Fußball

Ärger über den HFV: „Die Umfrage ist witzlos“

Wie geht es mit dem Amateur-Fußball weiter?

Wie geht es mit dem Amateur-Fußball weiter?

Foto: Hanno Bode

Soll die Amateur-Saison in Hamburg abgebrochen oder fortgesetzt werden? Die Vereine können bis zum 17. Mai abstimmen.

Bergedorf. Am 17. Mai sollten im Herrenbereich des Hamburger Fußball-Verbands die letzten Punktspiele der laufenden Saison ausgetragen werden. Das war allerdings vor Corona. Nun hat dieses Datum eine andere Bedeutung bekommen: An diesem Tag endet die Frist, bis zu der Vereine an einer Umfrage des HFV teilnehmen können, wie mit der unterbrochenen Serie weiter verfahren wird (wir berichteten).

Am Mittwochabend hatte der Verband – endlich, wie viele Vereinsvertreter finden – das weitere Prozedere öffentlich gemacht. Und zwar in einem 14:23 Minuten langen Video. Der Inhalt sorgte allerdings nicht für Begeisterung. „Außer dass jetzt die Umfrage steigt, haben sie nichts bekanntgegeben, was wir nicht schon wussten. Jetzt kann ich zwar abstimmen, ohne allerdings die Konsequenzen zu kennen. So ist die Umfrage witzlos“, bemängelt stellvertretend Dünebergs Liga-Obmann Andreas Kreutzer.

HFV hat Angst vor Klagen

Zwischen zwei Varianten können die Clubs wählen: Fortsetzung oder Abbruch der Saison. Für alle Spiel- und Altersklassen soll es nur eine Regelung geben. Zudem hat der HFV-Vorstand für jede Variante Vor- und Nachteile erstellt. Dabei fällt auf, dass es aus Verbandssicht mehr Vorteile für eine Fortsetzung und mehr Nachteile bei einem Abbruch gebe. Weiter mahnt der Verband: „Der Abbruch der Saison wäre ein sehr schwerer Eingriff in die sportliche Situation mit daraus erwachsenen rechtlichen Problemen und hohen Haftungsrisiken.“

Vereine für Abbruch der Saison

Während der HFV also zu einer Fortsetzung der Serie tendiert, wollen die Vereine das Gegenteil. In einer Umfrage unserer Zeitung sprachen sich überwältigende 96 Prozent für einen Abbruch aus. Außerdem glaubt DSV-Obmann Kreutzer: „Klagen können bei beiden Varianten kommen.“

Zudem drängt die Zeit. Erst am 19. Mai will der Verband die Abstimmungsergebnisse veröffentlichen und das weitere Vorgehen bekanntgeben. Das muss dann noch satzungsgemäß beschlossen werden. Doch bereits am 30. Juni enden viele Trainer- und Spielerverträge, dann beginnt die Wechselperiode. Vereinsaustritte sind vielfach nur viertel- oder halbjährlich möglich.

„Was ist, wenn wir die alte Saison, zu der ich völlig den Bezug verloren habe, irgendwann fortsetzen? Beginnen wir nach dem Ende, weil die Zeit drängt, sofort mit der neuen? Die Wechsel müssten dann in kürzester Zeit erfolgen“, wundert sich Daniel Schmitt, Teammanager des FC Voran Ohe.

Große Beachtung fand ein Schreiben der FTSV Lorbeer Rothenburgsort auf ihrer Facebook-Seite. Der Club wirft dem HFV Untätigkeit vor. Die FTSV fordert: „Handelt endlich!“ Andere der 21 DFB-Landesverbände haben längst Entscheidungen getroffen, etwa Sachsen: Dort wird die Saison abgebrochen. Es gibt keine Absteiger, die Aufsteiger werden nach dem Quotienten (Punkte durch Spiele) ermittelt. Für diese Variante waren in unserer Umfrage übrigens 77 Prozent.