Kein Spielbetrieb

Fußballsaison endet am 30. Juni

Wegen der Coronakrise bleiben die Fußballanlagen geschlossen.

Wegen der Coronakrise bleiben die Fußballanlagen geschlossen.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Während Schleswig-Holstein Fakten schafft, ist in Hamburg weiter alles offen.

Bergedorf. Seit Montagabend haben die Vereine des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbands (SHFV) im Gegensatz zu den Hamburger Klubs Gewissheit: Die Spielzeit 2019/20 wird nicht über den 30. Juni hinaus verlängert. Die Saison des SHFV endet also trotz Coronakrise für alle Spiel- und Altersklassen wie sonst auch. Dafür sprachen sich 114 von 115 Kreis-Delegierte bei einer Enthaltung aus.

Formal würde damit das neue Spieljahr am 1. Juli starten. Die Wechselfristen könnten somit bestehen bleiben. Wann die Punktspiele der neuen Serie beginnen könnten, ist dagegen weiter völlig offen.

Der SSV Schnakenbek ist einer der wenigen Clubs unseres Verbreitungsgebiet, der im SHFV spielt. Glücklich ist Fußball-Obmann Matthias Gembries mit dem Beschluss allerdings nicht. „Der Informationsfluss lässt zu wünschen übrig. Wer sind denn die 115 Leute, die abgestimmt haben? Und als Staffelleiter für sechs Ligen im Kreis Herzogtum Lauenburg sowie als Vorsitzender des Kreis-Jugendausschusses wüsste ich schon gern, wie es weitergeht“, sagt Gembries.

Wie wird die Saison gewertet?

Denn wie die alte Serie gewertet werden soll, haben die Schleswig-Holsteiner noch nicht entschieden. Das soll gesondert festgelegt werden. Klar scheint, bis zum 30. Juni wird es keinen Spielbetrieb geben.

Aber immerhin wissen Gembries und Co. jetzt, wohin die Reise geht. Auch in Bayern ist das so: Dort soll die alte Saison ab dem 1. September fortgesetzt werden (wir berichteten). Andere der insgesamt 21 Landesverbände des DFB haben zumindest schon mal ein Meinungsbild ihrer Vereine eingeholt. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist eine große Mehrheit für einen Abbruch und gegen eine Verlängerung der Saison.

HFV sieht keine Eile geboten

Und in Hamburg? Hier gilt: Still ruht der See. „Uns drängt ja keiner. Wir gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit weiter kein Fußball gespielt werden darf. Eine Meinungsabfrage hätte aus unserer Sicht bislang nicht viel gebracht“, sagt Carsten Byernetzki, stellvertretender Geschäftsführer des Hamburger Fußball-Verbands.

Eine Sichtweise, die Jan Schönteich, Sportchef der TuS Dassendorf, nicht nachvollziehen kann. „Ich hätte tausend ernsthafte Fragen. Etwa, was mit Spielern ist, die am 30. Juni den Klub verlassen? Was ist mit denen, die am 1. Juli kommen? Darum verstehe ich die Entspanntheit des HFV nicht. Ich will einfach mal wissen, woran wir sind“, sagt Schönteich.

Darauf wird er bis zur kommenden Woche warten müssen. „Dann werden wir transparent und öffentlich machen, wie die Gedankenwelt unseres Präsidiums ist“, verspricht Byernetzki. Auch die Vereine sollen mit ins Boot geholt werden. Das hätte allerdings in den vergangenen Wochen längst geschehen können.