DKMS

Torben Petersen: Nach Anruf Lebensretter?

Der ehemalige Glinder Fußballer Torben Petersen (hier ein Bild aus der Saison 2016/17) ist Stammzellenspender.

Der ehemalige Glinder Fußballer Torben Petersen (hier ein Bild aus der Saison 2016/17) ist Stammzellenspender.

Foto: Olaf Damm

2016 hatten sich 76 Fußballer als Stammzellenspender registriert. Jetzt passte Torben Petersens Profil.

Glinde. Der Anruf kam im vergangenen Jahr. Der Willinghusener Torben Petersen konnte das Gespräch nicht entgegennehmen. Er musste arbeiten. Die Nachricht überbrachten ihm schließlich die Eltern. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei habe angerufen.

Rückblick: Im Jahr 2016 führte die Fußball-Abteilung des TSV Glinde eine Typisierungsaktion für die DKMS durch. Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Tübingen hat sich dem Kampf gegen den Blutkrebs (Leukämie) verschrieben. Bei den Typisierungen werden Stammzellenspender registriert. „76 Fußballer haben mitgemacht“, erinnert sich Glindes Abteilungsleiter Frank Gabbert. Einer davon war Torben Petersen, der beim TSV mehrere Jugendmannschaften durchlaufen hatte und es im Herrenbereich über die zweite Mannschaft bis ins Bezirksligateam schaffte.

„Junge, fitte Menschen sind die besten Spender“

Da zwischen der Aktion des TSV Glinde und dem Anruf der DKMS rund drei Jahre lagen, hatte der 24-Jährige das Ganze bereits vergessen. Als er nun die Mitteilung erhielt, dass sein Gewebeprofil mit denen eines Empfängers übereinstimmen könnte, war er sofort hellwach. „Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, fand das aber sehr spannend“, erinnert sich Petersen.

Es dauerte sechs Wochen, bis sich die DKMS wieder meldete. Jetzt sollte es schnell gehen. Zunächst waren weitere Untersuchungen nötig. Hierfür fuhr er Anfang November nach Köln. „Danach wusste ich schon einmal, dass ich gesund bin“, sagt der Stormarner. Wieder zu Hause bekam er fünf Tage bevor es zur Stammzellenspende kommen sollte den Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht, ein körpereigenes Hormon. Doch dann ging es dem Spender, der in den Niederlanden wohnt, schlechter. Der Termin wurde verschoben.

Im Februar startete der zweite Versuch. Und nun sollte es klappen. Zunächst einmal fühlte sich Torben Petersen von der Hormoneinnahme krank. Er wusste, dass grippeähnliche Symptome als Nebenwirkungen auftreten konnten. „Brutale Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, die Glieder taten mir weh“, beschreibt Petersen. Die letzte Hormonspritze bekam er, als er bereits in Köln war. Nun konnte es losgehen. In 80 Prozent aller Fälle, so auch bei Petersen, werden ambulant Blutstammzellen entnommen. Diese werden durch ein Medikament ausgeschwemmt und über die Venen gesammelt. Das Verfahren zog sich etwa über vier Stunden hin.

Bei bestimmten Blutkrebserkrankungen aber wird Knochenmark benötigt, das unter Vollnarkose aus dem Becken entnommen wird. Auch dazu wäre Petersen bereit gewesen. Die Chancen auf Heilung liegen nach einer Transfusion bei Kindern bei 80 Prozent, bei Erwachsenen sind es 50.

Mit Fußball aufgehört

Sollte die Transfusion beim Empfänger nicht das gewünschte Resultat zeigen, würde die DKMS erneut bei Petersen nachfragen. Er ist nun für einen Niederländer mittleren Alters „reserviert“. „Trotz der Schmerzen nach der Hormoneinnahme: Ich würde es wieder machen. Man muss das in Relation setzen zu dem, was man damit erreichen kann“, sagt Petersen. Seine Freunde waren jedenfalls begeistert, die Mutter stolz.

Mit Fußball hat der 24-Jährige dagegen nicht mehr viel zu tun. Nach der vergangenen Saison im Sommer war Schluss. „Ich arbeite in der Gastronomie und muss immer auch am Wochenende ran. Das war mit den Spielen nicht mehr zu vereinbaren.“

Bei seinem früheren Verein TSV Glinde denken sie bereits darüber nach, eine erneute Typisierungsaktion zu starten. Natürlich erst, wenn die Corona-Epidemie überstanden ist. „Es ist toll, wenn uns besonders Sportvereine unterstützen. Junge, fitte Menschen sind die besten Spender. Damit retten wir Leben“, erklärt hierzu Christian Werheid von der DKMS in Köln.