Handball

Vier Stammspielerinnen weg – Elbdiven: „Jetzt erst recht!“

Anna Marcela Krajewski (links) und Sabrina Reimers gehören zu den Erfahrensten bei den Elbdiven.

Anna Marcela Krajewski (links) und Sabrina Reimers gehören zu den Erfahrensten bei den Elbdiven.

Foto: Bode

Gleich vier Leistungsträgerinnen verließen das Handball-Team der Lauenburger SV. Der Rest will sich nicht unterkriegen lassen.

Lauenburg. Ein junger Löwe brüllt auf der Facebook-Seite der Handballerinnen der Lauenburger SV den Besucher an. Daneben steht: „Elbdiven – Jetzt erst recht!“

Als LSV-Manager Arne Bahde den Mutmacher gestaltete, hatte er den knapp verpassten Aufstieg in die Oberliga im Sinn. Nur sechs Sekunden hatten im Heimspiel gegen den Aufstiegskonkurrenten Slesvig IF zum Sieg gefehlt. Denn eben jene sechs Sekunden vor Schluss fiel der Schleswiger 29:29-Ausgleich, nachdem die LSV einen 8:1-Start hingelegt hatte. Das sollte letztlich entscheidend dafür sein, dass Slesvig IF als Tabellenzweiter in die Oberliga aufstieg, die Elbdiven hingegen als Tabellendritter auch in der kommenden Saison wieder in der Schleswig-Holstein-Liga ran müssen. Denn zum Rückspiel in Schleswig kam es wegen der Corona-Pandemie nicht mehr.

Eine neue Torhüterin wird gesucht

In dieser Woche bekam das Motto „Jetzt erst recht“ noch eine zweite Bedeutung, denn mit Torfrau Vanessa Wulf kehrte nach Kreisläuferin Kaya Manthey (zum TSV Ellerbek) und den Zwillingen Alina und Sarie Stapelfeldt (beide HSG Bergedorf) bereits die vierte Leistungsträgerin der Elbestadt den Rücken. Sie wechselt ebenfalls zur HSG Bergedorf in die Oberliga (wir berichteten) „Das hat mich total überrascht“, gibt Bahde zu. Da Torfrau Lena Gansor-Kaatz aus beruflichen Gründen kürzer treten will und künftig nur noch einmal pro Woche trainieren kann, muss noch eine erfahrene Keeperin her. Plötzlich ist das Tor die größte Baustelle.

„Sehr enttäuscht über einige Spielerinnen“

Für Ärger hatte zuvor der Abschied der Stapelfeldt-Zwillinge gesorgt. „Sie hatten vorher bei uns schon zugesagt“, betont Bahde, „ich bin sehr enttäuscht über das, was passiert ist, weil ich immer geglaubt habe, dass bei uns in der Mannschaft kein Blatt Papier dazwischen passt.“ So wie im Verhältnis zu Kaya Manthey, deren Abschied lange geplant war. Jahrelang hatte die Kreisläuferin auch längste Fahrtwege in Kauf genommen, um bei den Elbdiven spielen zu können. Selbst in ihrer Studienzeit in Göttingen kam sie regelmäßig nach Lauenburg und trug weiter das LSV-Trikot.

Dieser besondere Elbdiven-Geist soll wieder wachsen, wenn die LSV-Frauen, die sich momentan in Kleingruppen fit halten, Anfang Juli wieder mit dem Training beginnen. Für einen positiven Schub könnte die Rückkehr von Top-Torschützin Svea Böge sorgen, die zuletzt in Norwegen studiert hat. „Sie hat allen Abwerbe-Versuchen widerstanden“, verteilt Bahde eine Spitze in Richtung Stapelfeldt-Zwillinge.

Drei A-Jugendliche neu dabei

Doch auch auf den anderen erfahrenen Kräften wird mehr Druck als bisher lasten. Linksaußen Sabrina Reimers, die Rückraum-Schützinnen Lena Hadeler, Anna Marcela Krajewski und Sarah Lemmermann, die wieselflinke Suelin Demir oder die Kreisläuferinnen Maren Knakowski und Lena Bahde werden das LSV-Schiff zurück auf Aufstiegskurs bringen müssen. Auf dem Papier ist die Liga schwächer als in der vergangenen Saison, da Meister Preetz und Vize-Meister Schleswig aufgestiegen sind, ohne dass aus der Oberliga ein Team herunterkommt. Dafür ist der ehemalige Drittligist HSG Jörl-DE Viöl, der sich freiwillig in die SH-Liga zurückgezogen hat, die große Unbekannte. „Man wird abwarten müssen, was die für ein Team haben werden“, blickt LSV-Trainer Dieter Eigemann voraus.

Vier Youngster wirbeln mit

Viel dürfte für die Lauenburgerinnen davon abhängen, wie schnell sich die drei Neuzugänge aus der A-Jugend, Luisa Rott, Anna-Pauline Lüth und Lavinia Tamm, in der Schleswig-Holstein-Liga etablieren. Bereits ein Jahr Erfahrung bei den Frauen hat Außenangreiferin Stine Buhmann, die ihnen als Vorbild dienen kann. Zwölf Spielerinnen umfasst der Kader momentan. „Für 2021 habe ich schon weitere Zusagen“, blickt Arne Bahde voraus, „für die kommende Saison hatten diese Spielerinnen aber schon bei ihren Vereinen zugesagt – und für manche bedeutet das halt was.“