Corona-Bestimmungen

Keine Lockerungen: Schleswig-Holsteins Fußballer fassungslos

Elf gegen Elf wird es vorerst in Schleswig-Holstein nicht geben.

Elf gegen Elf wird es vorerst in Schleswig-Holstein nicht geben.

Foto: Hanno Bode

Auf Testspiele auf der heimischen Anlage müssen Clubs wie der SC Schwarzenbek, SC Wentorf, TuS Dassendorf und DSV weiter verzichten.

Schwarzenbek/Wentorf.  Endlich Elf gegen Elf im Training und Testspiele auf der eigenen Anlage – das hatten sich die Fußballer Schleswig-Holsteins von Montag an erhofft. Doch die Landesregierung machte den Vereinen einen Strich durch die Rechnung und setzte in der Corona-Krise eine geplante Lockerungsrunde aus. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) begründete dies am Mittwoch mit zuletzt wieder deutlich gestiegenen Infektionszahlen auch im Norden. Bei den Fußballern trifft die Entscheidung der Landesregierung auf Unverständnis.

„Ich bin frustriert“

„Das ist ernüchternd, traurig. Ich bin frustriert“, sagt Sven Reinke. Der Trainer des Bezirksligisten SC Schwarzenbek betont, er sei generell ein Freund der Corona-Regeln. Doch warum es Ausnahmen für den Tourismus und die Bundesliga gibt, Amateurfußballer aber nicht gegeneinander spielen dürfen, versteht er nicht. „Wenn es ums Geld geht, werden Zugeständnisse gemacht“, vermutet Reinke und vermisst die Gleichbehandlung. „Ich weiß zudem von keinem einzigen Amateurfußballer, der sich infiziert hat.“

Auch Slavec Rogowski, Coach des Ligakonkurrenten SC Wentorf, zeigte sich enttäuscht: „Ich erkenne keine Linie in der Amateurfußball-Welt. Für mich sind die unterschiedlichen Vorgehensweisen nicht nachvollziehbar.“ Dem Hamburger Fußball-Verband wirft er vor, nicht zu agieren, sondern nur zu reagieren.

Seit Oktober kein Punktspiel bestritten

Frank Flatau wiederum verweist auf die Kinder und Jugendlichen. „Die haben zu einem großen Teil seit Oktober nicht ein Punktspiel bestritten“, weiß der Abteilungsleiter der TuS Dassendorf und weiter: „Die Entscheidung, Fußballspiele weiterhin nicht zuzulassen, ist mit nichts zu rechtfertigen.“ Sollte dieser Zustand noch länger anhalten, sieht Flatau durch Vereinsaustritte sogar die Existenz der Clubs in Gefahr. Andreas Kreutzer, Ligaobmann des Landesligisten Düneberger SV, bedauert vor allem, dass der Testspieltourismus nun weitergehen wird.

SC Wentorf verzichtet auf Testspiele

So werden die Vereine aus Schleswig-Holstein und Hamburg weiter nach Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen fahren, wenn sie Vorbereitungsspiele austragen möchten. Ausgenommen den SC Wentorf. „So lange nicht klar ist, wann es mit dem Ligabetrieb losgehen wird, verzichten wir auf Testspiele. Die Vorbereitung kann sich ja noch ewig hinziehen“, sagt Trainer Rogowski.

Besonders neidisch schauen die Hamburger und Schleswig-Holsteiner Fußballer seit dieser Woche nach Niedersachsen. Seit dem 1. August gilt im Nachbarbundesland eine neue Corona-Verordnung mit weiteren Lockerungen. Statt 30 dürfen jetzt Gruppen mit bis zu 50 Personen ihrem Sport nachgehen.

Punktspiele in Niedersachsen ab 1. September

Durch diese neuen Bestimmungen sind nun auch wieder Punkt- und Pokalspiele möglich. Der Niedersächsische Fußballverband möchte daher voraussichtlich ab dem 1. September mit dem Pflichtspielbetrieb starten. Zuschauer zu den Partien sind weiterhin nur beschränkt zugelassen.