VfL Grünhof-Tesperhude

Diese Herren sind seit 50 Jahren eine Fußball-Mannschaft

Am 7.7.1970 haben sich die Super-Senioren-Fußballer des VfL Grünhof-Tesperhude als 3. Herren gegründet, hinten (v.l.): Norbert Kontecki, Detlef Gröhnke, Uwe Kastner, Dieter Baumbach, Alfred Josteit, Walter Köchel, Helmut Bültemann, Otto Bültemann, Heinz Kuptz, Peter Scharnberg, Jakob Schmidt, Hans-Jürgen Reinert, Eckard Schulz, Günter Scherbarth, Otto Bruns, Uwe Steder, Willi Jens. Vorn, v.l.: Peter Wille, Holger von Riesen, Reiner Bruns, Anselm Jünemann, Carsten Reich, Hansi Weiss, Andreas Mikat, Peter Kägeler, Klaus Svensson, Hans-Joachim Konrad, Norbert Behn.

Am 7.7.1970 haben sich die Super-Senioren-Fußballer des VfL Grünhof-Tesperhude als 3. Herren gegründet, hinten (v.l.): Norbert Kontecki, Detlef Gröhnke, Uwe Kastner, Dieter Baumbach, Alfred Josteit, Walter Köchel, Helmut Bültemann, Otto Bültemann, Heinz Kuptz, Peter Scharnberg, Jakob Schmidt, Hans-Jürgen Reinert, Eckard Schulz, Günter Scherbarth, Otto Bruns, Uwe Steder, Willi Jens. Vorn, v.l.: Peter Wille, Holger von Riesen, Reiner Bruns, Anselm Jünemann, Carsten Reich, Hansi Weiss, Andreas Mikat, Peter Kägeler, Klaus Svensson, Hans-Joachim Konrad, Norbert Behn.

Foto: Dirk Schulz

Grünhof. Dass sie keine Eintagsfliege sein würden, ahnten die elf Anwesenden im Lokal „Bruhn“ – gelegen im Geesthachter Stadtteil Tesperhude – am 7. Juli 1970 wohl bereits. Jedenfalls hielten sie in ihrem Sitzungsprotokoll die Beschlüsse für das gemeinsame Vorgehen genau fest. Der Grund ihrer Zusammenkunft war die Gründung einer Fußball-Mannschaft, genauer gesagt der 3. Herren des VfL Grünhof-Tesperhude.

Heute gelten immer noch die gleichen Grundsätze von damals: Kameradschaft, Gemeinschaftsförderung, Einbindung der Angehörigen, demokratische Abstimmung über Beschlüsse. Denn auch 50 Jahre später gibt es die Mannschaft immer noch. Inzwischen treten sie allerdings bei den Super-Senioren Ü60 gegen den Ball.

„Wir wollen seit 25 Jahren aufhören“

„Seit 25 Jahren sagen wir, dass wir bald aufhören wollen und hängen dann doch noch ein Jahr dran. So ist es auch diesmal“, sagt Helmut Bültemann, der nach 539 Partien als aktiver Spieler noch zehn Jahre „Trainer“ des Teams war und heute zu den passiven Mitgliedern zählt.

Derzeit gehören 24 Aktive und 14 Passive zur Truppe. Von den Gründern ist mit Heinz Kuptz einer immer noch aktiv. Drei weitere (Otto Bültemann, Siegfried Laack, Peter Scharnberg) sind passiv dabei. Die meisten Spiele hat – natürlich – Kuptz bestritten. Der 80-Jährige bringt es auf sage und schreibe 1048 Partien. Das wissen die Grünhofer so genau, weil sie akribisch Buch führen. Allerdings nicht ohne Hintergedanke: Jeder Spieler erhält nach 25 Begegnungen eine Urkunde, die von allen Mitspielern unterschrieben wird, im Gegenzug muss er der Mannschaft einen ausgeben.

Acht Meisterschaften in 50 Jahren

Von legendären Zusammenkünften können sie inzwischen abendfüllende Geschichten erzählen: von ihrer langjährigen Freundschaft mit den Dänen von Olympia Kopenhagen nebst diversen gegenseitigen Besuchen oder von unzähligen, privaten oder vom Verein ausgerichteten Festen.

Dass sie aber nicht nur abseits sondern auch auf dem Platz erfolgreich sein wollen, das war den Grünhofern lange klar, bevor sie eine Mannschaft für die Ewigkeit wurden. „Alles in allem herrschte eine Einigkeit, die uns zu großen sportlichen Leistungen animieren sollte“, heißt es im Schlusswort des Gründungsprotokolls.

Es sollten nicht nur leere Worthülsen bleiben: Acht Meisterschaften in den diversen Altersklassen (Untere Herren, Alte Herren, Senioren, Super-Senioren) stehen inzwischen auf dem Briefkopf. „Dass wir immer noch keinen Stern für jeden Titel auf dem Trikot haben, ist ein Unding“, scherzt Heinz Kuptz.

Wehe, wenn der Gegner die Oldies unterschätzt

Der letzte Titel liegt allerdings bereits zehn Jahre zurück. Das mag daran liegen, dass ihre Gegner im Schnitt immer deutlich jünger sind. Die Grünhofer Dauerbrenner zu unterschätzen kann allerdings gefährlich werden. Komet Blankenese kann ein Lied davon singen. „Seitdem ich dabei bin (2003, die Red.), fahren wir immer mit einem Kleinbus vom Seniorenstift Aumühle zu den Auswärtsspielen“, berichtet Detlef Gröhnke. Sehr zur Verwunderung der Blankeneser.

„Ich habe erzählt, dass ich die Spieler alle aus dem Altersheim abholen muss. Spätestens als ich dann noch einen Hocker zum Aussteigen hingestellt habe, haben sie uns nicht mehr ernst genommen“, so Gröhnke weiter, der mit diebischem Grinsen ergänzt: „Wir haben sie 4:1 auseinandergenommen.“

In 50 Jahren nur 68 Spieler eingesetzt

Auch die Geschichte einer etwas ausufernden Party auf dem Sportplatz sorgt viele Jahre später immer noch für Gelächter. „Es hatte sich wohl ein Nachbarn über die Lautstärke beschwert. Jedenfalls kam der Dorfpolizist und wollte das Fest beenden. Man, haben wir den besoffen gemacht und weitergefeiert“, schmunzelt der nicht mehr aktive Schriftführer Jakob Schmidt, der mit 743 Partien hinter Uwe Kastner (753) auf Rang drei der ewigen Spielerliste liegt.

Bemerkenswert ist zudem, dass in all den Jahren lediglich 68 Akteure zum Einsatz kamen. „Wir hatten wenig Fluktuation. Die meisten haben solange gespielt, wie sie konnten. Abgänge zu anderen Vereinen hatten wir kaum“, betont Schriftführer Schmidt. Allerdings mussten sich die Grünhofer natürlich im Laufe der Zeit verjüngen. So hätte für das derzeitige Mannschaftsküken Michael Gebert zum Gründungszeitpunkt noch Punkt 6 des Sitzungsprotokolls gegolten. Dort heißt es: „Ersatzleute sind verpflichtet, während des Spiels die Kinderbetreuung zu übernehmen.“ Am 7. Juli 1970 war der heute 59-jährige Gebert neun Jahre alt.