Tennis

„Ich möchte in die Top 10 der Weltrangliste“

Die Glinderin Noma Noha Akugue.

Die Glinderin Noma Noha Akugue.

Foto: kröger / Kröger

Die Glinderin Noma Noha Akugue, neue Damen-Verbandsmeisterin von Hamburg und Schleswig-Holstein, hat noch viel vor.

Glinde. Ihre Nervenstärke demonstrierte Noma Noha Akugue im Halbfinale der gemeinsamen Tennis-Verbandsmeisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein eindrucksvoll. Nach 6:4 und 5:7 wechselte die Führung zwischen der Glinderin und Ella Seidel (Klipper Hamburg) im entscheidenden Tiebreak hin und her. Noma wehrte zwei Matchbälle ab, siegte auf der Anlage des Uhlenhorster HC schließlich mit 16:14. Im Damen-Endspiel zeigte sie gegen die an Nummer eins gesetzte Eliessa Vanlangendonck (23, TC an der Schirnau) dann ihr bestes Tennis, gewann 6:1, 6:2. Ein weiterer großer Erfolg für die erst 16-jährige Tennisspielerin aus Stormarn, der sich auch finanziell auszahlte. Noma sicherte sich ein Preisgeld von 2000 Euro.

Noma schaut selbstbewusst nach vorn

Es verwundert daher nicht, dass Noma sehr selbstbewusst in die Zukunft schaut. Danach gefragt, was sie im Tennis erreichen möchte, haut die Glinderin so richtig einen raus: „Ich möchte in die Top 10 der Weltrangliste.“ Um dieses Ziel zu erreichen, trainiert die derzeitige Nummer 71 der Deutschen Damen-Rangliste fast jeden Tag.

Bereits im Alter von dreieinhalb Jahren hielt Noma einen Schläger in der Hand, unternahm erste Versuche im Tennis-Kindergarten des TSV Glinde. Ihr Vater Ronald Obazelu, er und seine Frau Miriam Akugue haben ihre Namen bei der Hochzeit behalten, war ein großer Fan von Steffi Graf. Der gebürtige Nigerianer beschloss: Auch seine Tochter sollte Tennis spielen.

Ihr Vorbild ist Naomi Osaka

Schnell zeigte sich ihr Talent. Mit elf Jahren war sie jüngste Bezirksmeisterin aller Zeiten. Als sie ihr erstes Damenturnier gewann – in Bremen – war sie gerade einmal 13. Ein Jahr später gelang ihr der bisher größte Erfolg, wie sie selbst sagt. Noma wurde 2018 Norddeutsche Meisterin – bei den Damen wohlgemerkt und das als ungesetzte Spielerin.

Zu diesem Zeitpunkt schlug Noma nach ihrem Weggang vom TSV Glinde und Trainer Ole Wiederhold für den Marienthaler THC auf. Aktuell spielte sie für den Club an der Alster. Noma gehört zudem zum Porsche Junior Team. Hier werden Talente wie sie besonders gefördert. Auch die Stiftung Leistungssport unterstützt die Glinderin, die Naomi Osaka als ihr Vorbild nennt. Anfang vergangenen Jahres erklomm die Japanerin als erste Asiatin die Spitze der Weltrangliste.

Der Aufschlag gehört zu ihren Stärken

Um sich noch mehr auf Tennis konzentrieren zu können, verließ sie im Frühsommer nach der 10. Klasse das Sportinternat Alter Teichweg. Jetzt versucht sie es mit einer Fernschule. Aktuell ist sie noch in der Probephase.

Athletik, Ausdauer und vor allem der Aufschlag – das sind ihre Stärken. Wie sie selbst sagt. „Mir fehlt aber noch die Konstanz im Spiel“, führt Noma aus. Bundestrainerin Barbara Rittner sieht die gebürtige Reinbekerin ähnlich: „Insgesamt muss Nomas Spiel etwas disziplinierter und damit stabiler werden. Außerdem sollte sie lernen, etwas sorgsamer mit ihrem Körper umzugehen.“ Rittner lobt die „extreme Beschleunigung in ihren Schlägen“. Und weiter: „Ich bin gespannt, was uns da noch erwartet.“

Noma tanzt gern

Und wenn die Stormarnerin einmal nicht Tennis spielt? „Ich tanze gerne“, sagt sie. Zum Beispiel mit den Mädchen vom Porsche Junior Team. Über die App TikTok lernen sie hier neue Tänze. Für ihr Tennisspiel ist das sicherlich nicht der schlechteste Ausgleich.

In der durch die Corona-Krise bedingten tennisfreien Zeit hielt sich die 16-Jährige mit Fitness und Laufen fit. „Ich habe diese Monate als sehr komisch empfunden. Mir war richtig langweilig zu Hause.“ Doch nun ist die Linkshänderin wieder da, wo sie am liebsten steht: auf dem Tennisplatz. Aktuell spielt sie bei einem Nachwuchsturnier in Hannover. Und wie kann es anders sein: Noma Noha Akugue will natürlich gewinnen.

Anna Bögner vom TTK Sachsenwald kam bei den gemeinsamen Verbandsmeisterschaften bis ins Viertelfinale (5:7, 0:6 gegen Vanlangendonck). Ebenfalls die Runde der letzten acht erreichte TTK-Spieler Pelle Boerma (4:6, 1:6 gegen Henrik Korsgaard, TC an der Schirnau).