Unverdient

2:0 – Sorry, aber Curslacks Serie hält auch gegen Bramfeld!

Curslacks Hamed Mokhlis (rechts) steigt beim Kopfball-Duell höher als Ranjodh Chahal (Bramfelder SV).

Curslacks Hamed Mokhlis (rechts) steigt beim Kopfball-Duell höher als Ranjodh Chahal (Bramfelder SV).

Foto: Hanno Bode

Trotz schwacher Leistung, zeitweiliger Unterzahl und guter Chancen für die Gäste kam Curslack zum glücklichen 2:0-Sieg.

Curslack. An eine Werbebande gelehnt und nahezu regungslos verfolgte Christian Woike, Coach des Fußball-Oberligisten SV Curslack-Neuengamme, den Auftritt seines Teams im ersten Abschnitt gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Bramfelder SV. Die dürftige Vorstellung der Vierländer schien den 41-Jährigen nach einem seiner Aussage nach „unfassbar schlechten“ Abschlusstraining für die Partie nicht sonderlich zu überraschen.

Viele der SVCN-Anhänger unter den lediglich 107 Zuschauern am Gramkowweg ließen ihrem Unmut über den hektischen Auftritt der Hausherren derweil freien Lauf und motzten lautstark. „Das war gar nichts“, sagte Vereinspräsident Hartmut Helmke zur Pause. Nach der Halbzeit wurde es zunächst sogar noch schlimmer: Curslack lud den Aufsteiger zum Toreschießen ein – aber der lehnte dankend ab! Und so entschied das Woike-Team am Ende tatsächlich noch eine Begegnung mit 2:0 für sich, die es eigentlich hätte verlieren müssen.

Trainer Woike: „Mir fehlen die Worte“

„Ich bin fast geneigt, mich bei Bramfeld zu entschuldigen, dass wir das Spiel gewonnen haben“, sagte SVCN-Manager Oliver Schubert zu Beginn der Pressekonferenz. Auch sein Trainer war „fast soweit“, Sorry für den glücklichen Erfolg zu sagen. „Mir fehlen so ein bisschen die Worte. Und meiner Mannschaft haben die Ideen gefehlt. Ich bin ernüchtert über diese Leistung“, sagte Woike, der einen „kollektiven schwarzen Tag“ seines Teams sah. Nach zuvor drei überzeugenden Vorstellungen und sieben Punkten unter der Ägide des neuen Übungsleiters gönnten sich die Vierländer gegen den designierten Absteiger ein kleines Verschnauf-Päuschen. Der Defensiv-Verbund? Wackelig! Die Offensivbemühungen? Nicht der Rede wert. Keine einzige herausgespielte Torchance hatte der SVCN in Abschnitt eins.

Nach der Pause besaß Bramfeld durch Christian Westphal (50., 63.) und Cedric Stoppel (57.) drei hundertprozentige Möglichkeiten zur Führung. Als dann auch noch Moritz Kühn vom – gelinde ausgedrückt – übereifrigen Schiedsrichter Florian Pötter (FC Voran Ohe) die Gelb-Rote Karte sah (65.), deutete vieles auf eine Vierländer Pleite hin. Aber lediglich 120 Sekunden später verlängerte Hamed Mokhlis einen Ball per Kopf auf den eingewechselten Julian Künkel, der vor dem Tor ganz cool blieb und zum 1:0 einschob.

Elf Gelbe Karten in einer fairen Partie

Bald darauf stellte Pötter auch noch BSV-Akteur Lennard Bahn mit der Ampelkarte vom Platz (77.). Insgesamt verteilte der Unparteiische in einer fairen Partie elf Gelbe Karten (inklusive der beiden Feldverweise). Er passte sich damit der schwachen Leistung der Hausherren an.

Dass diese am Ende sogar mit 2:0 siegten, lag an Marco Schubring. Der von einer Schambeinentzündung wiedergenesene Top-Torjäger traf sechs Minuten nach seiner Einwechslung zum schmeichelhaften 2:0-Endstand (89.). „Es geht nicht immer nur Spektakel. Aber wir haben es heute nicht gut gespielt“, resümierte SVCN-Kapitän Gökhan Iscan treffend.
SVCN: Babuschkin (2); Kühn (4), Spiewak (3), Franz (3), Schlufter (4-5) ab 46. Witmütz (3-4); Wilhelm (4), Rogge (4), Iscan (4), Ercetin (5) ab 83. Schubring (-), Hoffmann (4-5); ab 46. Künkel (2-3); Mokhlis (4).