Tischtennis

Und wieder heißt der Gastgeber TSV Schwarzenbek

Volle Konzentration: Peter Wnuck von Lipinski vom VfL Börnsen.

Volle Konzentration: Peter Wnuck von Lipinski vom VfL Börnsen.

Foto: Volker Koch

Bei den Sachsenwaldmeisterschaften konnten die Schwarzenbeker in diesem Jahr auch die Jugendwertung gewinnen.

Schwarzenbek. Warum sich mit halben Sachen abgeben, wenn es auch eine Nummer größer geht. Leo Baumann war nach seinem Sieg am zweiten Wochenende der 49. Sachsenwaldmeisterschaften im Tischtennis, wenn die Halle dem Nachwuchs und den Senioren gehört, gar nicht mehr zu bremsen. Auf die Frage, was er in seinem Sport noch erreichen will, sagte der C-Schüler vom gastgebenden TSV Schwarzenbek mit einem breiten Grinsen: „Ich will der beste Spieler der Welt werden.“ Dass er auf einem guten Weg ist, das bekam die Konkurrenz in der Halle Buschkoppel zu spüren. Mit seiner harten Vorhand ließ er im Einzelfinale Simon Wulf vom VfL Börnsen keine Chance. „Der spielt ‘nen tollen Ball“, entfuhr es einem älteren Zuschauer. Leon siegte mit 3:0-Sätzen.

Das größte Schwarzenbeker Talent in seiner Altersklasse konnte es in den Pausen kaum erwarten, dass es weitergeht. Während sich sein Gegenüber am Spielfeldrand noch Tipps geben ließ, tänzelte Leon bereits unruhig an der Platte hin und her.

Selbstbewusster Nachwuchs

So selbstbewusst hatte sich kurz zuvor auch seine Mixed-Partnerin Aliya Kulovac präsentiert. Die Siegerin bei den C-Schülerinnen startet für den TSV Trittau, trainiert aber auch in Schwarzenbek. Daher kennt sie auch Leon. „Ich hatte mir fest vorgenommen, dass wir zusammen gewinnen“, sagte Aliya. Was auch gelang. Leon und Aliya – beide spielen seit knapp drei Jahren Tischtennis – setzten sich im Mixed-Finale mit 3:1-Sätzen gegen die Trittauer Emily Voss und Markus Manthey durch.

Schon ein paar Jahre länger an der Platte stehen die Schwarzenbeker U15-Mädchen Julia Braasch, Sophie Pfeifer, Haiyan Aye und Lenara Breyer. Sie gehören zum Kern der 2. Damen, die in der Verbandsoberliga auf Platz zwei steht. Das Quartett machte auch bei den Sachsenwaldmeisterschaften im Einzel und Doppel den Sieg unter sich aus – allerdings bei den deutlich Älteren in der U22. Allen voran Julia Braasch. Sie ist Landes- und Norddeutsche Meisterin in der U15. Im Halbfinale setzte sie sich an der Buschkoppel zunächst gegen Haiyan Aye durch, im Finale dann gegen Sophie Pfeifer. „Es ist ein bisschen komisch: Den einen Tag trainieren wir zusammen, den anderen Tag spielen wir gegeneinander“, sagte Julia.

DMM in Schwarzenbek

Auf die vier Europastädterinnen wartet in diesem Jahr noch ein besonderer Höhepunkt. Der TSV Schwarzenbek richtet am 20./21. Juni die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften aus. Hierfür muss sich das TSV-Quartett allerdings noch qualifizieren. „Das ist unser Ziel“, sagte Haiyan.

Dass die Schwarzenbeker als Sieger der Gesamtwertung auch im kommenden Jahr Gastgeber der 50. Auflage der Sachsenwaldmeisterschaften sein werden, daran bestand nie ein Zweifel. Zudem konnten die Europastädter die Scharte von 2019 auswetzen, als der VfL Geesthacht sensationell die Jugendwertung vor den Schwarzenbekern gewonnen hatte.

Großer Aufwand

„Im kommenden Jahr wollen wir einen größeren Aufwand betreiben. Dann soll es zum Beispiel eine Players Night geben“, blickte Achim Spreckelsen schon einmal voraus. Der Vater der Drittliga-Spieler Frederik und Moritz Spreckelsen hat bei der Organisation den Hut auf und ließ es sich nicht nehmen, am ersten Wochenende, als die Männer - und Frauen-Wettbewerbe ausgespielt wurden, selbst an die Platte zu treten.“ „Ich glaube, ich habe bei den Herren E im Einzel gewonnen“, sagte der 54-Jährige.

Zur Aufgabe des Orga-Teams gehörte auch die Ausgabe der Spielzettel, auf die die Ergebnisse eingetragen werden. Spreckelsen hält eines dieser Papierstücke in der Hand. Statt 33 Punkte für drei gewonnene Sätze (gehen in der Regel bis 11), steht im Gesamtergebnis eine 23. „Schwamm drüber“, sagte Spreckelsen, ein ehemaliger Liga-Fußballer des ASV Bergedorf. „Heute ist keine Schule.“ Heute wird Tischtennis gespielt.