Von TuS Dassendorf

Der Nächste, bitte: Düneberg leiht Joe Warmbier aus

Joe Warmbier (in einem Spiel bei Teutonia 05) war der letzte Akteur im Dassendorfer Kader, der 2013 mit dem Verein in die Oberliga aufgestiegen ist.

Joe Warmbier (in einem Spiel bei Teutonia 05) war der letzte Akteur im Dassendorfer Kader, der 2013 mit dem Verein in die Oberliga aufgestiegen ist.

Foto: Olaf Damm

Der langjährige Leistungsträger der TuS Dassendorf soll bei seinem Heimatverein Spielpraxis nach seiner Verletzung sammeln.

Dassendorf/Düneberg. Erst Tempodribbler Pascal Nägele (TuS Dassendorf), dann Torjäger Sandro Schraub (SV Altengamme) und jetzt noch Verteidiger Joe Warmbier (ebenfalls Dassendorf): Die Fußballer des Düneberger SV, die den Klassenerhalt in der Landesliga womöglich nur der Corona-Pandemie verdanken, weil es keine Absteiger gibt, vermelden bereits den dritten, namhaften Neuzugang. Warmbier wird – so die Sprachregelung der beiden Clubs – erst einmal für ein halbes Jahr „ausgeliehen“.

Allerdings: Leihmodelle gibt es eigentlich nur bei den Profis. Offiziell musste Warmbier seinen noch bis 2022 laufenden Amateur-Anbindungsvertrag beim Oberliga-Meister auflösen, die Vereine haben stattdessen mit einer schriftlichen Vereinbarung die Rückkehr geregelt. „Ich weiß, was Joe kann. Wir wollten ihn eigentlich auch gar nicht abgeben“, betont Dassendorfs Sportchef Jan Schönteich.

Nach Kreuzbandriss 2018 nicht in Topform

Doch Warmbier fehlt nach seinem Kreuzbandriss im August 2018 und der langen Corona-Pause immer noch die Fitness, um in den Planungen von Trainer Jean-Pierre Richter eine wichtige Rolle zu spielen. „Jetzt kann ich mir bei meinem Heimatverein die nötige Fitness holen, damit die TuS den alten Joe zurückbekommt“, sagt der langjährige Leistungsträger, der bis zu seiner Verletzung stellvertretender Kapitän am Wendelweg war.

Trainer Richter setzt auf andere Spieler

So lange wie der 28-Jährige stand kein Akteur im Kader. Er ist der letzte Spieler, der 2013 mit den Dassendorfern in die Oberliga aufstieg. Warmbier hat als einziger alle sechs Meisterschaften und zwei Pokalsiege mitgemacht. Kaum ein Oberligaspieler ist defensiv wie offensiv so kopfballstark. „Er genießt meine allerhöchste Wertschätzung“, sagt Schönteich. Warmbiers Nachteil ist jedoch, dass Trainer Richter, der erst Anfang 2019 zur TuS kam und den Spieler nie in Topform erlebt hat, diese Meinung offenbar nicht teilt.

Damit fällt der Umbruch bei den Dassendorfern nun noch größer aus als ursprünglich vorgesehen. „Es ist der größte seit 2013“, räumt Schönteich ein. Neben Warmbier und Nägele spielen auch die langjährigen Stützen Finn Thomas, Marcel von Walsleben-Schied (beide SVCN) und Christian Gruhne (VfL Lohbrügge) nicht mehr am Wendelweg.

Düneberg will unter die ersten Sechs

Ein weiterer Abgang könnte demnächst dazu kommen: Muizz Saqib, der noch ein Jahr gebunden ist. „Ich würde ihm zu einem Wechsel raten. Er ist weit weg von einem Startelfeinsatz“, sagt Schönteich. Saqib ist seit zwei Jahren bei der TuS, schaffte dabei nie den Durchbruch, konnte aufgrund persönlicher Gründe aber nur eingeschränkt trainieren.

Dass die Dassendorfer Warmbier nicht mehr wollten, kam Dünebergs Trainer Dennis Tornieporth indes gelegen. Mit seinem ehemaligen Mitspieler hinten sowie Nägele und Schraub vorne verfügt er nun im Gegensatz zur vergangenen Saison über eine erfahrene Achse. „Mit diesem Kader muss man sich hohe Ziele stecken. Wir können jedem gefährlich werden und sollten unter die ersten Sechs kommen“, sagt Tornieporth.