Nach Saisonabbruch

SV Nettelnburg/Allermöhe als Gewinner der Corona-Krise

Tütet derzeit noch den einen oder anderen Neuzugang ein: SVNA-Teammanager Jan Arp.

Tütet derzeit noch den einen oder anderen Neuzugang ein: SVNA-Teammanager Jan Arp.

Foto: Hanno Bode

Mit den 1. Herren und den B-Junioren vermieden gleich zwei SVNA-Teams durch den Saisonabbruch den Abstieg.

Nettelnburg. Die Fußball-Abteilung des SV Nettelnburg/Allermöhe kann optimistisch in die Zukunft schauen. Obwohl mit den 1. Herren (Vorletzter der Landesliga) und den B-Junioren (Vorletzter der Regionalliga) die beiden Aushängeschilder des Vereins in der Saison 2019/20 Abstiegsplätze belegen, halten sie nun aufgrund des vorzeitigen Saisonabbruchs die Klasse. Zwar muss der Beschluss vom Hamburger Fußball-Verband und vom Norddeutschen Fußball-Verband, dass es keine Absteiger geben soll, im Juni noch von den jeweiligen Verbandstagen bestätigt werden, aber das dürfte nur Formsache sein. Insofern könnte man den SVNA den großen Gewinner der Corona-Krise nennen.

Grassé: „Die einzig vernünftige Lösung“

Als Geschenk will Abteilungsleiter Gerald Grassé die Entwicklung aber nicht verstanden wissen. „Dass es keine Absteiger geben soll, ist die einzig vernünftige Lösung“, resümiert er zufrieden, „ich bin aber überzeugt, dass es beide Teams auch sportlich noch geschafft hätten. Die Tabelle ist ja nur eine Momentaufnahme. Unsere Landesliga-Herren hätten bei noch vier Duellen gegen direkten Konkurrenten alles in den eigenen Händen gehabt. Für die B-Junioren wäre es schwerer geworden, aber sie sind gegen Saisonende traditionell immer sehr stark.“ In dieses Horn stößt auch B-Junioren-Trainer Wolfgang Skubsch: „Wir hätten das noch gepackt! Meine Mannschaften holen in der Rückrunde immer mehr Punkte als in der Hinrunde.“ In der Tat waren die Nettelnburger schon in der vergangenen Spielzeit lange abgeschlagen, schafften dann aber dank einer bärenstarken Rückrunde den Klassenerhalt noch ganz locker.

30 Anmeldungen für Regionalliga-Casting

Am heutigen Montag (18 Uhr, Henriette-Herz-Ring) beginnt nun das Casting für die kommende Saison in der B-Junioren-Regionalliga, und der Blick geht endgültig wieder in Richtung Zukunft. Weitere Sichtungen folgen am Dienstag (18 Uhr), Freitag (17 Uhr) und Pfingstmontag (11 Uhr, 12.30 Uhr und 14.30 Uhr). „Ich habe schon über 30 Voranmeldungen“, freut sich Grassé. Die Aussicht, Regionalliga spielen zu können, zieht bei den jungen Talenten in Hamburg und der Umgebung.

Arp: „Können nicht mit allen konkurrieren“

Vor zwei Jahren war Luc-Noah Klasen ein solches Talent. Als Kapitän war er die Stütze des damaligen B-Junioren-Regionalligateams und wechselte dann zum SC Victoria und Eimsbütteler TV. Nur zu gerne hätte SVNA-Ligamanager Jan Arp den Verteidiger jetzt für die 1. Herren zurück nach Nettelnburg geholt. „Wir hatten immer Kontakt, doch er sagte mir, der SVNA sei dieses Jahr für ihn nicht interessant“, schildert Arp, „als er dann eine Woche später bei Curslack zugesagt hat, wusste ich warum. Mit manchen Nachbarvereinen können wir halt nicht konkurrieren.“

Spiewak und Stefaniuk als neue Eckpfeiler

Umso wichtiger, dass nun wenigstens der Klassenerhalt feststeht. „Auch für viele Spieler aus dem aktuellen Kader war das von großer Bedeutung“, betont Arp, „ich hoffe, sie haben ihre Lektion aus der vergangenen Saison gelernt. In dem Kader steckt sehr viel mehr Potenzial, als sie gezeigt haben.“

Um Abwehrkante Robert Spiewak und Sturmjuwel Philip Stefaniuk herum soll nun das neue Team aufgebaut werden. Drei bis vier Neuzugänge stünden schon fest, betont Arp, wollte aber noch keine Namen nennen. Nach den Abgängen von Rene Seibert, Fabian Reimers (beide Ohe), Dominik Schindler (Atlantik), Ruven Scharnberg (Börnsen), Kai Erschens, Philip Sander, Oliver Lubinski und Tom Müller (alle Ziel unbekannt) dürfte es aber auch weiterhin noch Handlungsbedarf geben.