Oberliga

Derby: Punktgewinn für den SV Curslack-Neuengamme

Jubel nach dem 1:1 von Spiewak

Jubel nach dem 1:1 von Spiewak

Foto: Hanno Bode

Ein Traumtor in der letzten Minute sorgte für ein 1:1 Unentschieden zwischen den Fußballern der TuS Dassendorf und des SV Curslack-Neuengamme.

DASSENDORF. Es lief am Sonnabendnachmittag bereits die letzte Minute des Derbys zwischen den Oberliga-Fußballern der TuS Dassendorf und des SV Curslack-Neuengamme, als die Gäste einen letzten verzweifelten Angriff initiierten. Bis dahin hatten die Vierländer in der Offensive jegliche Durchschlagskraft vermissen lassen. Nun passte Florian Rogge 20 Meter vor dem Gehäuse der Hausherren zu dem aufgerückten Innenverteidiger Sebastian Spiewak. Der SVCN-Kapitän zögerte keine Sekunde, nahm den Ball mit dem rechten Fuß direkt und drehte anschließend jubelnd ab. Der Schuss des Abwehrspielers war genau im linken oberen Eck des TuS-Kastens zum 1:1-Ausgleich eingeschlagen. Das Traumtor bescherte den abstiegsbedrohten Curslackern vor 334 Zuschauern am Wendelweg - darunter 100 Anhänger des Zweitligisten Dynamo Dresden - einen überraschenden Punktgewinn.

"Ich bin sehr, sehr, sehr zufrieden mit der Mannschaft. Wir haben einen Riesenfight abgeliefert", sagte Christian Woike nach seinem Debüt als SVCN-Coach. Zu seinem "Kunstschützen" Spiewak meinte der 41-Jährige: "Er schießt ein Tor, das ich so auch nicht erklären kann. Trainiert war das nicht." Für dieses Statement gab es auf der Pressekonferenz großes Gelächter. Ganz anders war die Gemütslage bei Woikes Gegenüber Jean-Pierre Richter. "Wir haben uns selbst geschlagen. Wenn man sechs Gelbe Karten kriegt, hat man den Sieg von der Disziplin her auch nicht verdient", kritisierte Dassendorfs Coach.

Der Tabellenführer hatte zwar mehr Ballbesitz, erspielte sich gegen defensiv sehr gut organisierte Vierländer aber nur wenige Chancen. Sinnbildlich für den durchwachsenen TuS-Auftritt, dass ein Eigentor von Moritz Kühn zur Führung führte. Der Rechtsverteidiger fälschte eine Hereingabe von Maximilian Dittrich ins eigene Tor ab (61.). Vieles sprach nun für einen Sieg des Favoriten, der durch Marcel von Walsleben-Schied die große Möglichkeit zum 2:0 besaß. Der Schuss des Ex-Profis verfehlte aber deutlich das Ziel (79.). Sechs Minuten später sah Verteidiger Kerim Carolus die Gelb-Rote Karte. In Überzahl warf der SVCN alles nach vorn, blieb zunächst jedoch harmlos. Dann kam Spiewak an den Ball und sorgte mit einem Distanzschuss für großen Jubel bei den Vierländern und TuS-Frust. "Gegen so eine Truppe müssen wir mit 3:0 gewinnen, das ist unser Anspruch", meinte Dassendorfs Finn Thomas.