Hamburger Fußball-Verband:

Ab dem 8. August soll der Ball in Hamburg wieder rollen

Beim Pokalfinale 2019 schlug die TuS Dassendorf Eintracht Norderstedt mit 2:1. Hier setzt sich Dassendorfs Mattia Maggio gegen drei Gegenspieler durch.

Beim Pokalfinale 2019 schlug die TuS Dassendorf Eintracht Norderstedt mit 2:1. Hier setzt sich Dassendorfs Mattia Maggio gegen drei Gegenspieler durch.

Foto: Hanno Bode

Der Wiedereinstieg in den Spielbetrieb des Amateurfußballs nimmt Formen an.

Bergedorf. Die Landesverbände des Deutschen Fußball-Bunds haben am Donnerstag bekanntgegeben, dass der Finaltag der Amateure am 22. August stattfinden soll. An diesem Tag sollen sämtliche Pokalfinals gespielt und in der ARD übertragen werden. Sollte dies Wirklichkeit werden, könnte das bedeuten, dass es auch mit der Wiederaufnahme des regulären Spielbetriebs ganz schnell gehen könnte.

Erstes Pokal-Viertelfinale am 8. August

Für den Bereich des Hamburger Fußball-Verbands würden die Pläne bedeuten, dass schon ab dem 8. August wieder der Ball rollen könnte, also in knapp einem Monat. „Unsere Wunsch-Planungen sehen vor, das Lotto-Pokal-Viertelfinale der Herren am 8. und 9. August, das Halbfinale am 15. und 16. August und das Endspiel am Finaltag der Amateure am 22. August zu spielen, wenn die Verfügungslage das zulässt“, betont der Präsident des Hamburger Fußball-Verbands, Dirk Fischer. Der HFV hat beim Hamburger Senat einen Antrag auf eine Sondergenehmigung gestellt, da Großveranstaltungen ja noch bis zum 31. August verboten sind. „Hierzu sind wir in Gesprächen mit Vertretern der Stadt und der angrenzenden Bundesländer“, führt Fischer aus.

Gesucht ist ein Teilnehmer am DFB-Pokal

Teams aus dem Heimatgebiet sind im Lotto-Pokal nicht mehr vertreten. Die Viertelfinal-Begegnungen Teutonia 05 gegen Eintracht Norderstedt, Halstenbek-Rellingen gegen Rugenbergen, TSV Sasel gegen Barmbek-Uhlenhorst und ASV Hamburg gegen Altona 93 mussten Ende März wegen des Corona-Lockdowns abgesagt werden. Anders als der Liga-Betrieb ist der Pokal-Wettbewerb jedoch auf dem HFV-Verbandstag nicht für beendet erklärt worden, sondern soll bei nächstmöglicher Gelegenheit zu Ende gespielt werden, denn es geht ja darum, einen Teilnehmer am DFB-Pokal zu ermitteln.

Der Lotto-Pokal der Frauen soll sich an den Wettbewerb der Männer anschließen. Als Termine vorgesehen sind vom HFV hier der 23. August für das Halbfinale und der 29. August für das Endspiel. Auch in diesem Wettbewerb sind keine Teams aus dem Heimatgebiet mehr dabei. Die Halbfinal-Paarungen lauten Bramfelder SV – HSV I und HSV II – Walddörfer SV.

ARD will die Amateure zeigen

Ob die Begegnungen zu den angedachten Terminen tatsächlich gespielt werden können und ob vielleicht sogar Zuschauer zugelassen werden, ist alles noch offen. Auch in welchem Maß die ARD in die Fernsehberichterstattung einsteigt, ist unklar. „Die genauen Details und die Sendeabläufe müssen noch besprochen werden“, betonte WDR-Sportchef Steffen Simon, „ich freue mich aber, dass der Finaltag der Amateure wieder im Ersten zu sehen sein wird.“

Noch jedoch sind das nur Pläne. Aktuell ist in der Hamburg und auch in Schleswig-Holstein Training mit Kontakt lediglich in Zehnergruppen, aber noch nicht im kompletten Mannschaftskreis erlaubt. Testspiele sind noch gar nicht möglich. Einige Vereine weichen daher in andere Bundesländer aus, zum Beispiel nach Mecklenburg-Vorpommern. „Wir waren mit einer Jugendmannschaft in Stralsund“, erzählt Sven Schneppel, der gemeinsam mit Elvis Nikolic das Trainerteam beim Oberliga-Aufsteiger VfL Lohbrügge bildet. Der Nachteil: Da bei Ausflügen nach Mecklenburg-Vorpommern eine Übernachtung zwingend vorgeschrieben ist, werden solche Unternehmungen für die Teams zwangsläufig recht kostspielig.

SVCN guckt nach Niedersachsen

Auch der SV Curslack-Neuengamme hat beim Verband schon vorgefühlt, ob denn Testspiele außerhalb der Stadtgrenzen möglich seien. Das wurde bejaht. „Da zu erwarten ist, dass in Niedersachsen die Regelungen zuerst gelockert werden, bekommen wir von dort viele Anfragen nach Freundschaftsspielen“, betont SVCN-Manager Oliver Schubert.

Ein solches Szenario hat auch der Hamburger Fußball-Verband als Plan B im Köcher, falls es mit einem Lotto-Pokalfinale im Stadion an der Hoheluft wegen der Corona-Res­triktionen nicht klappen sollte. „Wenn wir ohne Zuschauer spielen, geht das sicher auch in Buchholz“, schätzt HFV-Sprecher Carsten Byernetzki.

„Das ist ein richtig tolles Signal“

Bei den Vereinen stößt die Initiative der Verbände auf breite Zustimmung. „Das ist ein richtig tolles Signal“, freut sich Jean-Pierre Richter, Trainer des Oberliga-Meisters TuS Dassendorf. „Nachdem die Geschwindigkeit des HFV lange Zeit nicht so überzeugend war, ist das jetzt ein sehr sinnvoller Plan“, lobt Thorsten Beyer, Coach des Bezirksligisten SC Vier- und Marschlande. Eine Durchführung der Pokalspiele könnte auch einen zügigen Start des Ligabetriebs befördern, doch wann das genau möglich sein wird, das ist für SVCN-Manager Oliver Schubert nur Nebensache: „Wir müssen alle froh und dankbar sein, wenn wir überhaupt wieder Fußball spielen dürfen.“