Coronavirus

Hamburger Fußball-Verband sagt alle Spiele bis Ende März ab

Der Amateurfußball ist vom Coronavirus komplett zerlegt worden.

Der Amateurfußball ist vom Coronavirus komplett zerlegt worden.

Foto: Gearstd / Shutterstock

Fußball-Hamburg steht still. Nicht nur die Spiele sollen ausfallen, sondern auch das Training. Nicht alle sind davon begeistert.

Bergedorf. Der Hamburger Fußball-Verband hat am Freitag eine Generalabsage für den Spielbetrieb bis zum 31. März verkündet. Damit reagierte der Verband auf die aktuelle Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus.

Von der Generalabsage sind nicht nur die Spiele in allen Ligen betroffen, sondern auch die Trainingseinheiten der Hamburger Auswahlmannschaften sowie Trainerausbildungen, Lehrgänge und Verhandlungen vor dem Sportgericht und Verbandsgericht. Mit anderen Worten: Der komplette Amateurfußball in der Hansestadt kommt zum Erliegen.

Gesamtdeutsche Lösung gesucht

Wie es mit den Ligen weitergehen soll, dazu wurde noch nichts Konkretes verlautbart. Darüber werde beim Verband laufend beraten. „Grundsätzlich befürwortet der HFV eine Lösung für den gesamtdeutschen Amateurfußball und strebt eine Zusammenarbeit mit den anderen Landesverbänden und mit dem DFB an“, heißt es in der Presseerklärung des HFV.

Weiterhin verzichtete der Hamburger Fußball-Verband darauf, den Teams neben den Spielen auch das Training zu verbieten, sprach aber eine klare Empfehlung aus. „Der HFV rät in aller Deutlichkeit davon ab, den Trainingsbetrieb fortzuführen“, heißt es, „inwieweit Vereine diesen dennoch aufrechterhalten wollen, ist den jeweiligen Verantwortlichen selbst überlassen.“ Damit liegt der Schwarze Peter nun also bei den Clubs und den Mannschaften. Die Sportredaktion hat sich einmal umgehört, wie mit der Vorgabe umgegangen wird.

TSV Glinde: Frühe Absage

„Wir haben uns schon am Donnerstag, als die Spielabsage in Schleswig-Holstein kam, zusammengesetzt und beschlossen, dass das Training eingestellt wird“, betont Jörg Bremer, C-Jugend-Trainer beim TSV. „Die Infektionsgefahr für die Kinder ist sonst einfach unfassbar groß.“

SV Altengamme: Training am Sonnabend

Die Landesliga-Fußballer des SV Altengamme treffen sich am Sonnabendmittag zum Training mit anschließendem gemeinsamen Essen. „Aber natürlich auf freiwilliger Basis und nur zum Ditschen, Darts und Kartenspielen“, betont Coach Jan Krey, „ich gehe davon aus, dass es eine Abschiedsveranstaltung für die kommenden Wochen sein wird.“ Hintergrund: Spieler Marvin Behr feiert seinen Geburtstag nach, sodass die Mannschaft am Abend ohnehin zusammen sein wird. „Folglich macht es dann ja auch keinen Unterschied mehr, wenn wir uns schon vorher beim Training sehen“, ergänzt Krey.

SVNA: Wir pfeifen aufs Training!

„Wir verfolgen genau, was Bezirksämter und Gesundheitsbehörde sagen“, betont Coach Daniel Andrade „wir zur Not pfeifen wir aufs Training und auf das Sportliche. Das einzig Wichtige ist, dass mit den Jungs alles gut ist.“

TuS Dassendorf: Sensibles Thema

Noch unschlüssig ist hingegen Jean-Pierre Richter, Trainer der TuS Dassendorf. „Das ist natürlich ein sensibles Thema“, betont er, „aber eines ist klar: Wenn wir am 3. April in Bramfeld spielen sollen, dann können wir nicht bis zum 2. April auf jedes Training verzichten. Dann wäre es sehr fahrlässig, zwei Wochen mit dem Training auszusetzen.“ Insofern hätte sich der TuS-Coach eine längerfristige Vorgabe des Verbandes gewünscht. „So gilt es, sich vorsichtig voran zu tasten.“

Düneberger SV: Alles liegt still

Eindeutig ist die Lage beim Düneberger SV. „Der Verein hat beschlossen, dass auch das Training bis auf Weiteres ausgesetzt ist“, betont Landesliga-Coach Dennis Tornieporth. Gerade die Düneberger, die momentan (wie der SVNA) auf einem Abstiegsplatz liegen, träfe das besonders hart. „Wenn du die Chance hast, deine Ziele noch zu erreichen, und es wird dann womöglich alles abgesagt, das ist schon traurig.“

ASV Bergedorf 85: Wir spielen Schach!

ASV-Coach Patrick Paap flüchtete sich in Galgenhumor. „Wir spielen Schach!“, betonte er, um die Vorgabe des Bezirksamts, kein Sport mit mehr als 30 Personen auszutragen, zu umgehen. „Wir haben sowieso keine andere Wahl, als das Training ausfallen zu lassen. So halten es übrigens praktisch alle Vereine in der Bezirksliga Ost.“

SC Wentorf: Gemischte Gefühle

Für den gesamten Jugendbereich ist beim SCW das Training abgesagt. Bezirksliga-Coach Slavec Rogowski hingegen hat beim Gedanken an eine generelle Absage des Sportbetriebs gemischte Gefühle. „Ich gehe gern meinen eigenen Weg“, betont er, „und ich finde es sehr wichtig, mein Leben so zu leben, wie ich es für richtig halte.“