihn lieben, ist im Moment echt zweitrangig.“ Ohnehin sehen sich nicht alle Clubs in der Lage, einen Liga-Betrieb unter Corona-Bedingungen zu organisieren. „Dafür wären alle 14 Tage 25 Ordner nötig“, rechnet Jörn Heinemann, Präsident von Hamm United, vor. „Das ist von uns nicht zu bewerkstelligen.“ SVNA-Abteilungsleiter Gerald Grassé pflichtet ihm bei: „Wir haben sechs Plätze auf drei Anlagen. Das wäre nicht zu machen.“