Volleyball

Ostbek Cowboys spielen als Walddörfer SV

Wollen es noch mal in der Regionalliga wissen: die Volleyballer des Oststeinbeker SV II.

Wollen es noch mal in der Regionalliga wissen: die Volleyballer des Oststeinbeker SV II.

Foto: Oststeinbeker SV

Zwei Teams eines Vereins in der Volleyball-Regionalliga lassen die Regularien nicht zu. Also wechseln die Ostbek Cowboys zum Walddörfer SV.

Oststeinbek. Die Schläfen sind inzwischen grau meliert, oder das Haupthaar ist fast gänzlich verschwunden. Ohne Frage, die Ostbek Cowboys sind in die Jahre gekommen. Und doch wollen es sich die Volleyballer des Oststeinbeker SV II noch einmal beweisen. Nachdem sie viermal auf den Aufstieg in die Regionalliga verzichteten, wagen die älteren Herren (Durchschnittsalter rund 45 Jahre) nun doch den Schritt in die vierthöchste Spielklasse Deutschlands.

Und genau hier beginnt das Problem. Denn auch die erste Mannschaft des Vereins, die Ostbek Pirates, ist in der Regionalliga vertreten. Zwei Teams eines Clubs in dieser Staffel sind nach den Regularien jedoch nicht zulässig. Also was tun? „Wir haben erst überlegt, einen eigenen Verein zu gründen. Aber das war uns dann für ein Jahr doch zu aufwändig“, sagt Jan Schneider, der bei den Cowboys spielt und der Oststeinbeker Volleyball-Sparte seit vielen Jahren vorsteht.

Heimspiele und Training in Oststeinbek

Die Lösung: Das Team vereinbarte mit dem Walddörfer SV eine „umfassende Kooperation“ (Schneider) und spielt fortan als „Walddörfer SV Cowboys“ in der Regionalliga. Hintergrund: Das Spielrecht ist frei übertragbar. Einen kompletten Umzug nach Volksdorf wird es jedoch nicht geben. Trainiert wird weiter in Oststeinbek, und in der Walter-Ruckert-Halle am Meessen sollen auch die Heimspiele ausgetragen werden. „Als Doppelspieltage mit den Pirates“, wie Schneider betont.

Der Walddörfer SV kann auf diese Weise erstmals seit 40 Jahren wieder eine Mannschaft in der Regionalliga melden. Zudem sind gemeinsame Trainingsbesuche und ein Jugendturnier geplant.

15 Spieler wechseln formal den Verein

Rund 15 Cowboys werden dann neben ihrer OSV-Mitgliedschaft auch die des WSV haben. Mit Lars Loßin bleibt ein Spieler allerdings weiter ein Oststeinbeker durch und durch. Er wechselt zu den Pirates. Zudem kehrt mit Matthias Ahlf ein Ehemaliger zum OSV zurück. Demgegenüber stehen mit Robert Mehrkens und Marc Liebhold zwei Abgänge.

Unklar ist noch, welche Rolle Björn Domroese im Pirates-Kader spielt. Er war die vergangenen Jahre im Wechsel Spieler, Trainer sowie Co-Trainer und will nun eigentlich den Sportlichen Leiter Steffen Trommeshauser im organisatorischen Bereich unterstützen. Trainiert werden die Pirates weiter von Sebastian Lemke. Der gibt als Saisonziel aus: „Nicht noch mal nach unten in der Tabelle gucken zu müssen.“ Denn nach dem Abstieg aus der 3. Liga standen die Pirates bis zum Saisonabbruch in der Regionalliga auf einem Abstiegsplatz und hielten die Klasse nur dank Corona.

Nach einem Jahr wird neu geschaut

Wie es in einem Jahr mit den Cowboys weitergehen wird, ist offen. Halten sie die Klasse, wollen das Experiment aber beenden, könnte der Regionalliga-Platz der Cowboys an den Walddörfer SV übergehen. Deren eigentliche erste Mannschaft ist gerade ungeschlagen in die Verbandsliga aufgestiegen und strebt nach Höherem. Sollten die Pirates hingegen absteigen, könnten sie den Platz der Cowboys „übernehmen“. „Mal gucken. Wir sind ehrlich gespannt, wofür es bei uns noch reicht“, sagt Jan Schneider.

Klar ist, Trainingsweltmeister werden sie nicht (mehr). „Einmal in der Woche muss reichen“, so Schneider schmunzelnd. Reichlich spielerische Klasse ist aber vorhanden. In ihrer glorreichen Zeit pritschten und baggerten die Cowboys vier Jahre in der 2. Liga und zwei Spielzeit sogar in Liga eins. Damals wie heute dabei sind Akteure wie Jan Buhrmester, Hendrik Hofmann, Martin Kauffeldt oder Rüdiger Barth. Das liegt allerdings bereits über eine Dekade zurück. Von 2002 bis 2008 ritten die Cowboys im nationalen Rampenlicht – allerdings noch mit vollem Haar.