TuS Dassendorf

Möller selbstkritisch: „Der Sven meckert gern!“

Das Trikot beweist es: Sven Möller (TuS Dassendorf) gibt immer alles.

Das Trikot beweist es: Sven Möller (TuS Dassendorf) gibt immer alles.

Foto: Hanno Bode

Ehrgeizig ist er, sehr effektiv (110 Tore, 94 Vorlagen in 300 Oberligaspielen) und erfolgreich: Im Juli wird Dassendorfs Sven Möller 30.

Dassendorf. Die Geschichte seines ersten Fußballtrainings erzählt Mutter Gritt Möller ihrem Sohn Sven heute noch gern. Sie geht so: „Ich war fünf und gemeinsam mit einem Freund neu beim SVNA. Der konnte aber nicht so recht loslassen und saß nur bei seiner Mutter. Ich war die ganze Zeit weg. Da hat meine Liebe zum Fußball wohl angefangen“, sagt Sven Möller. Das war vor einem Vierteljahrhundert. Heute spielt er bei der TuS Dassendorf und ist einer, wenn nicht der beste Amateurfußballer der Hansestadt. In knapp zwei Monaten, am 1. Juli, feiert Hamburgs Amateurfußballer des Jahres 2018 seinen 30. Geburtstag.

„Er hat eine außergewöhnliche Abschlussfähigkeit“, sagt Sven Schneppel. Der aktuelle Trainer des VfL Lohbrügge war am „Binner“ schon einmal Coach, als Sven Möller mit 19 Jahren seine ersten Schritte im Herrenfußball machte. Damals wie heute in Hamburgs höchster Klasse. Seitdem ist „Mölli“ 300-mal in der Oberliga aufgelaufen. Seine phänomenalen Werte: 110 Tore und 94 Vorlagen (Quelle: transfermarkt.de). „Und man darf nicht vergessen, dass er Mittelfeldspieler ist“, betont Jean-Pierre Richter, sein jetziger Trainer in Dassendorf. Aber einer „mit hoher Qualität in seinen Füßchen“, wie TuS-Sportchef Jan Schönteich ergänzt.

Sechs Mal Meister, zweimal Pokalsieger

Fünf Meisterschaften und zwei-mal den Pokal hat Möller mit Dassendorf gewonnen. Dazu kommt ein erster Platz in der Oberliga Niedersachsen beim Lüneburger SK. Ein Einsatz in der Regionalliga steht dennoch nicht in seiner Vita.

Ein Engagement in der vierten Liga hat sich nie ergeben. Dabei stand er in jungen Jahren zweimal in Verhandlungen mit dem FC St. Pauli II, einmal mit Werder Bremen II. „Bremen war ich damals mit fast 21 zu alt, und Pauli wollte mich nicht. Vielleicht hätte ich damals noch mehr danach hinterher sein müssen. Denn geschafft hätte ich es, dafür bin ich selbstbewusst genug“, sagt Sven Möller, dem fürs Profigeschäft vielleicht auch die Endgeschwindigkeit fehlte.

Anstatt in die „Zweite“ eines Proficlubs wechselte er von Lohbrügge zum SV Curslack-Neuengamme und später nach Lüneburg. Als er sich mit dem LSK nicht über die Vertragsmodalitäten für die Regionalliga einigen konnte, ging er 2014 nach Dassendorf, das trotz aller Titel immer auf den Aufstieg verzichtete. „Als ich zur TuS bin, war klar, dass Fußball nur ein Hobby bleibt“, sagt Möller.

Traum: Noch einmal im DFB-Pokal spielen

Allerdings eines, in dem er immer das Bestmögliche erreichen will, was sich in unbändigem Ehrgeiz Bahn bricht. Mitunter schießt er damit über das Ziel hinaus und motzt dann mit Freund und Feind. „Der Sven meckert gern. Das ist meine Schwäche. Das war schon mit 15 beim SVNA so und verfolgt mich“, sagt Möller selbstkritisch. Etwa in seinem ersten Oberligaspiel von Beginn an gegen BU. „Schiedsrichterin Sandra Pansch hat mir Rot gezeigt. Ich glaube, weil ich gemeckert haben. So bin ich aber nur auf dem Platz. Privat bin ich eigentlich sehr gelassen.“

Dort, zu Hause in Winterhude bei Freundin Maike, die er 2021 heiraten will, ist er gerade häufiger als ihm lieb ist. „Ich genieße die viele Zeit mit ihr, aber ich war noch nie so lange ohne Fußball. Das ist wie auf Entzug“, sagt Möller, der in Dassendorf noch drei Jahre Vertrag hat – und viel vor. „Die großen Spiele und Titel sind hängengeblieben. Das Highlight war aber das Spiel mit Dassendorf gegen Dresden. Noch einmal DFB-Pokal spielen, das ist mein persönliches Ziel.“ Das wäre dann eine Geschichte, von denen er später seinen eigenen Kindern erzählen könnte.