Handball-Kolumne

Kann ja mal passieren: Trainer vergisst Spieler

Warum Lauenburgs Lennart Fraedrich nicht zum Einsatz kam, was die SG BVM vorm Spitzenspiel macht und mehr lesen Sie in unserer Handball-Kolumne.

Schönheitsfehler: Die Bank der Lauenburger SV war voll besetzt. 14 Handballer – mehr passen nicht auf den Spielbericht – standen Trainer Carmelo Hadeler in der Landesliga-Partie gegen den TuS Lübeck zur Verfügung. Nicht nur deshalb lief es für den Aufsteiger glänzend. Über 8:8 (20.) setzte sich die LSV bis auf 19:9 kurz nach der Halbzeit ab. „Wir haben überhaupt nichts zugelassen“, sagte Hadeler nach dem deutlichen 34:22-Sieg. Mit einem Schönheitsfehler: Lennart Fraedrich schmorte 60 Minuten auf der Bank – unüblich, bei so einem klaren Spielverlauf. „Den hätte ich einsetzen müssen. Aber irgendwie habe ich ihn auf der Bank vergessen. Das hätte mir nicht passieren dürfen. Aber Lennart war nicht böse – hat er zumindest gesagt“, so Hadeler.

Bereit fürs Spitzenspiel:
Die Pflichtaufgabe bei der HT Norderstedt II haben die Männer der SG Bergedorf/VM gelöst. Beim 43:36-Erfolg stellten sie ihren Saison-Torrekord ein. Zudem hat sich auch die Ausgangslage vor dem entscheidenden Match um den Titel in der Hamburger Landesliga gegen die HSV/Hamm (Sonntag, 16 Uhr, Walter-Rothenburg-Weg) verbessert. Nach dem Patzer des kommenden Gastes gegen Finkenwerder könnte sich die SG BVM bei einem Sieg mit zwei Toren Differenz sogar noch einen Ausrutscher erlauben, weil sie das direkte Duell mit den HSVern dann gewonnen hätten. Wem jetzt noch ein Anreiz fehlt, um in die Halle zu kommen: Das BVM-Team spendiert Freibier.


Matchwinner aus Berlin:
In der Regionsliga hat Aufsteiger TuS Aumühle-Wohltorf II seine Tabellenführung gefestigt. Als der Erfolg gegen Stockelsdorf II kurz in Gefahr geriet, drehte Aushilfsspieler Lenn Müller auf. Beim Stand von 19:18 (51.) traf Müller, der bei Bedarf extra von seinem Wohnort Berlin anreist, dreimal in Folge. Insgesamt erzielte er beim 26:21-Sieg vier Tore.


Finger ins Auge:
Ihre Führung (10:4, 19.) hatten die Damen der HSG 404 verspielt. Jetzt galt es, im Landesliga-Abstiegskampf gegen Henstedt-Ulzburg II einen Punkt zu retten. Doch Annika Blohm vergab nach Ablauf der Spielzeit. einen Siebenmeter. Somit blieb es bei der 26:27-Pleite. Fünf Sekunden vor Schluss hatte Celina Skala von der HSG 404 einen Finger von Celina Staude ins Auge bekommen. Ob auch die Netzhaut etwas abbekommen hat, ist noch offen. „Das hätte eine Blaue Karte (Platzverweis mit Spielsperre, die Red.) geben müssen“, haderte Trainer Torben Höhn. Es gab aber lediglich Rot. Blau sah derweil Nadine Dheuten (404) wegen einer verbalen Entgleisung gegenüber Staude.


Zweite Saisonpleite:
Juliane Meschede, der mit 19 Jahren jüngsten Spielerin des VfL Geesthacht oblag es, 20 Sekunden vor Schluss beim Stand von 27:27 in der Regionsliga-Partie beim TSV Ellerau zum Siebenmeter anzutreten. Bitter: Meschede zeigte nicht nur Nerven, im Gegenzug kassierte der VfL auch noch das 27:28 – die zweite Saisonpleite war perfekt. „Das hätte das Team cleverer lösen müssen. Warum lassen sie die Jüngste ran? Der Rest hatte wohl die Hosen voll“, ärgerte sich VfL-Trainer Thomas Brodeßer.