Maximilian Buhk

„Fußball-Bundesliga-Spiele wären das ganz falsche Signal“

Ein Mann mit klaren Ansichten: Maxi Buhk,

Ein Mann mit klaren Ansichten: Maxi Buhk,

Foto: Gruppe C / Eugen Shkolnikov / Gruppe C / Tim Upietz

Autorennfahrer Maximilian Buhk hat durch Corona Zwangspause. Doch Sonderregeln für Profi-Sportler hält er trotzdem für falsch.

Dassendorf. Normalerweise ist Maximilian Buhk auf den Rennstrecken in aller Welt zu Hause. An diesem Abend jedoch erreichen wir den 27-jährigen Tourenwagen-Piloten aus Dassendorf in seiner Hamburger Wohnung vor dem Fernseher. Zwangspause. Durch das Coronavirus stehen auch im Motorsport alle Räder still. Nicht nur Rennen, auch Testfahren sind nicht erlaubt.

Fast schon unwirklich scheint es, dass Maxi, wie ihn alle Welt nennt, vor zweieinhalb Monaten in Aus­tralien in die Saison gestartet war. Damals kostete eine 30-Sekunden-Strafe sein Mercedes-AMG-Team in Bathurst den zweiten Platz. Probleme wie aus einer anderen Welt.

Herr Buhk, wie verbringen Sie die Corona-Zwangspause?

Maximilian Buhk: Ich mache das Beste daraus, gehe regelmäßig Laufen und trainiere mit Hilfe meines Eigen­gewichts. Ins Fitnessstudio darf man ja nicht. Ich muss vorbereitet sein, falls der Anruf kommt, dass es weitergeht. Ansonsten mache ich Spaziergänge an der Alster und treffe Freunde, soweit das möglich ist.

Spielen Sie auch, um sich virtuell Strecken einzuprägen?

Nein, diesen ganzen Simulationskram mache ich nicht. Das geht komplett an meinen Interessen vorbei.

In Ihrem Beruf müssen Sie ja nicht nur Europa im Blick haben, sondern sind global unterwegs.

Ich schaue vor allem nach Asien. In Japan ist es schlimm, in China schwer einzuschätzen, in Thailand geht es, aber das Land lässt niemanden rein. In Europa geht bis Ende August sowieso gar nichts. Daher drängen sich die großen 24-Stunden-Rennen wie Le Mans, Spa und der Nürburgring jetzt im September.

Wären nicht Autorennen ohne Zuschauer denkbar?

Das schon, aber es macht keinen Unterschied. Im Fahrerlager treffen so viele Menschen aus so vielen Nationen aufeinander, die Gefahr wäre trotzdem da.

Müssen Sie um Ihren Job als Mercedes-Werksfahrer bangen?

Nein, die bisherigen Rennen sind ja gut gelaufen. In Australien lag ich mehrfach in Führung, zuvor in Dubai war ich ebenfalls vorn, bevor wir einen Schaden am Auto hatten und das Rennen wegen Regens abgebrochen wurde. Das waren Top-Leistungen.

Derzeit wird diskutiert, ob nicht etwa die Fußball-Bundesliga ihren Betrieb wieder aufnehmen sollte.

Davon halte ich nichts. Es ist doch kein Einzelschicksal, was uns Profis trifft. Wenn man ehrlich, ist Leistungssport doch nur Entertainment. Wir tragen Nullkommanull zur Gesellschaft bei. Wenn jetzt zum Beispiel die Fußball-Bundesliga wieder spielen dürfte, das wäre für mich das ganze falsche Signal.

Wie wird die Coronakrise den Profisport verändern?

Sehr. Wir werden im Fußball keine Ablösesummen in 100-Millionen-Sphären mehr sehen. Und in der Formel 1 wird es keine 200-Millionen-Dollar-Budgets mehr geben.