Corona

Breitensport: Neustart mit Einschränkungen

Der Golfball liegt für den Abschlag bereit, wann der geschlagen werden darf, ist offen.

Der Golfball liegt für den Abschlag bereit, wann der geschlagen werden darf, ist offen.

Foto: RAY / Ray - stock.adobe.com

Beim Tennis nur mit eigenen Bällen aufschlagen, beim Golfen die Fahne am Loch nicht berühren – so könnte die Wiederaufnahme des Sports aussehen.

Brunstorf/Bergedorf. Thomas Marxsen wartet nur noch auf das grüne Licht der Sportminister. Für Anfang Mai hofft der Manager des Golf & Country Club Brunstorf, dass er seine Anlage – unter strengen Auflagen – wieder öffnen darf. Der Golfsport gehört wie Tennis oder Leichtathletik zu der Gruppe von Sportarten, die als erste von einer Wiederaufnahme des organisierten Sports profitieren würden.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat im Schulterschluss mit den 16 Landesverbänden schon einmal das Angebot an die politischen Verantwortungsträger in Bund und Ländern konkretisiert und sportart-spezifische Übergangsregeln vorbereitet. Dies soll in die weiteren Abstimmungen auf Bundesebene einfließen.

„Mit dem nun vorliegenden Paket aus Leitplanken ist eine gute Handlungsgrundlage für die Umsetzungen in den Vereinen geschaffen“, sagte Ralph Lehnert, Vorstandsvorsitzender des Hamburger Sportbunds.

Klar ist, dass es im ersten Schritt nur Lockerungen für Sport im Freien und unter Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln gibt. Darüber hinaus sollen unter anderem Vereinsheime, Gastronomiebereiche und Umkleidekabinen geschlossen bleiben sowie kleinere Trainingsgruppen gebildet und auf Wettbewerbe verzichtet werden.

Golf: Die Fahnen beim Einlochen anzufassen ist tabu

Für die Golfer in Brunstorf hat Thomas Marxsen zwei DIN-A4-Seiten an speziellen Regelungen zusammengestellt. „Wir würden immer nur zwei Leute gleichzeitig in einen ,Flight’ (Spielgruppe, die Red.) lassen, auch keine vierköpfige Familie. Sonst würde es mit dem Spieltempo nicht hinkommen“, betont Marxsen. Sollte es doch einmal einen Stau geben, sind dafür extra Wartebereiche eingerichtet.

Weiter dürfen die Fahnen bei den einzelnen Löchern unter keinen Umständen berührt werden. Der Ball soll zudem durch eine Vorrichtung nicht so tief wie üblich eingelocht und damit leichter entnommen werden können. „Es ist sehr detailliert, damit keine Diskussionen aufkommen. Und wer sich nicht daran hält, darf sofort gehen“, streicht Marxsen heraus.

Trotz allem und auch wenn noch nicht feststeht, ob die Golfer direkt am 4. Mai wieder loslegen dürfen, ist der Tag in Brunstorf über ein digitales Startzeitensystem bereits ausgebucht.

Tennis: Jeder Spieler soll nur mit seinen Bällen aufschlagen

Die Tennisgemeinschaft Elbe-Bille hat aktuell noch keine Zeiten vergeben und wird für die Platzbelegung extra ein neues Online-System einführen. Wie die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs aussehen kann, darüber hat der Vorsitzende Jan Ehrig bereits konkrete Vorstellungen. „Wahrscheinlich darf man nur Einzel, aber keine Doppel spielen. Und es wird einige Merkwürdigkeiten geben“, warnt Ehrig vor, der auch Manager des Bergedorfer Tenniskreises ist.

So soll jeder Aktive seine eigenen Bälle mitbringen und nur mit diesen aufschlagen dürfen. Beim Seitenwechsel soll ein Spieler links und der andere rechts am Netz vorbeigehen. Zudem sagt Jan Ehrig: „Trainingsstunden mit zwei Schülern gleichzeitig auf dem Feld halte ich für möglich.“

Auch bei der TSG Bergedorf laufen Überlegungen,wie sich Angebote, etwa Kurse, nach draußen verlagern lassen. „Wir wollen auf alles vorbereitet sein. Bei den Mannschaftssportarten sind aber die jeweiligen Verbände gefordert, sich etwas auszudenken. Fußballer können sich ja Bälle auch zupassen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Thorsten Wetter.

Bei all diesen Vorhaben darf eines nicht vergessen werden. „Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung muss unverändert Priorität haben“, strich Jürgen Mantell, der Präsident des Hamburger Sportbundes, heraus.